Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) in Glashagen

Am 1. Januar 1953 wurde die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), die LPG „Quellental“ von 12 Mitgliedern auf dem Hof Glashagen gegründet. Alles verlief in etwa nach einem im ganzen Land proklamierten Statut. Was war der Ausgangspunkt? Es gab zu dieser Zeit eine halbwegs funktionierende Landwirtschaft, bei der sich alles um die Erfüllung der staatlichen Planaufgaben drehte, deren Ergebnisse jedoch insgesamt die steigenden Bedürfnisse der Versorgung der Bevölkerung nicht erfüllte.

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Pflanzaktion im Herbst 2011

Im November 2011 reifte der Entschluß, die letzte Lücke der Gemarkungsgrenze der Gemeinde Retschow zu beflanzen. Damit ist nun die kilometerlange Hecke ringsherum vollständig. Eine gute gemeindeübergreifende Aktion: Die Pfähle und der Wildschutz-Umzäunungsdraht kamen aus Gemeindebestand der Gemeinde Retschow. Die Pflanzen hat der Bürgermeister Schoppmeyer von der Pflanzenbörse organisiert. Das Pflanzbett hat der Reddelicher Landwirt Ruppert von Jeinsen gezogen. Zwei Reihen Pfähle gegraben und Draht gezogen hat Lutz Hoffmann. Unter Anleitung des Gärtners Hans Georg Niemann haben weitere Glashägerinnen und Glashäger die Pflanzungen durchgeführt.

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Flurnamen um Glashagen Hof und Dorf herum

Flurnamen sind Ortsbezeichnungen innerhalb einer Gemeindeflur, die eine allgemeine oder genauere Ortsbestimmung zulassen. Innerhalb der Kommunikation der Menschen bei der Beschreibung eines bestimmten Ortes oder auch der Abfassung von Verträgen haben sie von alters her und gerade früher eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Auffindung bestimmter frei in der Natur liegender Flächen war nur so möglich.

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2003: Vortrag zum Park des Hofes Glashagen

Gutspark Glashagen – Informationen 02/00; Fläche ca 1 ha

Diplomarbeit 2003 verteidigt bei UNI Rostock. –Der Park gehört zu dem Zeitpunkt noch der Stadt Bad Doberan. — Eine Studentin des Institut für Landschaftsplanung der Uni Rostock (Conny Glause ??) hält im Rahmen eines Umwelttages 2003 in Retschow einen Vortrag zum Thema „Konzeption für den Gutspark Hof Glashagen“. Grobe Aussage : Gesamt ca 1200 derartige Parks in Mecklenburg , sehr viele verwildert. Das Glashäger Gutshaus entsteht ca. 1829 bis 1831. Gutsanlage mit Gutshaus und Garten wird dem Amtshauptmann Hundt zugeschrieben. Amtshauptmann ist der oberste vom Großherzog eingesetzte Beamte eines Amtes (hier Doberan). Er ist gleichzeitig höchster Baubeamter.

Bestand: Eschen, Bergahorn, Ulmen erkrankt sog. „Ulmensterben“, div. junge Gehölze als Wildwuchs. Markante Bäume sind eine große Linde, zwei Stieleichen eine Lärchengruppe, einige Eiben, zwei Roßkastanien. Das Gebiet der Zuwegung zum Quellental von der Kreisstraße Schwarzer Weg kommend ist auch als Weinanbaugebiet der Mönche überliefert. In der Auflistung der Flunamen für den Hof Glashaben unter Nr. 4. und 5..Die Gaststätte Quellental wird von den ältesten Glashägern als Winkeller (Weinkeller) bezeichnet.

2013er Vorschläge zur zeitnahen Behandlung des Parks.

Insgesamt die Sichtachse wieder herstellen.

Die Bäume freischneiden. Den Japanknöterich, Holunder und Weißdorn entfernen.

