Pflanzaktion im Herbst 2011

Im November 2011 reifte der Entschluß, die letzte Lücke der Gemarkungsgrenze der Gemeinde Retschow zu beflanzen. Damit ist nun die kilometerlange Hecke ringsherum vollständig. Eine gute gemeindeübergreifende Aktion: Die Pfähle und der Wildschutz-Umzäunungsdraht kamen aus Gemeindebestand der Gemeinde Retschow. Die Pflanzen hat der Bürgermeister Schoppmeyer von der Pflanzenbörse organisiert. Das Pflanzbett hat der Reddelicher Landwirt Ruppert von Jeinsen gezogen. Zwei Reihen Pfähle gegraben und Draht gezogen hat Lutz Hoffmann. Unter Anleitung des Gärtners Hans Georg Niemann haben weitere Glashägerinnen und Glashäger die Pflanzungen durchgeführt.

„Pflanzaktion im Herbst 2011“ weiterlesen

Flurnamen um Glashagen Hof und Dorf herum

Flurnamen sind Ortsbezeichnungen innerhalb einer Gemeindeflur, die eine allgemeine oder genauere Ortsbestimmung zulassen. Innerhalb der Kommunikation der Menschen bei der Beschreibung eines bestimmten Ortes oder auch der Abfassung von Verträgen haben sie von alters her und gerade früher eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Auffindung bestimmter frei in der Natur liegender Flächen war nur so möglich.

„Flurnamen um Glashagen Hof und Dorf herum“ weiterlesen

2003: Vortrag zum Park des Hofes Glashagen

Gutspark Glashagen – Informationen 02/00; Fläche ca 1 ha

Diplomarbeit 2003 verteidigt bei UNI Rostock. –Der Park gehört zu dem Zeitpunkt noch der Stadt Bad Doberan. — Eine Studentin des Institut für Landschaftsplanung der Uni Rostock (Conny Glause ??) hält im Rahmen eines Umwelttages 2003 in Retschow einen Vortrag. Zusammenhang: „Konzeption für den Gutspark“. Aussage : Gesamt ca 1200 derartige Parks in Mecklenburg , sehr viele verwildert. Das Glashäger Gutshaus entsteht ca. 1829 bis 1831. Gutsanlage mit Gutshaus und Garten wird dem Amtshauptmann Hundt zugeschrieben. Amtshauptmann ist der oberste vom Großherzog eingesetzte Beamte eines Amtes (hier Doberan). Er ist gleichzeitig höchster Baubeamter.

Bestand: Eschen, Bergahorn, Ulmen erkrankt sog. „Ulmensterben“, div. junge Gehölze als Wildwuchs. Markante Bäume sind eine große Linde, zwei Stieleichen eine Lärchengruppe, einige Eiben, zwei Roßkastanien. Das Gebiet der Zuwegung zum Quellental von der Kreisstraße Schwarzer Weg kommend ist auch als Weinanbaugebiet der Mönche überliefert. In der Auflistung der Flunamen für den Hof Glashaben unter Nr. 4. und 5..Die Gaststätte Quellental wird von den ältesten Glashägern als Winkeller (Weinkeller) bezeichnet.

2013er Vorschläge zur zeitnahen Behandlung des Parks.

Insgesamt die Sichtachse wieder herstellen.

Die Bäume freischneiden. Den Japanknöterich, Holunder und Weißdorn entfernen.

Das seltene Aronstabblatt ist sowohl im Parkgebiet als auch im Bereich der Zuwegung zum Quellental bei der Obstplantage und um den Tempel Quellgebäude und das Tal herum zu finden. (Ungiftig, stark calziumhaltig, durchdringender unangenehmer Duft). Es steht unter Naturschutz.

Artikel aktualisiert am 26.08.2020

Das Kloster Doberan und die Rolle der Zisterzienser


Das Kloster Doberan und die Rolle der Zisterzienser. G.C.F. Lisch u.a.. [13] 1848

Idee und Mittel zur Kolonialisierung

Das Hauptstreben der Eroberer der deutschen Wendenländer im 11. und 12. Jahrhundert ging dahin, den von den Slaven bewohnten östlichen Landesteil der, seit Jahrhunderten das Augenmerk der deutschen Kaiser gewesen war, endlich deutsch zu machen. Das hieß neben der Unterwerfung der slavische Fürsten deutsche Eigentümlichkeit und Gewohnheit auf die Bewohner zu übertragen. Das durchaus streibare Volk der Slaven mit mehreren Stämmen im Nordosten beheimatet, hielt lange Zeit den vielfachen Eroberungsversuchen stand. Allein mit roher Gewalt war die Eroberung nicht gelungen. Etwas Neues mußte her. Die Eroberung des Wendenlandes erfolgte diesmal durch die Besiedelung in Einheit mit der Christianisierung.

Der Sachsenkaiser Heinrich der Löwe hatte den Willen und die Macht zur Umsetzung eines solchen Vorhabens. Nach seinem Plan sollten zwei geistliche Stiftungen zu diesem Zwecke dienen, nämlich der Johanniterorden und die Zisterzienser. Die Rechnung ging nach mehreren in der Vergangenheit fehlgeschlagenen Versuchen endlich auf. Mecklenburg verdankt diesen beiden Orden die Verbreitung des christlichen Glaubens und größtenteils die Umwandlung in ein deutsches Land.

Der letzte wendische Fürst in unserem Land, war der Wendenfürst Pribislav, ein Heide. Er war von Heinrich dem Löwen als Verwalter des Landes wieder eingesetzt worden, nachdem sein Vater, der Stammvater des Wendengeschlechtes Fürst Niclot, von Heinrich im Kampf besiegt wurde und gefallen war. Nun mag es Überlebenswille des besiegten Pribislaws oder die Überredungskunst des Zisterzienserbischofs namens Berno gewesen sein, die Pribislav vom christlichen Glauben überzeugte und im Jahr 1166 im Kloster St. Michael in Lüneburg in die christliche Taufe einwilligte. Mit dieser Handlung, von Berno selbst vorgenommen, war der Übertritt des Wendenfürsten Pribislav zum Christentum vollzogen. Die Verbindung dieser beiden Männer sollte sich segensreich auf die Christianisierung und die Kolonianisierung Mecklenburgs auswirken.

Bald nach seiner Taufe entschloss sich der Obotrietenfürst Pribislav auf Anregung Bernos 1171 ein Zisterzienserkloster zu gründen und mit Mönchen aus Amelungsborn zu besetzen. Eine große Gottgefälligkeit des Landesfürsten von der man sich dazumal persönliches Seelenheil versprach. Die Erlangung des Seelenheils war die Motivation, die bald zu den großzügisten Überlassungen großer Landgebiete einschließlich der dort befindlichen Dörfer führen sollte. Eine wirtschaftliche Ertüchtigung des Klosters, die sein Gedeihen sicherte.

Fürst Pribislav, stattete das Kloster unmittelbar nach seiner Gründung unter anderem mit den Dörfern Althof, (dem ersten Klostersitz), Parkentin, Wilsen, Doberan, Hohenfelde, Stülow, Kröpelin und Reddelich aus.

Die erste Gründung eines Klosters in Althof

In Althof dem ersten Gründungsplatz befand sich der fürstliche Wendenhof Doberan mit allen Prädikaten wendischer Kultur, ein damaliges Glaubenszentrum. Hier hatte ein Götzenbild des Wendenfürsten Radegast gestanden. Pribislav selbst war es der dieses Heiligtum stürzte und seine Reliquien rücksichtslos zerstörte. An diesem Ort wurde das erste Kloster im Jahr 1171 gegründet . Eine Gruppe von 12 Mönchen geführt durch den Abt Conrad traf nach langem Marsch aus dem im Weserland gelegenen Mutterkloster Amelungsborn in unweit von Doberan in Althof ein. Getreu der Satzung des Ordens mussten zu einer Klosterneugründung ein Bethaus, das Speisehaus, einen Herberge für Gäste und ein Pförtnerhaus vorhanden sein. Wieder hatte Pribislav diese ersten Siedlungbedingungen zur Unterkunft der Ankömmlinge selbst getroffen. Man widmete das Kloster der Heiligen Jungfrau und dem Heiligen Sankt Nicolaus, dem Schutzherren der Seefahrer. Woizlawa, die Gemahlin Pribislavs wurde nicht nur dem Schutz des Klosters anvertraut, ihr kann sogar erheblicher Einfluß auf das Ganze zugesprochen werden. (Laut einer Grabinschrift sogar die Beeinflussung ihres Gatten Pribislav zur Klostergründung).

