Das Schulgebäude in Glashagen

Das Schulgebäude wurde ca.1850 errichtet und existiert noch heute. Derzeit (siehe unten) wohnt der Autor dieser Chronik dort mit seiner Familie.

Das „Jahrbuch der Volkslehrer in Mecklenburg – Schwerin“ aus 1906 :

Glashagen bei Reddelich, Dominalamt Doberan.

Haus massiv Steindach, Scheune Strohdach, für sich stehend. Acker, Wiese, Weide und Garten am Gehöft liegend. Gesamtfläche ca . 4 ha.; Kuhheu und Brennholz extra.

Gehalt 75 Mark, 15 Zentner Roggen. Eine Klasse, 48 Schüler, Industrieschule seit 1879.

Stelleninhaber seit Ostern 1903 Herr Rausch.

Es gibt ein Klassenzimmer von ca. 40 Quadartmetern Größe ca. 2,8 Meter hoch, Fußboden aus Holzdielung, einen Ofen, einen separaten Zugang zum Klassenzimmer von außen. Die Lehrerwohnung mit Fremdenzimmer befindet sich im Haus.

Toiletten für Mädchen und Jungen.

Eine Pumpe.

0,75 Quadratmeter Platz pro Kind.

Diese Schule hatte alle Merkmale einer damals modernen Schule, wie sie nach den gültigen Schulordnungen vorgeschrieben war. Sie war von Anfang an Eigentum der Gemeinde. Die laufende Unterhaltung, Pflege und Ausstattung wurde häufig wegen allzu vernachlässigter Behandlung in den Gemeindevertretungen von 1871-1941 festgehalten. Der Lehrer verfügte, wie alle Landschullehrer, seinerzeit über die im Vertrag festgesetzten Fläche (hier 4ha)

Die Bezahlung des Lehrers und Handhabung der Ländereien wurden der jeweils der Zeit angepasst, d.h. die Bestellung der Schulländereien ging zunächst bei den Bauern der Höfe I bis III reihum. Später konnten die Büdner das Land pachten und der Erlös ging an den Lehrer. Dieses Verfahren blieb im wesentlichen bis 1945 gültig.

1955 Im Frühjahr wurde das Dach komplett repariert. Die alte Biberschwanzdeckung wurde gegen Wellasbest getauscht. Die Gaube wurde zwangsläufig rechteckig ausgeführt.

1957 Der Schulzaun wurde nach Freigabe von Brettern durch den Rat des Kreises erneuert.

1960er Jahre Eine Hauswasserversorgung ( Hydrophor ) wurde im Hauskeller eingebaut. Ein Privileg bis zum Anschluß der übrigen Häuser 1977 an die zentrale Trinkwasserversorgung.

Der Hydrophor funktionierte häufig nicht –es wurde stattdessen besonders im Sommer die Handpumpe auf dem Hof oder eine in der Nachbarschaft benutzt.

1972-1974 wurden im Erdgeschoß die ehemaligen Schulräume in eine Wohnung umgebaut. Das Dachgeschoß wurde aus dem seit 1945 bestehenden sehr provisorischen Zustand durch Wärmedämmug und Installation einer Wasserzapfstelle und ein WC in einen halbwegs bewohnbaren Zustand versetzt. Danach wurde in der Jahren 1974 die Lehrerwohnung mit einem WC und Bad ausgestattet. Zu dieser Zeit erhielten die nun bestehenden auf 3 Wohnungen als letzte im Dorf „fließendes Wasser,“ durch Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung.

1995 im Juli erwarb die Familie Kähler das Haus mit dem Wohngrundstück von der Gemeinde und führte 1996 eine Kernsanierung des ganzen Hauses und des Nebengelasses nach zeitgemäßen Bau-und Komfortmaßstäben durch.

2003 brennt das Wohnhaus es entsteht Totalschaden. Das Haus wird nach weniger als einem Jahr wieder aufgebaut und eingerichtet.

Artikel aktualisiert am 04.10.2020