Das seltene Aronstabblatt ist sowohl im Parkgebiet als auch im Bereich der Zuwegung zum Quellental bei der Obstplantage und um den Tempel Quellgebäude und das Tal herum zu finden. (Ungiftig, stark calziumhaltig, durchdringender unangenehmer Duft). Es steht unter Naturschutz.

Artikel aktualisiert am 03.11.2020

Aus der Geschichte der Hufe I von Glashagen Hufe I

Die Bauernstelle war die erste, die lins- und rechtsseitig der Dorfstraße, aus Richtung Bad Doberan kommend, lag. Auf dem Acker, an der Dorfstraße, wurde in den 1960-er Jahren, einem Trend der Zeit folgend, ein „Neubaublock“ gebaut, der Genossenschaftsmitgliedern der LPG als Wohnungen diente. Der Hof bekam eine Zufahrt von der Straße nach Retschow und wird heute als Wohngrundstück genutzt. Die Nutzflächen sind verpachtet.

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1945: Kapitulation Deutschlands

In den ersten Maitagen 1945 ist die sowjetische Rote Armee aus Rußland kommend im Kreis Bad Doberan angekommen. In einer Abhandlung zur Geschichte der Stadt Bad Doberan ist nachgewiesen:

Am 1. Mai 1945 erreichen sowjetische Panzer Rostock. Am 2. Mai 1945 nähert sich Bad Doberan gegen 11.00 Uhr eine sowjetische Panzerspitze dem Stadteingang. Sie gehörte zur 3. Panzerbrigade und stand unter Befehl von Oberst Jegorow.

Gegen 15.00 traf eine größere Vorhut der Sowjet-Armee ein. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung Kröpelin. Daraus kann ich ableiten, dass am 03.05.1945 Einheiten der Sowjet-Armee, in den Vormittagstunden aus Richtung Retschow kommend, in Glashagen einrückten. [24] Die Zeitzeugen Ernst Niemann [26] und Günter Lack [24] liefern weitere Beschreibungen zu den Tagen im Frühjahr 1945 in Glashagen. Weiterhin finden sich beim Neubeginn der Schule ausführliche Beschreibungen aus der Zeit, aufgeschrieben vom Lehrer Erich Schönfeld. Der erste Bürgermeister nach dem Krieg, war der Maurer Friedrich Niemann aus der Häuslerei 2, er schrieb einen aufschlußreichen Bericht über die Anfangszeit als Bürgermeister.

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1936 Hof und Dorf zusammen

1933 hatte die Nationalsozialistische Partei Deutschlands die Macht ergriffen und die gesamte Gesellschaft verändert. Die Verwaltung war umfassend von ihrer Ideologie beherrscht. Folgerichtig wurden die Strukturen der ländlichen Verwaltung allenthalben gestrafft und jegliche Einflußnahme der auf den Gütern bis dahin regierenden Besitzer unterdrückt.

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Wegebau in Glashagen

Die allgemeine Situation:

Die Wege in Glashagen und die Erhaltung ihrer Brauchbarkeit waren, wie in allen Dörfern unseres Landes ein dauerndes Problem. Wegebesserung war über Jahrhunderte eine der wichtigsten öffentlichen Leistungen der Bewohner. Wege bestanden aus einem Gemisch aus Lehm und Kies, das festgestampft wurde. Regelmäßige Auswaschungen ließen immer wieder ganze Bereiche unpassierbar werden. Die Intervalle der Reparaturen waren kurz und beschränkten sich bestenfalls auf das Erreichen des alten Zustandes.

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1933: Reichserbhofgesetz

Das Reichserbhofgesetz diente lt. Wikipedia dazu: Die Höfe vor Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen. An die Unveräußerbarkeit des landwirtschaftlichen Bodens geknüpft, führte das Gesetz zu Unzufriedenheiten, da man doch gerade erst in den 1860er Jahren aus den Zeitpachthöfen mit ihren Hauswirthen stolze Erpächter gemacht hatte.