Die Umgebung bot dem jungen Konvent mit dem nahen Doberbach günstige Voraussetzungen zur beabsichtigten Entfaltung. Das dünn besiedelte Land war reich an Wasser und fruchtbarem Boden. Die Rodung und Trockenlegung des Unlandes und das Vorhandensein von Bächen waren der Anlage von Wassermühlen und Fischteichen dienlich. Alles entsprach den Wünschen und idealen Voraussetzungen der Zisterzienser. So entstanden unter Hinzuziehung einer Schar von Laienbrüdern in rascher Folge die Einrichtung sogenannter Gangrien (landwirtschaftliche Wirtschaftshöfe) mit sehr erfolgreicher Viehzucht. 1177 schenkt Fürst Pribislav dem Kloster die Dörfer Althof, Parkentin, Wilsen, Doberan, Hohenfelde, Stülow, Reddelich und Kröpelin. Fürst Borwin I. fügt diesem Besitzim Jahr 1192 noch die Dörfer Stäbelow, Ivendorf und Brusow hinzu. [65]

Jedoch auf auf diesem Platz „lag kein Segen“, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Landesherrin Woizlawa starb ein Jahr nach der Gründung des Klosters und wurde in der kleinen Klosterkirche beigesetzt. Pribislav, ihr Gatte auf der Rückreise aus dem heiligen Land begriffen, starb auf einem Turnier in Lüneburg im Jahre 1178. Ein tragischer Unfall geschehen durch einen Lanzenstich in den Kopf. Es mögen diese Umstände gewesen sein, die unmittelbar darauf im Jahr 1179 zu dem grausamen Vernichtungsschlag auf das Kloster führten. Der unversöhnlich gebliebene Teil kampfbereiter Wenden, angeführt von einem ehemaligen nicht christianisierten Stammesfürsten zerstörte Alt Doberan restlos und 78 Insassen fanden den Märtyrertod.

So heißt es in einer frühen Schrift: Nach dem Tode Pribislav´s, am 30. December 1178, erhoben sich die Wenden noch einmal in schnaubendem Grimme gegen das Christenthum, verwüsteten am 10. November 1179 den jungen Weinberg des Herrn und erschlugen hier zu Alt-Doberan 78 Bewohner des Klosters. Es sollte in diesem Gebiet das letzte Aufbäumen wendischen Widerstandes bleiben.

Die zweite Gründung eines Kloster in Doberan und die Entfaltungskraft der Mönche.

Sieben weitere Jahre vergingen bis eine neue Bruderschaft der Zisterzienser aus dem Hauptkloster Amelungsborn an anderer Stelle einen Neubeginn vornahmen. An der Stelle, etwa 3 Kilometer nördwestlich, wo in alter Zeit die Villa Slavica Doberan lag, war ein geeigneter Platz gefunden und nach Zisterzienserbrauch für die Ankunft des Konvents und der begleitenden Mönche vorbereitet. Um die Wahl des Platzes und die Namensnennung ranken sich einige Legenden: So stieß ein aus der Dickung aufsteigender Schwan (späteres und heutiges Wappentier) einen dem slavischen Wort „dobre“ (gut) ähnlichen Laut aus. Die auf einer Platzsuche befindliche fürstliche Abordnung nimmt dieses Zeichen als Omen an. Außerdem floß der schon erwähnte „Dober“-bach von Süd nach Nord durch das Gebiet und könnte Namensgeber gewesen sein. Gleichviel es war die Entscheidung für die Entstehung eines der bedeutensten europäischen Klöster gefallen. Mit der Gründung dieses Klosters durch die Zisterzienser- Mönche begann die Zeit der großen Fortschritte des Landes.

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Klosters Doberan und vor allem für die rasche Besiedelung war die im Jahr 1218 erteilte Erlaubnis zum Heranführen von Siedlern. Die Freiheit dieser Siedler zur Ausübung jeglicher Handwerke und die anfängliche Steuerfreiheit waren zusätzliche Motivation für den raschen Erfolg.

Im Zuge der Veränderung des neuerworbenen Landes erfolgte eine Umstruktuierung der sehr einfachen, wenig gewinnbringenden wendischen Landwirtschaft. Eine Schub in der Bodenbearbeitung bedeutete der Pflug, den die Siedler einführten und der die Bearbeitung des ertragreicheren schweren Bodens überhaupt erst ermöglichte. Es entstanden neben dem Wirtschafthof des Kloster selbst, in seinem Umfeld einzelne Höfe, sogenannte Gangrien aus den vorhandenen Dörfern. Hier betrieb man eine Art Musterwirtschaft für den Landbau des Mittelalters, mit zweifelloser Ausstrahlung auch auf das kleinbäuerliche Umfeld. Die Dörfer waren Teil des komplexen Systems Zisterzienser-Kloster. Man verstand sich neben dem Ackerbau auf die Viehzucht auf Brunnenbau und Teichwirtschaft, sowie die Fischzucht zur Deckung des Bedarfs an damals sehr strenge gehandhabten Fastenspeisen. Der Obst-und Gartenbau bis hin zum Weinbau und Bienenzucht wurde erfolgreich betrieben. Auf den Gangrien wirtschafteten, also säten, pflügten, düngten und droschen in den frühen Jahren die Laienbrüder selbst. Auch bedienten sie sich bereits Teilen der getauften wendischen Bevölkerung.

So wurde aus der dem Zisterzienserkloster geschenkten Wüstenei und den eifrigen Siedlern ein blühender Landstrich voller deutscher Dörfer. Die zu dieser Zeit vorgefundenen kleinen Wendendörfer lagen weit genug auseinander, um noch zwischen sich die neuen Siedlungen auf zu nehmen. Wendische Dörfer wurden vielfach erweitert und deren Bevölkerung schrittwiese in die Dorfgemeinschaften einbezogen. Generell brachten die Siedler die besseren Methoden eines effektiven Ackerbaus und Viehzucht mit und erreichten zusammen mit dem positiven Einfluss der Mönche entscheidende Verbesserungen des bäuerlichen Lebens.

Auch alle Handwerke, besonders solche, die zur Unterstützung und Ergänzung der Landwirtschaft dem Betrieb von Ziegeleien, Wassermühlen, Schmieden, Webereien Imkerei und Fischzucht dienten, wurden von den Mönchen und den Laienbrüdern beherrscht. Über alldem herrschte die Abtei. In ihr planten, führten und kontrollierten Mönche arbeitsteilig und planmäßig das Geschehen. Die Klöster waren eigenständige funktionierende und gewinnbringende Wirtschaften mit erheblicher Entwicklungskraft.

Für den gleichzeitig im Land wirtschaftenden Adel waren solche Vorbilder Grund genug sich dieser Fähigkeiten zu bedienen, indem man hier und da Mönche auf seinen z.T. maroden Höfen gewinnbringend einsetzte.

Der Bau der Kirchen zur Verbreitung und Festigung des Glaubens

Gern setzte man sie auf einen Hügel der die Umgebung beherrschte. Die Kirchhöfe baute man , wie der Name es sagt, immer in unmittelbar daneben. Zwar galt die Auffassung alles worüber die Glocken gehen ist heilig, trotzdem war der Kirchhof oft ein Ort abergläubischer Scheu für die neugetauften Wenden. Häufig waren die Kirchen mit Vorbedacht an Plätzen errichtet, die den alten Göttern heilig gewesen waren, als weiteres äußeres Zeichen der Größe des neuen Glaubens. Gänzlich anders der Baugrund des Münsters. (Siehe Absatz „Die zweite Gründung des Klosters…“) Dieser Baugrund stellt noch heute außerordentliche Anforderungen an wasserbauliches Ingenieurwissen und wirft mindestens zwei Feststellungen auf. Die Entscheider für den Bauplatz hatten Gewißheit über die Fähigkeiten ihrer Bauleute. Die Symbolkraft der Ereignisse bei der Platzwahl war so stark, daß alle

Das Hauptziel, die Christianisierung wurde gleichzeitig verfolgt. Die Festigung des christlichen Glaubens betrieben die Mönche mit Eifer. Planmäßig brachte man Kirchenbau in den Dörfern voran und Mönche des Klosters waren die ersten Prediger.

