1794 Wachenhusen

Johann Georg Wachenhusen war Kammerdirektor im Innenministerium des Großherzogs und der Vater von Wilhelm Andreas Friedrich Wachenhusen, des Pächters von Glashagen Hof und Amtmann in Doberan.

Der Vater Johann Georg Wachenhusen geb. 1708; gest. 1773 war ein höherer Regierungsbeamter in Schwerin und verfasste einen „Vorschlag zur gänzlichen Abschaffung der Leibeigenschaft 1750“ Bekanntlich ist die Leibeigenschaft in Mecklenburg erst 1820 durch Landtagsbeschluß abgeschafft worden. Immerhin wird mit diesem Vorschlag gegen das jahrhunderte alte Interesse und den Willen der herrschenden Ritter und Landschaft gehandelt. Es wird hier erwähnt weil es Rückschlüsse auf die fortschrittliche Gesinnung der Familie Wachenhusen zuläßt, die selbst zu den Herrschenden gehört.


Der Sohn von Johann Georg Wachenhusen, Wilhelm Andreas Friedrich Wachenhusen, geb. 1748 ; gest. 1821, ist in den Jahren 1793/94 Mitbegründer des Seebades Bad Doberan und als Amtshauptmann oberster Verantwortlicher für alle Bauangelegenheiten im Amtsbereich Doberan. Er war Mitglied der vom Großherzog berufenen“ Badekommission“ (siehe unten ). Er war, neben drei weiteren Repräsentanten, entscheidend für Entwicklung und Ausbau Doberans und Heiligendamm als Seeheilbad und die baurechtliche Seite der  herzogliche  Residenzen zuständig. Er besaß weitgehende Vollmachten z. B. die des Großherzogs zu uneingeschränkter Kontennutzung.

Die Badekommission

Vom Großherzog berufen in die Badekommission wurden: Amtshauptmann Wachenhusen in Doberan zusammen mit Hofrat Vogel; Amtssekretär Heukendorf und Kammerpräsident Dorne als Intendant. Aufgabe dieser Kommission war die Beschleunigung und Sicherung der 1793 eröffneten Badesaison im Seebad Heiligendamm. Hofrat Dr. Vogel war Leibarzt des Großherzogs und Initiator wie wesentlicher Planer der Seebadidee.

Dr. Vogel gab eine Art Bäderführer heraus, dem er voranstellte: Die Anstalt hat eine Badedirection die vermahlen aus den Herrn Amtshauptmann, Ersten Beamten in Doberan und mir [Gottlieb von Vogel] besteht und außerdem noch einen Oberaufseher, dessen wir uns in der Person des Herrn Cammeraufsehers von Flotow erfreuen. Das ist also die Behörde an die man sich in vorkommenden Fällen zu wenden hat. [52]

Geldbeschaffung für den Bau des Seebades Doberan

1793 schickte Friedrich Franz I. Tausend mecklenburgische Soldaten nach Oranien (heute Niederlande) und erhält dafür von König Wilhelm V. von Oranien 37.000 Silberdukaten pro Jahr zzgl. Entschädigungen bei Verwundung oder Fall.

Der Herzog ließ diese Einnahmen in den Aufbau des ersten deutschen Seebades investieren und stellte sogleich die ersten 4.250 Taler zur Verfügung. Er wies Amtshauptmann Wachenhusen an, alle Kosten aus der herzoglichen Schatulle zu bezahlen und er solle „keine andere Kasse molestieren ( in Anspruch nehmen, belästigen)“. [20]

Artikel aktualisiert am 01.11.2020