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1922: Sitzung des Schulvorstandes

Im Protokollbuch der Gemeinde Glashagen findet sich am 17. Juni 1922 der Eintrag „Sitzung des Schulvorstandes“. Als Gemeindevertreter gehören dem Schulvorstand an: Herr Erbbesitzer Heinrich Griese (Dorf) , Herr Gutsbesitzer Baller (Hof). Als Elternvertreter die Büdner Bartels und Heiden (Dorf) und Herr Altschwager (Hof), passiv Lehrer Buß:

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1919: Bürgermeisterwahl

Auszug aus dem Protokollbuch 1872 bis 1941

1919 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft, Mecklenburg- Schwerin wurde Freistaat. Es kam zur Einführung des ersten deutschen Verhältniswahl-Gesetzes. Ein neuer Landtag und die Erneuerung der Form ländlicher Verwaltung folgten. Die Zeit der Herzöge und Großherzöge war vorbei. Wahlen waren angesagt. Die Wahl betreffend traten zwei entscheidende Neuerungen in Kraft, die die Machtverhältnisse im Dorf Glashagen auf den Kopf stellen sollten: 1. Frauen dürfen erstmals wählen und das allgemeine 2. das Wahlalter wird von 25 Jahren auf 20 Jahre herabgesetzt. Damit waren größere Wählerzahlen entstanden.

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1912 Gutshofpächter Baller

Zeitzeugin Erika Westendorf:

In meiner Jugend war der Besitzer ein Baller. Er hatte mit der ersten Frau 6 Mädchen. Bei der Geburt des 6. Kindes starb sie im Moorbad, damals auch Krankenhaus. Gleichzeitig starb dort auch die Gemahlin des Herzog Adolf-Friedrich von Mecklenburg. Es muss Anfang der 20-ziger gewesen sein. [PS. Es war am 18.12 1918; sie hieß Victoria Feodora Reuß lt. Wikipedia.] Ballers zweite Frau bekam dann nur Jungens, 6 an der Zahl, sie beschäftigten damals auf dem Gut zwei Mädchen, die nur mit der Kinderwäsche beschäftigt waren. [33]

Karl Baller wird das Erlegen eines starken Hirsches, eines Zwanzigenders im Oktober 1919 zugeschrieben. (Siehe Skizze) [09]

Artikel aktualisiert am 17.02.2020

1906 Erschließung des Quellentals

Die Kunst, mit der Wünschelrute Quellen zu entdecken, ist alt. Lange wurde sie bezweifelt und bestritten, erst neuerdings hat die Wissenschaft sie anerkannt, unter anderem deshalb, weil sich im Weltkriege auf fremdem Boden (hier gemeint der erste Weltkrieg 1914 bis 1918) die Brauchbarkeit der Wünschelrute bei der Feststellung von unterirdischenWasserläufen gezeigt hatte.

Der Rutengänger benutzte Hasel- oder Weidenruten, Drahtgabeln, Aluminium usw … Es gibt auch natürliche Wünschelruten, das heißt merkwürdig gebogene Bäume, die eben durch ihre ungewöhnliche Gestalt, auf das Vorhandensein eines Wasserlaufes bzw. einer Quelle hinweisen.

Wir können von einem Fall berichten, da die Entdeckung einer Heilquelle solchen Wünschelruten zu verdanken ist. In dem vom Goldbach durchflossenen Weinkellertal am Teufelsberg, auf dem Gute Glashagen in Mecklenburg bei Doberan, einer ausgesprochenen Moränelandschaft, gibt es Bäume die alle nach der gleichen Richtung abgebogen sind. Dieser Umstand gab Veranlassung zu Bohrungen. Man fand zwei vorzügliche Mineralwässer, von denen das eine ein Tafelwasser, das andere ein Heilwasser ist.