Es war zunächst die Einfachheit und nicht der spätere Prunk der entsprechend des Lebensmottos der Zisterzienser auch die Ausstattung der Kirchen bestimmte. Anfänglich in der geläufigen Holzbauweise gefertigt sah man in der Folge häufiger Bauten aus Felsen oder Kombination aus beidem. 1232 wurde die erste Kirche geweiht. Ein bedeutend kleinerer im romanischen Stil erbauter Vorläufer wurde durch Blitzeinwirkung stark beschädigt.. Unter Einbeziehung der verbliebenen Teile dieser Kirche wurde die neue heutige Kirche, das Doberaner Münster, etappenweise in einer Bauzeit von ca 40 Jahren erbaut. Durch die eindeutige Feststellung des Alters der Dachkonstruktion mit dem Jahr 1296, wird von einem Baubeginn ca. 1280 auszugehen sein.

Schon bald nach seiner Stiftung umfasste es einen Bezirk, mit den heutigen Kirchspielen Parkenthin, Rethwisch, Doberan, Steffenshagen Kröpelin. Im 14. Jahrhundert übte die Abtei bereits über neun Kirchen das Patronat aus. So war das älteste Kloster Mecklenburgs und zur glanzvollsten geistlichen Stiftung im Lande geworden. Die Hauptkirche, das Münster des Klosters Doberan mit seiner an kirchlichen und weltlichen Symbolen reichen Ausstattung entwickelte sich zu einem bedeutenden Walfahrtsort in Nordeuropa. Kirchliche und weltliche Macht widerspiegeln die Beisetzungen vieler gekrönter Häupter aus den verschiedensten Linien und legen ihrerseits großes Zeugnis von der kirchlichen und weltlichen Verbundenheit und Einigkeit ab. Neben der baulichen Mächtigkeit war mit dem Kloster und seinem Münster ein beeindruckendes Machtsymbol entstanden.

Betrachten wir die Entstehung und Ausbreitung der Zisterzienserklöster in Europa so ist die rasche Folge auffallend. Gleichzeitig schritten die Kirchengründungen von West nach Ost voran. Das Kloster schickte seine fähigsten Mönche in die Kirchen in denen sie die ersten Priester waren. Die Zahl der Kirchen hatte sich im 13. Jahrhundert sehr vermehrt. Es waren zunächst Gebäude aus Holz, mit Stroh oder Reeddächer oder bestenfalls in der Bauweise des damals moderneren einfachen Fachwerks gefertigt.

Wer waren die Zisterzienser?

Der Zisterzienser-Mönch war eine Zusammensetzung aus Bauer, Ökonom und Geistlichem. Von jeher zeichnet sich der Orden durch Häuslichkeit und Arbeit, durch Beförderung alles Nützlichen und eine weise Ökonomie aus. Das in fürstlicher Hand liegende Bücherabschreiben war den Mönchen nur gegen eine besondere Erlaubnis des General-Kapitels gestattet, ebenso verbieten die ältesten Institutionen von Zisterz, dass die Mönche nicht von fremdem Schweiß und Verpachtung ihrer Güter leben sollten, sie befahlen ihnen vielmehr, ihren Unterhalt durch eigener Hände Arbeit zu beschaffen.

Straff organisiert bildeten die Zisterzienser unter allen Mönchsorden als erste eine förmliche Vereinigung aller ihrer Klöster. Mit anderen Worten sie bündelten ihre Fähigkeiten und pflegten konsequenten Erfahrungsaustausch. Mittel zur Umsetzung dieses Vorhaben waren die Visitationen.

Regelmäßig visitierte das Mutterkloster die Nebenklöster und das General-Capital erhielt und behielt die Aufsicht über das Ganze. – Bald erkannten die herrschenden wendischen Fürsten, wie geeignet der Zisterzienserorden zur Bekehrung ihres heidnischen Landes war und unterstützten die Entwicklung durch großzügige Landschenkungen und weitere Klostergründungen. Im zwölften Jahrhundert wurde es ordentliche Mode, Klöster dieses Ordens zu stiften, ganz besonders in den wendischen Ländern Mecklenburg, der Mark Brandenburg und Pommern. Beispiele für weitere Klostergründungen gibt es inder weiteren Nachbarschaft des Klosters Doberan sind Dargun, Dobbertin oder Rühn. Die Errichtung kleiner und größerer Kirchen geschah in konsequenter rascher Folge in den eben erworbenen Siedlungsgebieten und ermöglichten modern gesprochen, die netzwerkartige Verbreitung und Festigung des christlichen Glaubens.

Das Kloster mehrt seinen Besitz und gewinnt an Bedeutung

Einfluss und Reichtum des Klosters ergänzten einander und waren wohl genutzte Triebkraft des Erfolges. Allerdings war der Wert der Stiftungsgüter nicht so übermäßig groß, sondern wurde den Landesherren erst durch die Mönche nutzbar. Spätestens nach einigen Menschenaltern stand die Kloster geschenkte Wüstenei als ein blühender Landstrich voller christlicher Dörfer da.

Dass die Zisterzienser-Mönche von jeher auf den eigenen Gütern bede- oder zehntfrei lebten, beförderte ihren Trieb nicht wenig. Daneben waren es die baren Erlegnisse aus dem schwunghaften Handel mit allen Produkten und sogar der Zugriff auf Zolleinnahmen aus dem überaus üppig florierenden Herings und Salzhandel.

So besaß es sehr viele Mühlen, Salzquellen, Beteiligung an Leih-und Tauschgeschäften und Privilegien innerhalb und außerhalb seines Amtsbereiches, beispielsweise das allgemeine Strandrecht und den Zugang zu Fang und Transport des Herings. Manche Schuld einiger über ihre Verhältnisse lebenden Schuldner wurde durch Landüberlassung ans Kloster getilgt. Wir sehen, dass die Mönche längst ursprüngliche Tugenden der Einfachheit aufgegeben hatten und sich durchaus gleichzeitig auf Geld und Immobiliengeschäfte verstanden.

In späteren Zeiten gelang es dem Kloster weniger durch Schenkungen, als viel mehr durch eigene Tüchtigkeit zu einer Mehrung des Reichtums zu kommen. Die Schreibkundigkeit und das kaufmännische Wissen sowie gute Kenntnisse im Geldverleih und Beteiligung an Finanzgeschäften brachten zusätzlich hohe Gewinne ein. Die Mönche waren perfekt in der Schreibkunst und der Anfertigung von Urkunden. So widerstanden sie der Versuchung keinesfalls, gelegentlich Manipulationen zum eigenen Vorteil vorzunehmen, die vielfach bewiesen sind. Urkunden, in denen von Schenkungen an das Kloster die Rede ist, sind im Nachhinein so manches Mal manipuliert gewesen.

Die Landesherren erkannten sehr früh die Bedeutung des Klosters für die umfassende Hebung des gesamten Lebensbereiches und ihren eigenen Nutzen und allzeit Förderer auf ganzer Linie

Der Reichtum und die Bedeutung der Doberaner Abtei findet vor allem Ausdruck in den Gebäuden, die in dreieinhalb Jahrhunderten vor der Reformation entstanden und zum Teil bis heute erhalten sind. Der gesamte Klosterbezirk ist von einer 1400 Meter langen Mauer aus dunkelrotem Backstein umgeben. Der Ziegelverband und die Farbe lassen die Entstehung im 13. Jahrhundert erkennen.

