Glashagens Bauernhöfe im Allgemeinen

Zum Verständnis der besitzrechtlichen Verhältnisse der Bauern zum Grund und Boden ist ein kurzer Ausflug in die Entstehungsgeschichte der mecklenburgischen Landwirtschaft hilfreich. Nach der Gründung des Klosters Doberan im Jahr 1170 begann die Besiedelung des Umfeldes. Das Kloster erhielt sehr früh den Besitz einer Anzahl wendischer Dörfer und Ländereien durch Bischof Hermann zu Schwerin im Jahr zugesprochen und erweiterte und festigte diesen ca. 300 Jahre lang durch den Bau von Kirchen und entsprechende Bildung von Gemeinden. Gleichzeitig wurde der Aufbau von Höfen und Dörfern verfolgt. An dieser Stelle nehme den treffenden Beitrag der Heimatfoscherin Hanna Sauder in Anspruch:

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1933: Reichserbhofgesetz

Das Reichserbhofgesetz diente lt. Wikipedia dazu: Die Höfe vor Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen. An die Unveräußerbarkeit des landwirtschaftlichen Bodens geknüpft, führte das Gesetz zu Unzufriedenheiten, da man doch gerade erst in den 1860er Jahren aus den Zeitpachthöfen mit ihren Hauswirthen stolze Erpächter gemacht hatte.

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Vererbpachtung der Glashäger Hufen

Das Finanzministerium des Herzoges erließ am 20. April 1860 eine Anordnung zur schnellen Vererbpachtung der domanialen Bauernhöfe. Die Vererbpachtung sollte dorfweise erfolgen. Bis Ende des Jahres 1860 waren 1272 Bauern in Mecklenburg Erbpächterr und 4128 Zeitpächter. Bis zum Jahre 1875 war die Vererbpachtung im gesamten Domanium abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Vererbpachtung entstanden die Dorfgemeinden.

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1851: Pachtkontrakt mit den drei Hauswirten von Glashagen

Inhaltsverzeichnis

Dieses Dokument ist ein zusammenfassender Beleg, eine Auflistung aller Vetragspunkte, wie er jedem Zeitpachtvertrag beigelegt wurde. Hier beispielsweise aus dem Pachtkontrakt 1851 bis 1863 der Hufen I, II und III des Dorfes Glashagen. Dieser Vertrag war als letzter von drei Verträgen der im Jahr 1851 abgeschlossen worden. Er enthält noch ca. 30 Jahre nach der Aufhebung der Leibeigenschaft eine Reihe von Zwängen, die durchaus als Einschränkung der Persönlichkeit angesehen werden müssen. Andererseits war die Ausführlichkeit und Eindeutigkeit solcher vertraglichen Festlegungen seinerzeit üblich. Völkstümlich gesehen: „Man wußte woran man war“.

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1850: Die Glashäger Hauswirte verfassten ein Schreiben an den Herzog

Die Hauswirthe stellten Fragen zum aktuellen Pachtvertrag an das Amt Doberan. Das Amt wiederum wendet sich an das zuständige Schweriner Ministerium und erhält die dargestellte merkwürdige Antwort, die nachweist, daß die Ministerien sich schon damals nicht um Einzelheiten kümmern, sondern bei der Gelegenheit das „Große Ganze“ im Auge behalten müssen .

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1832: Zweiter Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir Paul Friedrich von Gottes Gnaden, Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Sargard Herr! Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir nach vorausgegangener neuer Regulierung der Dorf Feldmark G l a s h a g e n, Amts Doberan den Hauswirthen daselbst nachstehende verbindliche Pachtversicherung ertheilt haben.

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1793: Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir, Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir die Hauswirthe zu Glashagen vom Natural–Dienst befreyet sind und ihren nachstehenden Pacht–Contract nachdem der Ertragsanschlag zuvor revidiert worden, [genehmigt, ausgehändigt] haben.

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