Artesischer Ursprung liegt bei beiden Quellen vor. Im ganzen weist das Tal über 60 eisenhaltige mineralisierte Quellen auf. Die Analyse der Heilquelle hat hohen Gehalt an Kieselsäure oder Silizium (H2,Si O3) ergeben, ein lebenswichtiger Stoff; sie ist Akkumulator und Isolator für Eigenelektrizität und Lebenskraft. Der Gehalt an Kieselsäure bestimmt mit die Schutz und Heilkraft des Blutes sowie die stärkere oder schwächere Phagozytose (Verzehrung von Fremd-und Krankheitsstoffen durch Freßzellen).
[Quelle: „Die Wünachelrute 1928“] [53]

Soweit ein unterhaltsamer zeitgenössischer Ausflug zu dem Thema mit gewagten Details zur Wirkung des Wassers, die auch jetzt, fast 100 Jahre später, noch „verkauft“ werden könnten.

Lt. Wikipedia gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis über das Aufspüren von unterirdischen Quellen oder Wasserläufen mittels einer Wünschelrute. Gleichzeitig schwören auch heute noch eigentlich fast alle Brunnenbauer auf diese Methode!

Wappen der Familie von Blücher, es hat anfänglich als Markenzeichen für das abgefüllte Quellwasser gedient.

1906 erwarb Hans von Blücher, ( damalieger geschäftstüchtiger Gutsherr auf dem Hof Glashagen) das Quellental und begann mit der Erschließung und wirtschaftlichen Nutzung des Mineralwassers von dort.

Zeitzeugin Erika Westendorf: [33]

Blücher ließ im Quellental bohren. Aufmerksam geworden durch schlanke Bäume, die sich mit den Kronen zur Erde neigten. (Wünschelruten). Als Arbeiter vom Gut waren tätig: Carl Reincke, später im Werk Doberan tätig als Vorarbeiter, und Otto Krohn, später Büdner in Stülow (Büdnerei V , wo heute Timm wohnt). Das Wasser erwies sich als stark Siliziumhaltig . ( Kieselsäure) Über 100 Quellen wurden im Brunnenhäuschen gesammelt und in zwei Leitungen mit natürlichem Gefälle nach Doberan geleitet ( Keramik und Kupfer ). Von der Kupferleitung will die Glashäger heute nichts wissen. Heute kommt das Wasser aus Tiefbrunnen eines angekauften Areals von Hohenfelde.

Einige weitere Erläuterungen findet man in einer wissenschaftlichen Schrift zur Untersuchung des Bäderwesens und die Entwicklung im medizinisch vorbeugenden und touristischen Bereich erschienen ca 2004:

Zur Geschichte der Glashäger Silicium-Heilquelle

Im Jahre 1906 wurden vom damaligen Besitzer des Gutes Glashaden bei Doberan Bohrungen ausgeführt, welche eine neue Mineralquelle zu Tage förderten. Das Wasser wurde vom Geheimen Regierungsrat Professor Dr. H. Fresenius-Wiesbaden untersucht. Man verglich das mecklenburgische Quellwasser in seiner Zusammensetzung mit Quellwasser aus südlicheren Gefilden und befand, dass es sich in der „Welt“ sehen lassen kann.

Das Wasser der Glashäger Mineralquelle wurde von Glashagen nach Doberan geleitet, wo selbst die inzwischen gegründete Gesellschaft Mineralquelle Glashagen GmbH zu Doberan eine mit den modernsten Maschinen eingerichtete Abfüllstation am Bahnhof Doberan errichtete.

Im Jahre 1910 wurde Glashäger vom Kaiserlichen Patentamt zum Markenzeichen erhoben, damit war der Grundstein der Entwicklung zum Markenartikel gelegt. Im Jahre 1939 erwirbt die Firma Geroldsteiner die Glashäger Mineralquellen, wird jedoch 1946 von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet. Im Jahre 1950 erfolgt eine zweite Enteignung durch die DDR- Regierung. Als Mitglied der Rostocker Brauerei füllte der Mineralbrunnen jedoch weiter Mineralwasser ab und entwickelte sich nach dem Margon- Brunnen zum zweitgrößten Brunnenbetrieb der DDR. Im Jahre 1990 kaufte die Firma Gerolsteiener den Glashäger Brunnen wieder zurück. Seit dem Jahr 2oo3 gehört der Brunnen zur Brau und Brunnen AG. Dank umfangreicher Investitionen ist Glashäger heute die bedeutendste Mineralwasser-Marke in Mecklenburg- Vorpommern und mit einem Absatz von 500 000 Hektolitern an Mineralwasser und Erfrischungsgetränken Marktführer in unserem Bundesland.