Prachtvollste Stiftungen, die noch heute Zeugnis dieser Zeit beachtenswerten geschichtlichen Periode ablegen. Die Zisterzienser Mönche hatten den Christenglauben im Wendenlande begründet und gefestigt, das geistige Leben gefördert und das Kloster Doberan zu einem geistlichen Mittelpunkt über Deutschland hinaus in Nordeuropa werden lassen. aus Dankbarkeit für die Verbindung zwischen der weltlichen und geistlichen Macht wird für immer bekundet durch das W a p p e n d e s F ü r s t e n v o n M e c k l e n b u r g an dem Gewölbe über dem Hochaltare des Münsters.

Auch war es im 13. Jahrhundert die Überführung des Leichnams des unvergessenen Landesfürsten Pribislav aus der Michaeliskrche in Lüneburg nach hier, die das Doberaner Kloster in seiner Bedeutung erhob. Es war zum Hauptkloster aufgestiegen und fortan die Begräbniskirche der Landesfürsten.

Es ist wohl nicht unbescheiden, wenn man mutmaßt dass die Bewohner der Dörfer, die sich fast gleichzeitig um dieses stolze markante Bauwerk ansiedelten, in irgendeiner Weise einbezogen waren. Obwohl die Baustellen dieser Größe zu der Zeit über gut organisierte und speziell ausgebildete Bauleute verfügten, gab es natürlich einen großen Anteil an einfacheren Arbeiten. Weil nur die Bauern über Zugvieh, wie Ochsen und Pferde verfügten, werden die Hand- und Spanndienste in Anspruch genommen worden sein. Daneben boten die klostereigenen Ziegeleien, Wassertechniken, und Fischzuchtanlagen, die Mühlen und Schmieden, die Obstbaum-und Bienenzucht einen immensen Arbeitkräftebedarf. Die besondere Beziehung unseres Dorfnamens zur Glasherstellung ist im Artikel beschriebendurch die Zisterzienser entstanden ihren Vorfahren einen kleinen Teil irgendeiner Mitwirkung an diesem großen Werk einräumen. Die Gesamtleistung des Wirkens der Mönche drückt sich am besten in dem oft zitierten Spruch aus:

Unter dem Krummstab ist gut leben!

1945: Kapitulation Deutschlands

In den ersten Maitagen 1945 ist die sowjetische Rote Armee aus Rußland kommend im Kreis Bad Doberan angekommen. In einer Abhandlung zur Geschichte der Stadt Bad Doberan ist nachgewiesen:

Am 1. Mai 1945 erreichen sowjetische Panzer Rostock. Am 2. Mai 1945 nähert sich Bad Doberan gegen 11.00 Uhr eine sowjetische Panzerspitze dem Stadteingang. Sie gehörte zur 3. Panzerbrigade und stand unter Befehl von Oberst Jegorow.

Gegen 15.00 traf eine größere Vorhut der Sowjet-Armee ein. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung Kröpelin. Daraus kann ich ableiten, dass am 03.05.1945 Einheiten der Sowjet-Armee, in den Vormittagstunden aus Richtung Retschow kommend, in Glashagen einrückten. [24] Die Zeitzeugen Ernst Niemann [26] und Günter Lack [24] liefern weitere Beschreibungen zu den Tagen im Frühjahr 1945 in Glashagen. Weiterhin finden sich beim Neubeginn der Schule ausführliche Beschreibungen aus der Zeit, aufgeschrieben vom Lehrer Erich Schönfeld. Der erste Bürgermeister nach dem Krieg, war der Maurer Friedrich Niemann aus der Häuslerei 2, er schrieb einen aufschlußreichen Bericht über die Anfangszeit als Bürgermeister.

„1945: Kapitulation Deutschlands“ weiterlesen

1945 Bodenreform /Enteignungen

Die Bodenreform von 1945 stand am Anfang der Neuordnung der landwirtschaftlichen Eigentumsverhältnisse nach dem 2. Weltkrieg in Ostdeutschland. Unter der Losung „Junkerland in Bauernhand“ wurde privater Großgrundbesitz über 100 Hektar enteignet. Das Gutshaus und etwa 200 ha Land des Hofes Glashagen befanden sich seit 1921 im Besitz von Otto Kuntze. Wie überall in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone wurde auch auch hier in Glashagen sein enteigneter Besitz an Neubauern vergeben. Die Empfänger des Ackerlandes erhielten 4 ha bis 8 ha. Die Enteigneten wurden mit einem Aufenthaltverbot belegt, das weit über die Grenzen ihres ehemaligen Besitzes hinaus ging. Im damaligen Selbstverständnis wurde der Befehl allgemein gern befolgt und das Land den Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten aber auch hiesig ansässigen Büdnern und bis dahin besitzlosen Landarbeitern übergeben. Maschinen für die bis dahin großräumig bewirtschaften Flächen waren überwiegend beschlagnahmt worden, man setzte auf Ochsen und Pferdekraft gegenseitige Hilfe und vor allem Eigeninitiative.

Die Bodenreform und Bildung der ersten LPG

(Landwirtschaftliche Produktions Genossenschaften)

Die Bestrebung der ländlichen Bevölkerung Land, Eigentum und Selbständigkeit zu geben liegen über zwei Jahrhunderte zurück […]. Erinnert sei an die ersten Büdneransiedlungen 1753 und nachfolgende Landvergaben oder z. B. die Siedleransetzungen nach 1919. Mit der Einführung der Gemeindeordnung 1869 verfügte das Dorf über sogenannten Einliegeracker und weiteres Gemeindeland ausschließlich bestimmt für die „landlosen“ Dorfbewohner. Dieser Acker wurde in mehrjährigen Perioden in Kaveln (Abschnitte kleiner als 200 Ruthen) verpachtet. Diese Flächen dienten der reinen Ernährung der Familien der Siedler und Mietbewohner. Wie an anderer Stelle erwähnt hatte sich die Dorfbevölkerung von Glashagen unmittelbar nach Kriegsende 1945 auf das Doppelte erweitert, alle suchten nach einer neuen Lebenslage und Existenz.

In unserer Gemeinde standen aus der Enteignung des Gutshofes gute 220 Hektar zur Aufsiedlung zur Verfügung, die zur Bildung von 12 Neubauernstellen genutzt wurden. Entsprechender Wirtschafts-und Wohnraum dazu mußte aus dem Wenigen vorhandenen geschaffen werden. Alle alle Gebäude des Hofes Glashagen wurden einbezogen. Mehrere Familien erhielten direkt im Gutshaus und in den Katen des Ausbaus Unterkunft. Einige Familien fanden durch Um-und ausbau der größten Stalles eine Bleibe.

Es waren die Familien Wachholz, Steinke,Chlupka, Mileschko, Boseck, Schleiff, Nevermann, Klinkmann, Noll, Rampf, Bartz und Pirnack, die mit der Übernahme von jeweils ca. 8 ha den Neuanfang wagten. Man muß dazusagen daß einige vorher keine Bauern gewesen waren.

Einigen vorher schon in Glashagen als Büdner oder Siedler arbeitenden übergab man etwa 4 ha Bodenreformland zur Ergänzung und Gleichstellung mit den Neusiedlern.

Professor Gierke dazu: Ein Neubauernprogramm sorgte durch günstige Kredite, bevorzugtes Errichten von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und nicht zuletzt durch die angemessene Pflichtablieferung ihrer Produkte an den Staat für eien beschleunigeten Aufbau ihrer- und Lebensgrundlage.

Wesentlich ungünstiger hatten es jedoch die Bauernhöfe mit über 20 Hektar, die gerade durch eine überhöhte Pflichtablieferung in eine ganz verzweifelte wirtschaftliche Lage gerieten. Oft sahen sie keinen anderen Ausweg mehr, als in den 50er Jahren gen Westen in die Bundesrepublik zu gehen, wie z.B. die beiden Bauern Griese (Hufe III und Breide Hufe II) […].

Im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen 1989/90 erhielten beide Familien ihr Eigentum zurück. Familie Breide bewirtschaftet ihre auf Glashäger Feldmark von Allershagen aus. Familie Griese hat ihre Flächen an Familie Breide verpachtet.

