1994-Bodenordnungsverfahren

1994 wurde für Glashagen ein Bodenordnungsverfahren eröffnet. Grundlage war der Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes.“ Das Amt für Landwirtschaft Rostock war federführend. Das betraf sowohl die Dorferneuerungsplanung als auch die Betreuung der Zuwendungsempfänger. Gegenstände des Bo-verfahrens waren: Die Verbesserung der Lebens-und Arbeitsbedingungen.

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1949: Gemeindeordnung zur Nutzung der Gemeindeländereien

Auf Grundlage der Gemeindeordnungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts erließ die Gemeindevertretung eine Satzung zur Nutzung der gemeindeeigenen Ländereien. In gewissen Abständen gab es eine Veränderung solcher Satzungen. Hier handelt es sich um die erste nach dem Krieg aus dem Jahr 1949. Es gab einen erheblichen Teil der Dorfbevölkerung, besonders der Neusiedler aber auch Alteingesessener, die auch über die Bodenreform zu keinerlei Land gekommen waren, weil sie nicht bäuerlich arbeiten wollten. Es galt nach wie vor auf den Dörfern das Prinzip, daß jeder Bewohner einen Anspruch auf ein Stück Boden hatte. Aufschlußreich ist die handgeschriebene Größenaufstellung und seinerzeitig Zuordnung der Ländereien, die sehr wahrscheinlich unverändert seit der Zeit ihrer Entstehung bis in die 1869er Jahre zurückreicht.

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1945: Bodenreform, Enteignungen der sogen. Großgrundbesitzer

Die Bodenreform von 1945 stand am Anfang der Neuordnung der landwirtschaftlichen Eigentumsverhältnisse nach dem 2. Weltkrieg in Ostdeutschland. Unter der Losung „Junkerland in Bauernhand“ wurde privater Großgrundbesitz über 100 Hektar enteignet.

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1936: Die Gemeinden Hof und Dorf Glashagen wurden zusammengelegt.

Die Machtergreifung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) 1933 hat die gesamte Gesellschaft verändert. Die Verwaltung war umfassend von ihrer Ideologie beherrscht. Folgerichtig wurden die Strukturen der ländlichen Verwaltung allenthalben gestrafft und jegliche Einflußnahme der auf den Gütern bis dahin regierenden Besitzer unterdrückt.

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1933: Reichserbhofgesetz

Das Reichserbhofgesetz diente lt. Wikipedia dazu: Die Höfe vor Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen. An die Unveräußerbarkeit des landwirtschaftlichen Bodens geknüpft, führte das Gesetz zu Unzufriedenheiten, da man doch gerade erst in den 1860er Jahren aus den Zeitpachthöfen mit ihren Hauswirthen stolze Erpächter gemacht hatte.

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1928: Gründung des Deutschen Reichsjagdbundes

Im Zusammenhang, mit den forstlichen Belangen des Dorfes Glashagen, ist es erwähnenswert, daß der Besitzer der hiesigen Forst der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg war. Er bekleidete das höchste jagdliche Amt Deutschlands im Deutschen Reichsjagdbund. Der Herzog war ab 1928, bis zu dessen Auflösung 1934 der erste Präsident.

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Allgemeine Armenverordnungen

Seit ewigen Zeiten waren gerade in Mecklenburg wenige geschriebene und viele ungeschriebene Gesetze in Anwendung und auf fatale Weise war gerade die Armut und der Umgang mit ihr ungeregelt. Beispielsweise war das Betteln und Hausieren lange Zeit prinzipiell legal und wurde nur über das Hausrecht vielfach eingeschränkt. Ärzte, Hebammen und Apotheker waren über ihre Medizinalordnungen gehalten barmherzig zu sein. Die Schulordnungen sahen Schulgeld- und Bücherfreiheit für die Kinder der Armen vor. Das war gesetzlich gesichert. Die Kirche als Institution hatte seit jeher – übrigens bis heute – eine außerordentliche soziale Funktion. So gab (gibt) es besonders von Kirchen und Klöstern unterhaltene barmherzige Anstalten, sog. Hospitäler mit ausschließlich sozialer Funktion.