Der Glashäger Quellentempel, errichtet am Ort der Ursprungsquelle erinnert noch heute an die Anfänge des Glashäger Brunnens. Stetig steigende Füllmengen machten jedoch die Erschließung neuer Quellen notwendig, die im Umkreis von drei bis 4 Kilometern in 80 Meter Tiefe im Glashäger Quellental liegen.

Dieses architektonisch auffällige Quellgebäude ist in leicht zurückgebauter Form erhalten immer noch einen Ausflug wert, liegt es doch inmitten einer sehenswerten Naturlandschaft an einem oberirdischen Quellbach umgeben von einem alten urwüchsigen Baumbestand als Bestandteil des Naturschutzgebietes.

Artikel aktualisiert am 02.12.2020

Feuerschauen 1876

Mit der „Verordnung betreffend baupolizeiliche Vorschriften für das Domanium“ wurde 1876 im Großherzogtum Mecklenburg -Schwerin ein umfangreiches Regelwerk erlassen, welches nicht nur das Genehmigungsverfahren für Bauten und weitere feuerpolizeiliche Bauvorschriften enthielt, sondern auch Bestimmungen zur Durchführung der vorgeschriebenen Feuerschauen.

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Protokollbuch Glashagen Dorf

Das uns vorliegende Protokollbuch für das Dorf wurde am 21. September 1871 eröffnet. Anlaß war die Bildung einer Gemeindeverwaltung unter Vorsitz des Bürgermeisters. Das offizielle für alle Gemeinden des damaligen Großherzogtums Mecklenburg Schwerin verbindliche Dokument war die „Revidierte Gemeinde-Ordnung für die Dominal-Ortschaften.“ vom 29. Juni 1869. Erstmals regierten die Bürgermeister nicht mehr allein. An ihrer Seite standen ab dieser Zeit und für alle Zeiten zunächst vom Amt bestätgte repräsentative Dorfbewohner. Wie man sah setzten sie sich ab 1919 werden alle Vertreter der Gemeinde zwingend gewählt.

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1869: Gemeindeordnungen in Mecklenburg

Die Grundzüge der Gemeindeordnung für die Domanial-Ortschaften waren folgende: In den Domainen bildeten die Dorfschaften Gemeinden innerhalb der Grenzen der jeweiligen Feldmark . Die Ordnung trat durch ein für jede einzelne Gemeinde vom Ministerium des Innern bestätigtes und dem Großherzoglichen Amt Doberan erlassenes Statut in Kraft. Die Zeit der alleinigen Dorfführung durch nur einen Bürgermeister war vorbei. Nach wie vor gabes natürlch den den Dorfschulzen, der vom Landesherren (Großherzog) , aus allen Gemeindeangehörigen benannt und durch das Amt Doberan in Eid und Pflicht genommen wurde. Ausdrücklich behielt er alle bisherigen Emolumente. (Vergütungen). Für den Dorfschulzen und die übrigen Stellen der neuen Gemeindeverwaltung galten strikte sehr eindeutige Bedingungen. Dazu hieß es im beispielsweise im §9 der Gemeindeordnung:

  1. Jeder Gemeindeangehörige ist zur Übernahme des Schulzenamtes verpflichtet. 2. Die unbesoldeten Stellen der Gemeindeverwaltung, namentlich als Schöffe, Beauftragter zur Dorfversammlung, Ausschußmitglied usw. muß jeder übernehmen, der für seine Person oder durch einen Beauftragten an der Dorfversammlung teilnehmen kann und muß. Zur Ablehnung berechtigt jedoch ein Alter über 60 Jahre, Gebrechlichkeit oder anhaltende Krankheit. Auch kann wer 6 Jahre eine unbesoldete Stelle bekleidet hat, die weitere Übertragung derselben für diee nächsten 6 Jahre ablehnen. Die Niederlegung einer unbesoldeten Stelle vor Ablauf des Zeitraumes, für welche dieselbe übertragen ist, kann gleichfalls nur wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit geschehen. Die erste Entscheidung über eine Ablehnung oder Niederlegung trifft die Dorfversammlung, bei Schöffenstellen jedoch das Amt.