1945/46 Gutsinspektor

Auf dem Hof I Glashagen ist der Bauer Martin Eimterbäumer im Januar 1946 verstorben. Carl Köpke bis dahin Gutinspektor auf dem Hof Glashagen, übernimmt die Bewirtschaftung des Hofes I bis zur LPG – Bildung 1953. Die Witwe Eimterbäumer verläßt mit ihren Kindern 1947 Glashagen in Richtung Herfort. Siehe auch Kapitel Hof I.

1936 Hof und Dorf zusammen

1933 hatte die Nationalsozialistische Partei Deutschlands die Macht ergriffen und die gesamte Gesellschaft verändert. Die Verwaltung war umfassend von ihrer Ideologie beherrscht. Folgerichtig wurden die Strukturen der ländlichen Verwaltung allenthalben gestrafft und jegliche Einflußnahme der auf den Gütern bis dahin regierenden Besitzer unterdrückt.

„1936 Hof und Dorf zusammen“ weiterlesen

Wegebau in Glashagen

Die allgemeine Situation:

Die Wege in Glashagen und die Erhaltung ihrer Brauchbarkeit waren, wie in allen Dörfern unseres Landes ein dauerndes Problem. Wegebesserung war über Jahrhunderte eine der wichtigsten öffentlichen Leistungen der Bewohner. Wege bestanden aus einem Gemisch aus Lehm und Kies, das festgestampft wurde. Regelmäßige Auswaschungen ließen immer wieder ganze Bereiche unpassierbar werden. Die Intervalle der Reparaturen waren kurz und beschränkten sich bestenfalls auf das Erreichen des alten Zustandes.

„Wegebau in Glashagen“ weiterlesen

1933: Reichserbhofgesetz

Das Reichserbhofgesetz diente lt. Wikipedia dazu: Die Höfe vor Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen. An die Unveräußerbarkeit des landwirtschaftlichen Bodens geknüpft, führte das Gesetz zu Unzufriedenheiten, da man doch gerade erst in den 1860er Jahren aus den Zeitpachthöfen mit ihren Hauswirthen stolze Erpächter gemacht hatte.

„1933: Reichserbhofgesetz“ weiterlesen

1922: Sitzung des Schulvorstandes

Im Protokollbuch der Gemeinde Glashagen findet sich am 17. Juni 1922 der Eintrag „Sitzung des Schulvorstandes“. Als Gemeindevertreter gehören dem Schulvorstand an: Herr Erbbesitzer Heinrich Griese (Dorf) , Herr Gutsbesitzer Baller (Hof). Als Elternvertreter die Büdner Bartels und Heiden (Dorf) und Herr Altschwager (Hof), passiv Lehrer Buß:

„1922: Sitzung des Schulvorstandes“ weiterlesen

1919: Bürgermeisterwahl

Auszug aus dem Protokollbuch 1872 bis 1941

1919 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft, Mecklenburg- Schwerin wurde Freistaat. Es kam zur Einführung des ersten deutschen Verhältniswahl-Gesetzes. Ein neuer Landtag und die Erneuerung der Form ländlicher Verwaltung folgten. Die Zeit der Herzöge und Großherzöge war vorbei. Wahlen waren angesagt. Die Wahl betreffend traten zwei entscheidende Neuerungen in Kraft, die die Machtverhältnisse im Dorf Glashagen auf den Kopf stellen sollten: 1. Frauen dürfen erstmals wählen und das allgemeine 2. das Wahlalter wird von 25 Jahren auf 20 Jahre herabgesetzt. Damit waren größere Wählerzahlen entstanden.

„1919: Bürgermeisterwahl“ weiterlesen

1912 Gutshofpächter Baller

Zeitzeugin Erika Westendorf:

In meiner Jugend war der Besitzer ein Baller. Er hatte mit der ersten Frau 6 Mädchen. Bei der Geburt des 6. Kindes starb sie im Moorbad, damals auch Krankenhaus. Gleichzeitig starb dort auch die Gemahlin des Herzog Adolf-Friedrich von Mecklenburg. Es muss Anfang der 20-ziger gewesen sein. [PS. Es war am 18.12 1918; sie hieß Victoria Feodora Reuß lt. Wikipedia.] Ballers zweite Frau bekam dann nur Jungens, 6 an der Zahl, sie beschäftigten damals auf dem Gut zwei Mädchen, die nur mit der Kinderwäsche beschäftigt waren. [33]

Karl Baller wird das Erlegen eines starken Hirsches, eines Zwanzigenders im Oktober 1919 zugeschrieben. (Siehe Skizze) [09]

Artikel aktualisiert am 17.02.2020

1906 Erschließung Quellental

Die Kunst, mit der Wünschelrute Quellen zu entdecken, ist alt. Lange wurde sie bezweifelt und bestritten, erst neuerdings hat die Wissenschaft sie anerkannt, unter anderem deshalb, weil sich im Weltkriege (hier gemeint der erste Weltkrieg 1914 bis 1918) die Brauchbarkeit der Wünschelrute bei der Feststellung von Wasserläufen gezeigt hat.

Der Rutengänger benutzte Hasel- oder Weidenruten, Drahtgabeln, Aluminium usw … Es gibt auch natürliche Wünschelruten, das heißt merkwürdig gebogene Bäume, die eben durch ihre ungewöhnliche Gestalt, auf das Vorhandensein eines Wasserlaufes bzw. einer Quelle hinweisen.

Wir können von einem Fall berichten, da die Entdeckung einer Heilquelle solchen Wünschelruten zu verdanken ist. In dem vom Goldbach durchflossenen Weinkellertal am Teufelsberg, auf dem Gute Glashagen in Mecklenburg bei Doberan, einer ausgesprochenen Moränelandschaft, gibt es Bäume die alle nach der gleichen Richtung abgebogen sind. Dieser Umstand gab Veranlassung zu Bohrungen. Man fand zwei vorzügliche Mineralwässer, von denen das eine ein Tafelwasser, das andere ein Heilwasser ist.

Artesischer Ursprung liegt bei beiden Quellen vor. Im ganzen weist das Tal über 60 eisenhaltige mineralisierte Quellen auf. Die Analyse der Heilquelle hat hohen Gehalt an Kieselsäure oder Silizium (H2,Si O3) ergeben, ein lebenswichtiger Stoff; sie ist Akkumulator und Isolator für Eigenelektrizität und Lebenskraft. Der Gehalt an Kieselsäure bestimmt mit die Schutz und Heilkraft des Blutes sowie die stärkere oder schwächere Phagozytose Verzehrung (Verzehrung von Fremd-und Krankheitsstoffen durch Freßzellen).
[Quelle: „Die Wünachelrute 1928“] [53]

Soweit ein unterhalsamer zeitgenössischer Ausflug zu dem Thema mit gewagten Details, die auch jetzt, fast 100 Jahre später noch „verkauft“ werden könnten. Lt. Wikipedia gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis über das Aufspüren von unterirdischen Quellen oder Wasserläufen mittels einer Wünscheltute. Gleichzeitig schwören auch heute noch eigentlich alle Brunnenbauer auf diese Methode!

Wappen der Familie von Blücher, es hat anfänglich als Markenzeichen für das abgefüllte Quellwasser gedient.

1906 erwarb Hans von Blücher das Quellental und begann mit der Erschließung und Wirtschaftlichen Nutzung des Mineralwassers von dort.

Zeitzeugin Erika Westendorf: [33]

Blücher ließ im Quellental bohren. Aufmerksam geworden durch schlanke Bäume, die sich mit den Kronen zur Erde neigten. (Wünschelruten). Als Arbeiter vom Gut waren tätig: Carl Reincke, später im Werk Doberan tätig als Vorarbeiter, und Otto Krohn, später Büdner in Stülow (Büdnerei V , wo heute Timm wohnt). Das Wasser erwies sich als stark Siliziumhaltig . ( Kieselsäure) Über 100 Quellen wurden im Brunnenhäuschen gesammelt und in zwei Leitungen mit natürlichem Gefälle nach Doberan geleitet ( Keramik und Kupfer ). Von der Kupferleitung will die Glashäger heute nichts wissen. Heute kommt das Wasser aus Tiefbrunnen eines angekauften Areals von Hohenfelde.