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Vermessungen der Dorffeldmark Glashagen

Frühe Ortsvermessungen 1752

Interessant für uns ist eine so bezeichnete H o f f m a n n s c h e Vermeßungs-Charte de anno 1752. Aus ihr wird das erste Feldregister der Glashäger Feldmark extrahiert, aus dem die Bewirtschaftung der 3 Huefen des Dorfes bestimmt werden kann. Die ersten Pachtverträge von 1793 fußen ebenfalls auf diesem Register:

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Protokollbuch Glashagen Dorf

Das uns vorliegende Protokollbuch für das Dorf wurde am 21. September 1871 eröffnet. Anlaß war die Bildung einer Gemeindeverwaltung unter Vorsitz des Bürgermeisters. Das offizielle für alle Gemeinden des damaligen Großherzogtums Mecklenburg Schwerin verbindliche Dokument war die „Revidierte Gemeinde-Ordnung für die Dominal-Ortschaften.“ vom 29. Juni 1869. Erstmals regierten die Bürgermeister nicht mehr allein. An ihrer Seite standen ab dieser Zeit und für alle Zeiten zunächst vom Amt bestätgte repräsentative Dorfbewohner. Wie man sah setzten sie sich aus Vertretern aller Bewohnergruppen zusammen. Ab 1919 werden alle Vertreter der Gemeinde von allen wahlberechtigten Bürgern zwingend gewählt.

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1869: Gemeindeordnungen in Mecklenburg

Die Grundzüge der Gemeindeordnung für die Domanial-Ortschaften waren folgende: In den Domainen bildeten die Dorfschaften Gemeinden innerhalb der Grenzen der jeweiligen Feldmark . Die Ordnung trat durch ein für jede einzelne Gemeinde vom Ministerium des Innern bestätigtes und dem Großherzoglichen Amt Doberan erlassenes Statut in Kraft. Die Zeit der alleinigen Dorfführung durch nur einen Bürgermeister war vorbei. Nach wie vor gab es natürlch den den Dorfschulzen, der vom Landesherren (Großherzog) , aus allen Gemeindeangehörigen benannt und durch das Amt Doberan in Eid und Pflicht genommen wurde. Ausdrücklich behielt er alle bisherigen Emolumente. (Vergütungen). Für den Dorfschulzen und die übrigen Stellen der neuen Gemeindeverwaltung galten strikte sehr eindeutige Bedingungen. Dazu hieß es im beispielsweise im §9 der Gemeindeordnung:

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Vererbpachtung der Glashäger Hufen

Das Finanzministerium des Herzoges erließ am 20. April 1860 eine Anordnung zur schnellen Vererbpachtung der domanialen Bauernhöfe. Die Vererbpachtung sollte dorfweise erfolgen. Bis Ende des Jahres 1860 waren 1272 Bauern in Mecklenburg Erbpächterr und 4128 Zeitpächter. Bis zum Jahre 1875 war die Vererbpachtung im gesamten Domanium abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Vererbpachtung entstanden die Dorfgemeinden.

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1853: Pachtvertrag für Häusler- und Einliegerreservate

Die Gruppe der Einlieger entstand und bestand aus den unvermögenden meist nicht ausgebildeten landwirtschaftlichen Hilfskräften, aus dem Überhang der nicht erbberechtigten Familienangehörigen der Pächter- und Büdnerfamilien (einschl. Handwerker), und wiederum deren eigene Nachkommen. Man erkennt, daß es sich um eine sich schnell vergrößernde Gruppe von Dorfbewohnern handelt die nicht über Grund und Boden verfügt. Sie bildeten nach und nach die größte Bevölkerungsgruppe und stellten die Knechte und Dienstmädchen sowie Tagelöhner auf den größeren Bauernhöfen im eigenen Dorf häufig auch auf Gutshöfen in der Nachbarschaft.

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Das Landschulwesen Mecklenburg-Schwerins in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die Anhebung der Qualität der Volksschulen auf dem Lande hatte seit ihrer Entstehung im 18. Jahrhundert einen schwierigen Weg hinter sich bringen müssen. Besonders die allgemeine Niveauverbesserung und die Angleichung der ritterlichen Dorfschulen an die domanialen Schulen war bis Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht gelungen.

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1850: Regulativ für Einlieger

Protokollum, gehalten im Amt Doberan am 28sten October 1850; des Herrn Geheimen Amtsrath Hundt.