Die Ortsvorsteher waren auch die Verwalter der Ortspolizei und hatten namentlich für:

a) die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu sorgen, strafbaren Handlungen vorzubeugen. Vagabonden und fremde Bettler zu verhaften und ans Amt Doberan auszuliefern. b) Feld-und wegepolizeilich zu walten. c) Bei Visitationen Beistand zu leisten – überhaubt das Amt zu unterstützen. Diese Aufgabe hatte der Ortsvorsteher in Alleinverantwortung.

Die Gemeindebehörden bestanden aus dem Schulzenrat und der Dorfversammlung. Der Schulzenrat (incl. Dorfschulze) leitetete und führte die laufenden Geschäfte, er vertrat die Gemeinde Dritten gegenüber, verwaltete das Rechnungs-und Kassenwesen, traf in dringlichen Fällen die Dorfversammlung, bereitete Beschlüsse vor, beschloß sie und führte sie aus.

Gegenstand der Verwaltung der Gemeinde waren: Das Armenwesen, das Gemeinde=Schulwesen, die Instandhaltung der Landstraßen, der Communikationswege, der Dorfwege, das Entwässerungswesen, die Räumung von Flüssen und Bächen, die Anlegung und Räumung von Gräben und Deichen innerhalb der Feldmark. Darüber hinaus: Die Haltung der Nachtwächter, das Feuerlöschwesen, das vorhalten von Begräbnisflächen, die Haltung einer Hebamme und Totenfrau, alles was überhaupt den Gemeinden gesetzlich oder in sonst verbindlicher Weise zugewiesen war oder zukünftig werden würde. Zur Umsetzung der Gegenstände der Gemeindeverwaltung konnte diese eigene Ordnungen erlassen in denen Übertretungen Geldstrafen nach sich zogen. Alle Zahlungsverweigerungen wurden auf dem Zwangsweg durch Organe des Amtes eingeholt.

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1850: Regulativ für Einlieger

Protokollum, gehalten im Amt Doberan am 28sten October 1850; des Herrn Geheimen Amtsrath Hundt.

Die heutige Tagesfahrt war beraumt worden, um die Hauswirtheinlieger des Dorfes Glashagen mit einem Regulativ bei neuer Verpachtung des Dorfes rücksichtlich ihrer öconomischen Beziehungen zu Hauswirthen zu verfahren und hatten sich der Schulze Niemann, sowie die Hauswirthe Westendorf und Griese mit welchen dieser Gegenstand besprochen werden sollte, ladungsmäßig eingefunden.

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1832: Zweiter Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir PAUL FRIEDRICH von GOTTES GNADEN, Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Sargard Herr! Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir nach vorausgegangener neuer Regulierung der Dorf Feldmark G l a s h a g e n, Amts Doberan den Hauswirthen daselbst nachstehende verbindliche Pachtversicherung ertheilt haben.