Einige weitere Erläuterungen findet man in einer wissenschaftlichen Schrift zur Untersuchung des Bäderwesens und die Entwicklung im medizinisch vorbeugenden und touristischen Bereich erschienen ca 2004:

Zur Geschichte der Glashäger Silicium-Heilquelle

Im Jahre 1906 wurden vom damaligen Besitzer des Gutes Glashaden bei Doberan Bohrungen ausgeführt, welche eine neue Mineralquelle zu Tage förderten. Das Wasser wurde vom Geheimen Regierungsrat Professor Dr. H. Fresenius-Wiesbaden untersucht. Man verglich das mecklenburgische Quellwasser in seiner Zusammensetzung mit Quellwasser aus südlicheren Gefilden und befand, dass es sich in der „Welt“ sehen lassen kann.

Das Wasser der Glashäger Mineralquelle wurde von Glashagen nach Doberan geleitet, wo selbst die inzwischen gegründete Gesellschaft Mineralquelle Glashagen GmbH zu Doberan eine mit den modernsten Maschinen eingerichtete Abfüllstation am Bahnhof Doberan errichtete.

Im Jahre 1910 wurde Glashäger vom Kaiserlichen Patentamt zum Markenzeichen erhoben, damit war der Grundstein der Entwicklung zum Markenartikel gelegt. Im Jahre 1939 erwirbt die Firma Geroldsteiner die Glashäger Mineralquellen, wird jedoch 1946 von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet. Im Jahre 1950 erfolgt eine zweite Enteignung durch die DDR- Regierung. Als Mitglied der Rostocker Brauerei füllte der Mineralbrunnen jedoch weiter Mineralwasser ab und entwickelte sich nach dem Margon- Brunnen zum zweitgrößten Brunnenbetrieb der DDR. Im Jahre 1990 kaufte die Firma Gerolsteiener den Glashäger Brunnen wieder zurück. Seit dem Jahr 2oo3 gehört der Brunnen zur Brau und Brunnen AG. Dank umfangreicher Investitionen ist Glashäger heute die bedeutendste Mineralwasser-Marke in Mecklenburg- Vorpommern und mit einem Absatz von 500 000 Hektolitern an Mineralwasser und Erfrischungsgetränken Marktführer in unserem Bundesland.

Der Glashäger Quellentempel, errichtet am Ort der Ursprungsquelle erinnert noch heute an die Anfänge des Glashäger Brunnens. Stetig steigende Füllmengen machten jedoch die Erschließung neuer Quellen notwendig, die im Umkreis von drei bis 4 Kilometern in 80 Meter Tiefe im Glashäger Quellental liegen.

Diese architektonisch auffällige Quellgebäude ist in leicht zurückgebauter Form immer noch einen Ausflug wert, liegt es doch inmitten einer sehenswerten Naturlandschaft an einem oberirdischen Quellbach umgeben von einem alten urwüchsigen Baumbestand als Bestandteil des Naturschutzgebietes.

Artikel aktualisiert am 16.09.2020

1876 Feuer Westendorf

24. Otober 1876: In der heutigen Dorfversammlung trug der Schulze Borgwardt vor, daß die Witwe Ahrend hierselbst in dem Brant der Westendorf´schen Büdnerei ihre sämtlichen Sachen verloren habe und ob ihr die notwendigsten Sachen z.B. ein Bett, eine Bettstelle u.V.m. aus der Gemeindekasse bewilligt werden sollte. Alle Anwesenden erklärten, daß sie die notwendigsten Sachen haben müßte und bevollmächtigten den Schulzen Borgwardt die Sachen nach seiner besten Ansicht kaufen und die Mitteln zur Ankaufung aus der Gemeindekasse zu nehmen. Borgwardt (Schulze), Thamms Büdner [05 ]

Protokollbuch Glashagen Dorf

Das Protokollbuch für das Dorf beginnt am 21. September 1871. Anlaß der Bildung einer Gemeindeverwaltung unter Vorsitz des Bürgermeisters ist die „Revidierte Gemeinde-Ordnung für die Dominal-Ortschaften.“ 29. Juni 1869. Erstmals regieren die Bürgermeister nicht mehr allein. An ihrer Seite stehen ab dieser Zeit und für alle Zeiten zunächst vom Amt bestätgte repräsentative Dorfbewohner, ab 1919 werden alle gewählt.

„Protokollbuch Glashagen Dorf“ weiterlesen

1869: Gemeindeordnungen in Mecklenburg

Die Grundzüge der Gemeindeordnung für die Domanial-Ortschaften waren folgende: In den Domainen bildeten die Dorfschaften Gemeinden innerhalb der Grenzen der Feldmark . Die Ordnung trat durch ein für jede einzelne Gemeinde vom Ministerium des Innern bestätigtes und dem Großherzoglichen Amt Doberan erlassenes Statut in Kraft. Die Zeit der alleinigen Dorfführung durch nur einen Bürgermeister war vorbei. Nach wie vor gabes natürlch den den Dorfschulzen, der vom Landesherren (Großherzog) , aus allen Gemeindeangehörigen benannt und durch das Amt Doberan in Eid und Pflicht genommen wurde. Ausdrücklich behielt er alle bisherigen Emolumente. (Vergütungen). Für den Dorfschulzen und die übrigen Stellen der neuen Gemeindeverwaltung galten strikte sehr eindeutige Bedingungen. Dazu hieß es im §9:

  1. Jeder Gemeindeangehörige ist zur Übernahme des Schulzenamtes verpflichtet. 2. Die unbesoldeten Stellen der Gemeindeverwaltung, namentlich als Schöffe, Beauftragter zur Dorfversammlung, Ausschußmitglied usw. muß jeder übernehmen, der für seine Person oder durch einen Beauftragten an der Dorfversammlung teilnehmen kann und muß. Zur Ablehnung berechtigt jedoch ein Alter über 60 Jahre, Gebrechlichkeit oder anhaltende Krankheit. Auch kann wer 6 Jahre eine unbesoldete Stelle bekleidet hat, die weitere Übertragung derselben für diee nächsten 6 Jahre ablehnen. Die Niederlegung einer unbesoldeten Stelle vor Ablauf des Zeitraumes, für welche dieselbe übertragen ist, kann gleichfalls nur wegen Krankheit oder Gebrechlichkeit geschehen. Die erste Entscheidung über eine Ablehnung oder Niederlegung trifft die Dorfversammlung, bei Schöffenstellen jedoch das Amt.

Die Ortsvorsteher waren die Verwalter der Ortspolizei und hatten namentlich für:

a) die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu sorgen, strafbaren Handlungen vorzubeugen. Vagabonden und fremde Bettler zu verhaften und ans Amt Doberan auszuliefern. b) Feld-und wegepolizeilich zu walten. c) Bei Visitationen Beistand zu leisten – überhaubt das Amt zu unterstützen. Diese Aufgabe hatte der Ortsvorsteher in Alleinverantwortung.

Die Gemeindebehörden bestanden aus dem Schulzenrat und der Dorfversammlung. Der Schulzenrat (incl. Dorfschulze) leitetete und führte die laufenden Geschäfte, er vertrat die Gemeinde Dritten gegenüber, verwaltete das Rechnungs-und Kassenwesen, traf in dringlichen Fällen die Dorfversammlung, bereitete Beschlüsse vor, beschloß sie und führte sie aus.

Gegenstand der Verwaltung der Gemeinde waren: Das Armenwesen, das Gemeinde=Schulwesen, die Instandhaltung der Landstraßen, der Communikationswege, der Dorfwege, das Entwässerungswesen, die Räumung von Flüssen und Bächen, die Anlegung und Räumung von Gräben und Deichen innerhalb der Feldmark. Darüber hinaus: Die Haltung der Nachtwächter, das Feuerlöschwesen, das vorhalten von Begräbnisflächen, die Haltung einer Hebamme und Totenfrau, alles was überhaupt den Gemeinden gesetzlich oder in sonst verbindlicher Weise zugewiesen war oder zukünftig werden würde. Zur Umsetzung der Gegenstände der Gemeindeverwaltung konnte diese eigene Ordnungen erlassen in denen Übertretungen Geldstrafen nach sich zogen. Alle Zahlungsverweigerungen wurden auf dem Zwangsweg durch Organe des Amtes eingeholt.

