1312, Mittelalterlicher Siedlungsnachweis

Eine Urkunde aus dem Jahre 1312 ist ein sehr frühes Beweisstück für die Existens der Ortschaft Glashagen. In dieser Urkunde sind mehrere Ortschaften genannt, die jede für sich Entschädigungsansprüche an Rostock stellten. Grund waren Plünderungen Rostocker Truppen in umliegenden Dörfern.

Was war dem voraus gegangen?
Heinrich der Löwe lag mit den beiden Seestädten Rostock und Wismar im Kampf. Beide Städte waren damals eigenständig, hatten eine Sonderstellung und gehörten nicht zum Doberaner Klostergebiet. Verbündeter Heinrichs war der Dänische König Erich. Die Rostocker betrachteten das Klostergebiet als dänisches und somit feindliches Gebiet und überfielen einige Dörfer und beraubten die ansässigen Bauern. Aus diesem kriegsrechtlichen Irrtum entstand ein Rückgabeanspruch des Klosters. Ihm verdanken wir die Entschädigungsforderungen einschließlich der Nennung einiger aufschlußreicher Einzelheiten. Die Urkunde wurde mehrfach aus dem Lateinischen übersetzt , der Abschnitt für Glashagen lautet bei Baumgarten [09]:

Schäden in Glashagen. Dem dort wohnenden Arnold trieben sie 5 Schafe im Wert von 15 Schillingen fort. Dem großen Johannes trieben sie ein Pferd im Wert von 6 Mark fort. Dem Johannes Dannebel raubten sie 1 Pferd im Werte von 5 RM. Der Schütze Henning kaufte sich aus der Gefangenschaft für 10 Mark frei. Ludolf kaufte 2 Pferde für 2 Mark zurück. Eda (Bäuerin) kaufte 1 Pferd für 8 Schillinge zurück. Heinrich von Badenmühlen verlor Mühlengeräte im Werte von 2 Mark. Die erste Pfändung umfaßte 34 1/2 Mark, die zweite 15 Mark weniger 1 Schilling (75 Mark und 15 Schilling).

[09]
Eine weitere Schadensaufstellung von 1312 nennt den S c h ü t z e n Henning (woanders Hence)
Artikel aktualisiert am 03.08.2020