Wir überlassen demnach

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1828: Hof Glashagen wurde Erbpachthof

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts läßt sich besonders unter den großen Höfen eine merkliche Zunahme der Erbpachtstellen im Gebiet des Amtes Doberan verzeichnen. In diesem Fall sind die Höfe Fulgen und Glashagen im gleichen Jahr 1828 vererbpachtet worden. Die Vererbpachtung erfolgte aus einer Hofmeierei. [37] und [42]

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1801 Sammelholz

Solche Klarstellungen in aller Öffentlichkeit (hier handelt es sich immerhin um ein Gesetzblatt) kamen nur in seltenen Fällen vor. Es lohnt sich genau hinzuschauen: Der Herzog Friedrich Franz belehrt den Oberforstmeister Behr zu Doberan dass unter dem Deputatholz unseres Amthauptmannes Wachenhusen (im Pachtvertrag festgelegt) Knüppelholz und nicht Reisigholz zu verstehen ist. Was mag vorausgegangen sein wenn man für so eine Richtigstellung zwischen den beiden ranghöchsten Beamten des Amtes Doberan einen Herzog als Schiedsrichter bemühen muß?

1755: Lage der Schmiede im LGGEV

Durch den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich (LGGEV) von 1755, § 259 waren nur wenige Handwerker auf dem Lande zugelassen, zu denen der Grobschmied mit einem Gesellen gehörte. Schon 1787 heißt es in einem weiteren Gesetz: „Auf eingegangene Beschwerde wegen Überschreitung des § 259 des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs, nach welchem den Grobschmieden auf dem Lande ausdrücklich nur erlaubt ist, einen Gesellen zu halten, wird das Halten eines zweiten nochmal verboten. Weiter wird verfügt, daß kein Lehrjunge erlaubt ist.

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1793: Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir, Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir die Hauswirthe zu Glashagen vom Natural–Dienst befreyet sind und ihren nachstehenden Pacht–Contract nachdem der Ertragsanschlag zuvor revidiert worden, [genehmigt, ausgehändigt] haben.

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1779 Inoculation von Rindern

In Mecklenburg grassierten mehrere Rinderseuchen; die tödlichen Verluste haben existenzbedrohende Ausmaße, weil ganze Herden krepierten. Es war daher ein außerordentliches allgemeines Interesse an der Eingrenzung oder sogar Beherrschung der Seuche vorhanden. Länderübergreifend wurden verzweifelt tierärzliche Behandlungsformen gesucht. An einer für die damaligen Verhältnisse wohlorganisierten Versuchsreihe beteiligte sich u.a. der Pächter des Hofes Glashagen mit einigem Erfolg. Die Auswertung verschiedener Inoculationen erfolgte im Hannoverschen Magazin 1779
Auf Seite 2 unter Nr. 12 erklärte August Gottlieb Lübke als derzeitiger Pächter von Glashagen Hof, daß seine inoculierten Rinder zwischen die verseuchten gezogen sind und nicht angesteckt wurden. Als Zeugen traten der Amtmann Brüning (höchster Herzoglicher Beamter des Amtes Doberan)und der Amtsschreiber Fulda auf.

Auf Seite 3 unter 1) wurde die Gesamtzahl von 168 Rindern angegeben, 96 Rinder waren durchgeseucht, also erhalten geblieben und 72 Stück waren gestorben. Beachtlich ist nebenbei die Größe der Herde zur damaligen Zeit auf dem Hof Glashagen.

Im übrigen wurden immer wieder aus verschiedenen Gründen die Rinder geimpft. Von einer sogenannten Durchimpfung ist in einem Sitzungsprotokoll der Gemeinde aus dem Dezember 1947 die Rede. Hier erhalten die Bauern Ernst Niemann und Ewald Klempke für Hilfestellung bei der Rinderimpfung im Dorf durch einen Veterinär für 18 Std pro Kopf 0.50 Mark pro Stunde.

1750 Hof Glashgen fällt aus der Pacht

Unter Intelligenz=Sachen : Spezifikation der auf Johannis 1750 aus der Pacht fallenden Herzoglichen Domainen=Stücke…Im Amte Doberan; ,…der Hof Altenhof, der Hof Glashagen… .
Dieses Blatt gehört zu einer Drucksache, wie sie zu der Zeit einem bestimmten Bevölkerungskreis öffentlich zugänglich waren. Weitere untersetzte Papiere enthielten dann den Versteigerungstermin und den Ort der Auktion(Versteigerung). Die Domanialhöfe wurden dazumal schon ohne Ansprüche an die Qualifikation des Erwerbers an den meistbietenden abgegeben. Häufig war er Fachmann also Landwirt, immer häufiger „Geldmann“. Wenn er beispielsweise ein Kaufmann aus Rostock war, setzte er einen Verwalter mit entsprechenden Kenntnissen ein.