„1869: Gemeindeordnungen in Mecklenburg“ weiterlesen

1850: Regulativ für Einlieger

Protokollum, gehalten im Amt Doberan am 28sten October 1850; des Herrn Geheimen Amtsrath Hundt.

Die heutige Tagesfahrt war beraumt worden, um die Hauswirtheinlieger des Dorfes Glashagen mit einem Regulativ bei neuer Verpachtung des Dorfes rücksichtlich ihrer öconomischen Beziehungen zu Hauswirthen zu verfahren und hatten sich der Schulze Niemann, sowie die Hauswirthe Westendorf und Griese mit welchen dieser Gegenstand besprochen werden sollte, ladungsmäßig eingefunden.

„1850: Regulativ für Einlieger“ weiterlesen

1845 Dreierhof

Es war nicht unüblich, daß gerade bei den großen Höfen im Pachtgeschäft ein zahlungskräftiger Pächter mehrere Höfe an sich brachte und diese dann unterverpachtete oder mit einem Inspektor besetzte. An der öffentlichen meistbietenden Verpachtung nahmen längst auch Geldleute aus den Städten mit Spekulationsabsichten auf die Erlangung möglichst hoher Renditen orientiert, teil. Es ist vorstellbar, daß besonders in solchen Fällen die Anforderungen an das Hofpersonal entsprechend hart waren, weil entsprechendes Fachwissen fehlte und die Gewinnorientierung des „Besitzers“ alleiniges Regime hatte. In einer Pachtperiode waren die Höfe Althof, Glashagen und Teutenwinkel zusammen an einen Rostocker verpachtet worden.

1832: Zweiter Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir Paul Friedrich von Gottes Gnaden, Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Sargard Herr! Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir nach vorausgegangener neuer Regulierung der Dorf Feldmark G l a s h a g e n, Amts Doberan den Hauswirthen daselbst nachstehende verbindliche Pachtversicherung ertheilt haben.

„1832: Zweiter Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte“ weiterlesen

1828 Erbpachthof

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts läßt sich besonders unter den großen Höfen eine merkliche Zunahme der Erbpachtstellen im Gebiet des Amtes Doberan verzeichnen. In diesem Fall sind die Höfe Fulgen und Glashagen im gleichen Jahr 1828 vererbpachtet worden. Die Vererbpachtung erfolgt aus einer Hofmeierei. [37] und [42]

Gut dazu paßt eine Passage des Chronisten Karl Baumgarten, in der er berichtet, daß der Pächter von Hof Glashagen Herr von Blücher behauptet, daß der jetzige Hof im Jahre 1827 errichtet sei. Zu diesem Zeitpunkt sei der Acker von 3 Stellen zusammengelegt worden und zwar handelt es sich um folgende Stellen: Eine Waacksche Stelle, eine Plüggesche Stelle und die alte „Meierei„, die Pertinenz von Althof. [09] Eigene Ergänzung: Meiereien wurden durch landesherrliche Beamte und Administratoren verwaltet, ihre Einkünfte gingen direkt an die fürstliche Kasse. Vergl. Amtsordnungen 1583 und 1660!

Althof war der Haupthof auf dem die Bauern von Dorf Glashagen und weiteren 6 Dörfern, nämlich Parkentin, Sievershagen, Allershagen, Schutow sowie Hohenfelde und Bargeshagen teilweise, bis in die 1750er Jahre Dienstpflicht leisten mußten. Danach wurden diese Höfe ohne Dienste meistbietend verpachtet. [04]

1801 Sammelholz

Solche Klarstellungen in aller Öffentlichkeit (hier handelt es sich immerhin um ein Gesetzblatt) kamen nur in seltenen Fällen vor. Es lohnt sich genau hinzuschauen: Der Herzog Friedrich Franz belehrt den Oberforstmeister Behr zu Doberan dass unter dem Deputatholz unseres Amthauptmannes Wachenhusen (im Pachtvertrag festgelegt) Knüppelholz und nicht Reisigholz zu verstehen ist. Was mag vorausgegangen sein wenn man für so eine Richtigstellung zwischen den beiden ranghöchsten Beamten des Amtes Doberan einen Herzog als Schiedsrichter bemühen muß?

1794 Schmiede

Durch den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich von 1755, § 259 waren nur wenige Handwerker auf dem Lande zugelassen, zu denen der Grobschmied mit einem Gesellen gehörte. Schon 1787 heißt es in einem weiteren Gesetz: „Auf eingegangene Beschwerde wegen Überschreitung des § 259 des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs, nach welchem den Grobschmieden auf dem Lande ausdrücklich nur erlaubt ist,einen Gesellen zu halten,“ wird das Halten eines zweiten nochmal verboten. Weiter wird verfügt, daß kein Lehrjunge erlaubt ist. Schmiedemeister vom Land durften nicht in der oder für die Stadt arbeiten. Offensichtlich war viel Arbeit vorhanden, die auf diese Weise in die Stadt gelenkt werden sollte. Auf Betreiben der dort herrschenden Zünfte war den Landschmieden auch nur die Reparatur der Eisenbeschläge der Wagenräder und der einfachen Ackergeräte erlaubt. So blieb hauptsächlich das Beschlagen der dorf-oder gutseigenen Arbeitpferde, nicht etwa anderweitiger aus dem Umfeld. Ein Mühlen- und Schmiedezwang teilte jedem Ort das verbindliche Nutzungsrecht einer bestimmten Schmiede zu und verhinderte so das Ausweichen auf eine andere Dorfschmiede. So sah Konkurrenzkampf im 18. Jahrhudert aus! Erst 1868 wurde durch den Erlass der allgemeinen Gewerbefreiheit diese strenge unter Strafe stehende Bestimmung aufgehoben. Wir wissen bisher nicht, welcher Schmiede das Dorf und Hof Glashagen verpflichtet waren. Die nächste Schmiede war mit Sicherheit in dem mittelalterlichen Verkehrsknotenpunkt Retschow aber auch Hohenfede und Reddelich hatten eine Schmiede. Auch die Schmiede von Alhof käme in Frage, weil dieser Hof viele Jahre die Hand- und Spanndienste der Glashäger Bauern beanspruchte.


1794 Wachenhusen

Johann Georg Wachenhusen ist Kammerdirektor im Innenministerium des Großherzogs und der Vater von Wilhelm Andreas Friedrich Wachenhusen desPächters von Glashagen Hof und Amtmann in Doberan.

Der Vater Johann Georg Wachenhusen geb.1708; gest.1773 ist höherer Regierungsbeamter in Schwerin und verfasst einen „Vorschlag zur gänzlichen Abschaffung der Leibeigenschaft 1750“ Bekanntlich ist die Leibeigenschaft in Mecklenburg erst 1820 durch Landtagsbeschluß abgeschafft worden. Immerhin wird mit diesem Vorschlag gegen das jahrhunderte alte Interesse und den Willen der herrschenden Ritter und Landschaft gehandelt. Es wird hier erwähnt weil es Rückschlüsse auf die fortschrittliche Gesinnung der Familie Wachenhusen zuläßt, die selbst zu den Herrschenden gehört.

Anmerkungen zum Amtsrat Wilhelm Andreas Friedrich Wachenhusen


Der Sohn von Johann Georg Wachenhusen, Wilhelm Andreas Friedrich Wachenhusen, geb. 1748 ; gest. 1821, ist in den Jahren 1793/94 Mitbegründer des Seebades Bad Doberan und als Amtshauptmann oberster Verantwortlicher für alle Bauangelegenheiten im Amtsbereich Doberan. Er ist Mitglied der vom Großherzog berufenen“ Badekommission“ (siehe unten ) , neben drei weiteren Repräsentanten entscheidend für Entwicklung und Ausbau Doberans und Heiligendamm als Seeheilbad und die baurechtliche Seite der  herzogliche  Residenzen zuständig . Er besitzt weitgehende Vollmachten z.B. die des Großherzogs zu uneingeschränkter Kontennutzung.