Die heutige Tagesfahrt war beraumt worden, um die Hauswirtheinlieger des Dorfes Glashagen mit einem Regulativ bei neuer Verpachtung des Dorfes rücksichtlich ihrer öconomischen Beziehungen zu Hauswirthen zu verfahren und hatten sich der Schulze Niemann, sowie die Hauswirthe Westendorf und Griese mit welchen dieser Gegenstand besprochen werden sollte, ladungsmäßig eingefunden.

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1849: Deputiertenversammlung der Hauswirthe, Büdner und Einlieger

Von Axel Kähler (Text, Recherche) und Ulf Lübs (Text, Layout)

Am 29. Januar 1849 gelang es den Organisatoren, Vertreter der niederen Stände Mecklenburgs sich im Schweriner Gasthaus Klöres zu versammeln. Es war sicher ein Hauch des frischen Windes von den 1848-er revolutionären Unruhen, der auch bis nach Mecklenburg wehte. Die Versammlung wurde letztlich in drei Teilen abgehalten: Am 28. Januar fand eine vorbereitende Sitzung statt, auf der ein fünfköpfiger Vorstand für die Hauptversammlung gewählt und über die Tagesordnung beraten wurde. Die Hauptsitzung der Versammlung fand am 29. Januar statt. Dort wurden die Delegierten sich einig, am 31. März 1849 eine weitere Sitzung abzuhalten. Über alle Sitzungen wurde Protokoll gehalten, das der Nachwelt in Form eines Buches mit 33 Seiten erhalten geblieben ist.

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1842: Regulativ zur Bildung von Schulvorständen

1842 gab es noch keine Dorfversammlungen man wählte entsprechend §3 des Regulativs. In dieser Angelegenheit berät die Glashäger Dorfversammlung im Oktober 1891 und wählt auf ausdrückliche Forderung des Amtes die Büdner Johann Uplegger und Hennnings einstimmig zu Schulvorständen und meldet Vollzug. [5]

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1832: Zweiter Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir PAUL FRIEDRICH von GOTTES GNADEN, Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Sargard Herr! Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir nach vorausgegangener neuer Regulierung der Dorf Feldmark G l a s h a g e n, Amts Doberan den Hauswirthen daselbst nachstehende verbindliche Pachtversicherung ertheilt haben.

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1793: Pachtvertrag für die Glashäger Hauswirte

Wir, Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Thun kund und geben hiermit zu wissen, daß wir die Hauswirthe zu Glashagen vom Natural–Dienst befreyet sind und ihren nachstehenden Pacht–Contract nachdem der Ertragsanschlag zuvor revidiert worden, [genehmigt, ausgehändigt] haben.

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1702: Herzogliche Verordnung zur Straßenbenutzung

Der Herzog sah sich 1702 genötigt, wegen schlecht befolgter vorheriger Anordnungen, erneut eine solche für den Amtsbereich Doberan und Neubukow zu erlassen und bekannt zu machen. Herrschaftliche Bekanntmachungen wurden damals von der Kirchenkanzel verkündet und an Türen der Kirchen und Ämtern angeschlagen.

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Die Feuerordnung von 1681 des Amtes Doberan

Brandschutz in den domanialen Dörfern, zu denen auch Glashagen gehört, begann nicht erst mit den Gründungen der freiwilligen Feuerwehren Ende des 19. Jahrhunderts. Aufgrund der verheerenden Schäden von Bränden wurden Angelegenheiten des Brandschutzes schon früh per Verordnungen geregelt.

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1572: Polizei-und Landordnung

Die Polizei-und Landordnung kam 1572 als ein früher Vorläufer aller folgenden Ordnungen heraus. Im wesentlichen war sie eine längst erforderliche Ordnung zur Regelung für die dringendsten alltäglichen Probleme. Dieser Ordnung folgten die Reversalen von 1621/1623 und der Landes- Grundgesetzliche Erbvergleich von 1755 als allgemeine und große die Zeit prägende Ordnungen. Spezielle Dienstordnungen , Feuerordnungen und Kirchenordnungen untersetzen die genannten „großen Ordnungen“ und wirken erläuternd. Sehr selten wiedersprechen sie einander. Weiteres zu einzelnen Ordnungen wird im Kapitel Gesetze und Verordnungen behandelt.

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