Die Feuerordnung von 1681 des Amtes Doberan

Brandschutz in den domanialen Dörfern, zu denen auch Glashagen gehört, begann nicht erst mit den Gründungen der freiwilligen Feuerwehren Ende des 19. Jahrhunderts. Aufgrund der verheerenden Schäden von Bränden wurden Angelegenheiten des Brandschutzes schon früh per Verordnungen geregelt.

Diese Ordnungen wurden auf übergeordnete Weisung hin oft ämterweise in spezieller Anpassung herausgegeben. Eine ganz besondere ist diese von 1681 für das Amt Doberan herausgegebene weil sie erste Festlegungen zum kollektiven Ersatz von Brandschäden enthält.

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1312, Mittelalterlicher Siedlungsnachweis

Eine Urkunde aus dem Jahre 1312 ist ein sehr frühes Beweisstück für die Existens der Ortschaft Glashagen. In dieser Urkunde sind mehrere Ortschaften genannt, die jede für sich Entschädigungsansprüche an Rostock stellten. Grund waren Plünderungen Rostocker Truppen in umliegenden Dörfern.

Was war dem voraus gegangen?
Heinrich der Löwe lag mit den beiden Seestädten Rostock und Wismar im Kampf. Beide Städte waren damals eigenständig, hatten eine Sonderstellung und gehörten nicht zum Doberaner Klostergebiet. Verbündeter Heinrichs war der Dänische König Erich. Die Rostocker betrachteten das Klostergebiet als dänisches und somit feindliches Gebiet und überfielen einige Dörfer und beraubten die ansässigen Bauern. Aus diesem kriegsrechtlichen Irrtum entstand ein Rückgabeanspruch des Klosters. Ihm verdanken wir die Entschädigungsforderungen einschließlich der Nennung einiger aufschlußreicher Einzelheiten. Die Urkunde wurde mehrfach aus dem Lateinischen übersetzt , der Abschnitt für Glashagen lautet bei Baumgarten [09]:

Schäden in Glashagen. Dem dort wohnenden Arnold trieben sie 5 Schafe im Wert von 15 Schillingen fort. Dem großen Johannes trieben sie ein Pferd im Wert von 6 Mark fort. Dem Johannes Dannebel raubten sie 1 Pferd im Werte von 5 RM. Der Schütze Henning kaufte sich aus der Gefangenschaft für 10 Mark frei. Ludolf kaufte 2 Pferde für 2 Mark zurück. Eda (Bäuerin) kaufte 1 Pferd für 8 Schillinge zurück. Heinrich von Badenmühlen verlor Mühlengeräte im Werte von 2 Mark. Die erste Pfändung umfaßte 34 1/2 Mark, die zweite 15 Mark weniger 1 Schilling (75 Mark und 15 Schilling).

[09]
Eine weitere Schadensaufstellung von 1312 nennt den S c h ü t z e n Henning (woanders Hence)
Artikel aktualisiert am 03.08.2020

1297 frühe Erwähnung von Glashagen

Der Recherche von Professor Giercke [25] verdanken wir diese Urkunde nebst Übersetzung. Die graphische Ausführung des Originals ist ausgesprochen interessant und läßt auf ein gehobenes Schreibbüro der damaligen Zeit (Kloster) schließen. Inhaltlich bestätigte die Urkunde vorangehende Zehnt-Überlassungen abermals. Auch wurde noch einmal der Zweck der großzügigen Überlassungen, nämlich die Erlangung des Seelenheils des Schenkenden genannt. Das Seelenheil, auf diese sehr teure Weise erworben und gesichert, wurde gern vor gefährlichen Unternehmungen, wie weiten Reisen teuer erworben.