Die Badekommission

Vom Großherzog berufen in Badekommission: Amtshauptmann Wachenhusen in Doberan zusammen mit Hofrat Vogel; Amtssekretär Heukendorf und Kammerpräsident Dorne als Intendant. Aufgabe dieser Kommission ist die Beschleunigung und Sicherung der 1793 eröffneten Badesaison im Seebad Heiligendamm. Hofrat Dr. Vogel war Leibarzt des Großherzogs Initiator und wesentlicher Planer der Seebadidee.

Dr. Vogel gabt eine Art Bäderführer heraus, dem er voranstellte: Die Anstalt hat eine Badedirection die vermahlen aus den Herrn Amtshauptmann, Ersten Beamten in Doberan und mir (Gottlieb von Vogel) besteht und außerdem noch einen Oberaufseher, dessen wir uns in der Person des Herrn Cammeraufsehers von Flotow erfreuen. Das ist also die Behörde an die man sich in vorkommenden Fällen zu wenden hat. [52]

Geldbeschaffung für den Bau des Seebades Doberan

1793 „Friedrich Franz I schickt 1.000 mecklenburgische Soldaten nach Oranien (heute Niederlande) und erhält dafür von König Wilhelm V von Oranien 37.000 Silberdukaten pro Jahr zzgl. Entschädigungen bei Verwundung oder Fall.“

Der Herzog lässt diese Einnahmen in den Aufbau des ersten deutschen Seebades investieren und stellt sogleich die ersten 4250 Taler zur Verfügung. Er weist Amtshauptmann Wachenhusen an, alle Kosten aus der herzoglichen Schatulle zu bezahlen und er solle „keine andere Kasse molestieren“ = ( in Anspruch nehmen, belästigen). [20]

1793: Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir, Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir die Hauswirthe zu Glashagen vom Natural–Dienst befreyet sind und ihren nachstehenden Pacht–Contract nachdem der Ertragsanschlag zuvor revidiert worden, [genehmigt, ausgehändigt] haben.

„1793: Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte“ weiterlesen

1779 Inoculation von Rindern

In Mecklenburg grassieren mehrere Rinderseuchen; die tödlichen Verluste haben existenzbedrohende Ausmaße, weil ganze Herden krepieren. Es ist daher ein außerordentliches allgemeines Interesse an der Eingrenzung oder sogar Beherrschung der Seuche vorhanden. Länderübergreifend werden verzweifelt tierärzliche Behandlungsformen gesucht. An einer für die damaligen Verhältnisse wohlorganisierten Versuchsreihe beteiligt sich der Pächter des Hofes Glashagen mit einigem Erfolg. Die Auswertung verschiedener Inoculationen erfolgt im Hannoverschen Magazin 1779
Auf Seite 2 unter Nr. 12 erklärt August Gottlieb Lübke als Pächter von Glashagen Hof, daß seine inoculierten Rinder zwischen die verseuchten gezogen sind und nicht angesteckt wurden. Als Zeugen treten der Amtmann Brüning und der Amtsschreiber Fulda auf.

Auf Seite 3 unter 1) wird die Gesamtzahl von 168 Rindern angegeben, 96 Rinder sind durchgeseucht, also erhalten geblieben und 72 Stück sind gestorben. Beachtlich ist nebenbei die Größe der Herde zur damaligen Zeit auf dem Hof Glashagen.

Im übrigen werden immer wieder aus verschiedenen Gründen die Rinder geimpft. Von einer sogenannten Durchimpfung ist in einem Sitzungsprotokoll der Gemeinde aus dem Dezember 1947 die Rede. Hier erhalten die Bauern Ernst Niemann und Ewald Klempke für Hilfestellung bei der Rinderimpfung im Dorf durch einen Veterinär für 18 Std pro Kopf 0.50 Mark pro Stunde.

1750 aus Pacht

Unter Intelligenz=Sachen : Spezifikation der auf Johannis 1750 aus der Pacht fallenden Herzoglichen Domainen=Stücke…Im Amte Doberan; ,…der Hof Altenhof, der Hof Glashagen… .
Dieses Blatt gehört zu einer Drucksache, wie sie zu der Zeit einem bestimmten Bevölkerungskreis öffentlich zugänglich waren. Weitere untersetzte Papiere enthielten dann den Versteigerungstermin und den Ort der Auktion(Versteigerung). Die Domanialhöfe wurden dazumal schon ohne Ansprüche an die Qualifikation des Erwerbers an den meistbietenden abgegeben. Häufig war er Fachmann also Landwirt, immer häufiger „Geldmann“. Wenn er beispielsweise ein Kaufmann aus Rostock war, setzte er einen Verwalter mit entsprechenden Kenntnissen ein.

Die Feuerordnung von 1681 des Amtes Doberan

Brandschutz in den domanialen Dörfern, zu denen auch Glashagen gehört, begannen nicht erst mit den Gründungen der freiwilligen Feuerwehren Ende des 19. Jahrhunderts. Aufgrund der verheerenden Schäden von Bränden wurden Brandschutzangelegenheiten schon früh per Verordnungen geregelt.

Diese Ordnungen wurden oft ämterweise in spezieller Anpassung herausgegeben. Eine ganz besondere ist diese von 1681 für das Amt Doberan weil

„Die Feuerordnung von 1681 des Amtes Doberan“ weiterlesen

1312, Mittelalterlicher Siedlungsnachweis

Eine Urkunde aus dem Jahre 1312 ist ein sehr frühes Beweisstück für die Existens der Ortschaft Glashagen. In dieser Urkunde sind mehrere Ortschaften genannt, die jede für sich Entschädigungsansprüche an Rostock stellten. Grund waren Plünderungen Rostocker Truppen in umliegenden Dörfern.

Was war dem voraus gegangen?
Heinrich der Löwe lag mit den beiden Seestädten Rostock und Wismar im Kampf. Beide Städte waren damals eigenständig, hatten eine Sonderstellung und gehörten nicht zum Doberaner Klostergebiet. Verbündeter Heinrichs war der Dänische König Erich. Die Rostocker betrachteten das Klostergebiet als dänisches und somit feindliches Gebiet und überfielen einige Dörfer und beraubten die ansässigen Bauern. Aus diesem kriegsrechtlichen Irrtum entstand ein Rückgabeanspruch des Klosters. Ihm verdanken wir die Entschädigungsforderungen einschließlich der Nennung einiger aufschlußreicher Einzelheiten. Die Urkunde wurde mehrfach aus dem Lateinischen übersetzt , der Abschnitt für Glashagen lautet bei Baumgarten [09]:

Schäden in Glashagen. Dem dort wohnenden Arnold trieben sie 5 Schafe im Wert von 15 Schillingen fort. Dem großen Johannes trieben sie ein Pferd im Wert von 6 Mark fort. Dem Johannes Dannebel raubten sie 1 Pferd im Werte von 5 RM. Der Schütze Henning kaufte sich aus der Gefangenschaft für 10 Mark frei. Ludolf kaufte 2 Pferde für 2 Mark zurück. Eda (Bäuerin) kaufte 1 Pferd für 8 Schillinge zurück. Heinrich von Badenmühlen verlor Mühlengeräte im Werte von 2 Mark. Die erste Pfändung umfaßte 34 1/2 Mark, die zweite 15 Mark weniger 1 Schilling (75 Mark und 15 Schilling).

[09]
Eine weitere Schadensaufstellung von 1312 nennt den S c h ü t z e n Henning (woanders Hence)
Artikel aktualisiert am 03.08.2020

1297 frühe Erwähnung von Glashagen

Der Recherche von Professor Giercke [25] verdanken wir diese Urkunde nebst Übersetzung. Die graphische Ausführung des Originals ist ausgesprochen interessant und läßt auf ein gehobenes Schreibbüro der damaligen Zeit (Kloster) schließen. Inhaltlich bestätigte die Urkunde vorangehende Zehnt-Überlassungen abermals. Auch wurde noch einmal der Zweck der großzügigen Überlassungen, nämlich die Erlangung des Seelenheils des Schenkenden genannt. Das Seelenheil, auf diese sehr teure Weise erworben und gesichert, wurde gern vor gefährlichen Unternehmungen, wie weiten Reisen gesichert.