Hufe II

Aus der Geschichte von Hof II Glashagen Dorf [ Findbuch Nr.: 2.22—10/7 2767

Lage der Hufe in der Feldmark.

1704 Johann Bulle [67]

1752 Claus Garbe Schulze

xxxx Jochen Garbe Schulze

1821 Johann Garbe Schulze

1828 Helmuth Johann Christoph Niemann Interimswirt Schulze

1853 Christoph Borgwardt Schulze

Weitere Angaben zum Hof II aus dem Landesarchiv Schwerin:

1831 Interimswirth Johann Christoph Niemann beantragt den Erlass einer Quartalspacht .

1836 am 29. November Beschädigung des Viehstalles Hof II Glashagen Dorf durch Windsturm und Inanspruchnahme des Passus Unglücksfall aus dem Pachtvertrag.

Offensichtlich ereilt das gleiche Unglück, (zumindest stimmt der Zeitpunkt überein), auch Gebäude im benachbarten Hohenfelde: Schulze Schlutow vom Hof VII meldet Schaden an der Gehöftsscheune.

P.S.: Den Ersatz für Schäden dieser Art sahen die Pachtverträge ausdrücklich vor. Nach Meldung und Begutachtung beim und durch das Amt wurden Schäden als sogenannte „Unglücksfälle“ bezeichnet und u. U. schon damals nach entsprechender Beweisführung vom Amt ersetzt.

Vokzählung 1867 : Erbpächter und Schulze Johann Borgwardt 1829, Ehefrau Caroline 1827, Tochter Maria 1856, Tochter Frederika 1858, Sohn Johann 1863, Sohn Wilhelm 1866, Knecht Wilhelm Niemann 1843, Knecht Fritz Papenhagen k. A., Dienstmädchen Elife Niemann 1848, Dienstmädchen Christina Rosenkranz 1851, Kostkind Henriette Barten 1854. [28]

Einlieger im Katen: Altenteilerin Diederike Niemann, Tochter Wilhelmine 1846, Sohn Ludwig 1850; weiterer Haushalt Arbeitsmann Heinrich Bull 1835, Ehefrau Maria 1842, Sohn Wilhelm 1866.

1896 Gesamtfläche 39 Hektar, 26 Ar, 43 Quadratmeter, Kanonkapital 15825 Mark, Brandkassenwert der Gebäude 6075 Mark. [29]

Volkszählung 1900: Erbpächter und Schulze Johann Borgwardt 1929,Ehefrau Paula 1936, Tochter Marie 1871, Sohn Hans 1897, Pferdeknecht Carl Bortmann, 2. Knecht Martin Dobbertin, Erna Niemann Dienstmädchen [28]

1930 Herrmann Griese 39 ha ges.: 33,5 ha Acker und Garten; 3 ha Wiesen;

2 ha Umland, Hof, Wege; 4 Pferde; 22 Rinder; 3 Schafe; 12 Schweine;

0,5 ha Wasser. Tel.: Doberan Nr.: 205

1936 Otto Breide ; seit 28. 10. 1936 auf G-hagen Hof II als Zuzug gemeldet. Ehefrau Rosa Breide , geborene von Osten, Brokdorf Sohn Gustav, gest.30.09.2006 Tochter Silva, Otto und Rosa Breide wirtschaften bis 1954. (Alle Angaben aus Meldebuch 1936 ). [02]

1937, 19. Oktober Otto Breide erschien erstmals in einer wichtigen Gemeinderatssitzung. In Anwesenheit des Landrates Rieck und des Verwaltungsoberinspektors Hamann wurde folgendes festgelegt: Bürgermeister bleibt wie bisher Heinrich Griese Glashagen, 1. Beigeordneter Paul Werges Glashagen Hof, 2. Beigeordneter Otto Breide Glashagen. Die Gemeinderäte: 1. Albert Strübing, 2. Hans Heinrich Griese, 3. Hans Roß, 4. Ludwig Otte.

Im März 1939 verstarb Bürgermeister Heinrich Griese Hof III.

Otto Breide war als bisheriger Beigeordneter nun quasi Bürgermeister ab 1939. Im Protokollbuch der Gemeinde fanden wir am 25. November 1941 die letzte Unterschrift von Otto Breide – Das Buch wurde seitdem nicht mehr geführt. Otto Breide blieb bis zur Kapitulation im Mai 1945 im Amt.

1954 am 5. Dezember brannte das reetgedeckte Wohngebäude ab. Die Brandursache wurde bis heute nicht geklärt. Bald verließen Otto und Rosa Breide das Dorf in Richtung Bundesrepublik Deutschland.

Der Rest der Hofstelle, besonders die nicht verbrannten Stallungen in Glashagen gingen an die LPG über, alle landwirtschaftlichen Nutzflächen und die Wirtschaftsgebäude sowie der Großteil des Inventars wurden gleichfalls der Bewirtschaftung durch die LPG Retschow zugeschlagen. Der Sohn Gustav Breide arbeitete weiter in der Landwirtschaft im Dorf Allershagen und betrieb hauptsächlich eine gut florierende Schweinezucht.

1990 Im Zuge der Wiedervereinigung erfolgte die Rückübertragung des Wohn -und Hofgrundstückes und des Ackers an die Familie Breide. Gustav Breide arbeitet als sogenannter Wiedereinrichter (so war die allgemeine Bezeichnung derjenigen Bauern, die auf rückübertragenen und dazu gekauften oder gepachteten Flächen eine Wirtschaft aufbauten) von seinem Allershäger Hof aus. Unter anderem auf der Familienfläche in Glashagen und Allershagen sowie auf weiteren Pachtflächflächen der Gemarkung Glashagen weiter. Nach dem Tod von Gustav Breide arbeitet die Familie des Sohnes Bernd Breide von dem Allershäger Hof aus auf den verschiedenen Flächen.