Pflanzaktion im Herbst 2011

Im November 2011 reifte der Entschluß, die letzte Lücke der Gemarkungsgrenze der Gemeinde Retschow zu beflanzen. Damit ist nun die kilometerlange Hecke ringsherum vollständig. Eine gute gemeindeübergreifende Aktion: Die Pfähle und der Wildschutz-Umzäunungsdraht kamen aus Gemeindebestand der Gemeinde Retschow. Die Pflanzen hat der Bürgermeister Schoppmeyer von der Pflanzenbörse organisiert. Das Pflanzbett hat der Reddelicher Landwirt Ruppert von Jeinsen gezogen. Zwei Reihen Pfähle gegraben und Draht gezogen hat Lutz Hoffmann. Unter Anleitung des Gärtners Hans Georg Niemann haben weitere Glashägerinnen und Glashäger die Pflanzungen durchgeführt.

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Rettungspunkt auch in Glashagen

Forstliche Rettungspunkte sind definierte Orte im oder am Wald, mit deren Hilfe man im Notfall seinen genauen Standort beschreiben kann. Die Markierung besteht aus einem Landkreiskürzel und einer mehrstelligen Nummer. Anhand dieser Nummer kann die Leitstelle schnell feststellen, wo genau Hilfe benötigt wird. 2019 ist so ein selbsterklärendes Schild auch bei uns am Westende der Dorfstraße an der Hauptschneise zum Wald aufgestellt worden.

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Glashagen in Wossidlo´s Sagensammlung

Herzstück des Nachlasses von Richard Wossidlo ist ein Feldforschungsarchiv, eine zwei Millionen Belege umfassende Zettelsammlung. Das von 1883 bis 1939 mit mehreren hundert Helfern aus vielen Regionen Mecklenburgs zusammen getragene Archiv dokumentiert in territorialer Geschlossenheit und systematischer Ordnung Bräuche, Volkserzählungen (Sagen, Legenden, Märchen, Schwänke, Sprichwörter, Redensarten usw.) und Volkslieder, die Bereiche des Volksglaubens und der Volksmedizin. In der angestrebten Vollkommenheit erfasst die Sammlung Flurnamen, Beobachtungen über das Tier-und Pflanzenleben, gibt Hinweise über Nahrungs-, Kleidungs- und Wohnformen, das Arbeitsleben und Arbeitsgerät der Bauern und Tagelöhner. Untersucht wurde auch ein weiterer Teil der mecklenburgischen Bevölkerung, die Seefahrer, Fischer und Handwerker, das Kinderleben und anderes mehr. Eine Fundgrube der Volkskunde zunächst in Form einer Zettelsammlung aufgehoben und für die Nachwelt bewahrt. Schon zu Lebzeiten Wossidlos sind von ihm und anderen bis heute eine Reihe von Büchern zum Thema erschienen und weitere werden sicher noch folgen, ist doch seit Jahren eine wissenschaftliche Aufarbeitung im gange.

Richard Wossidlo (1859/1939) gibt 1939 am Ende seines Lebens u.a. zwei Bände „Mecklenburgische Sagen “ heraus. Damit ordnet er das reichhaltige Angebot an seinerzeit noch recht populären mecklenburgischen Sagen und erweitert gleichzeitig die vielen Sagensammlungen, die im deutschsprachigen Raum bereits geschrieben sind, um eine weitere. Er teilt sie in Themengruppen auf und läßt seine Gesprächspartner ihre Variante zu einem dieser Themen berichten. Der Leser kann nun die Interpretationen der einzelnen Ortschaften vergleichen. Es entstehen immer auch einige Gemeinsamkeiten, die den Eindruck der Wahrhaftigkeit einer Sage stärken.

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Flurnamen um Glashagen Hof und Dorf herum

Flurnamen sind Ortsbezeichnungen innerhalb einer Gemeindeflur, die eine allgemeine oder genauere Ortsbestimmung zulassen. Innerhalb der Kommunikation der Menschen bei der Beschreibung eines bestimmten Ortes oder auch der Abfassung von Verträgen haben sie von alters her und gerade früher eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Auffindung bestimmter frei in der Natur liegender Flächen war nur so möglich.

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Bodendenkmalpfleger Volker Häusler

Volker Häusler war von 1983, dem Jahr der Gründung der
Kreisarbeitsgruppe Ur- und Frühgeschichte, bis zu seiner Pensionierung 2010 deren Leiter. Der gelernte Diplomlandwirt wohnt seit 1974 in Kühlunsborn und interessiert sich seit seinem ersten Fossilfund, 1958 in Kühlungsborn, für Archäologie. Bis heute hat er ca. 1.900 Stücke in der Region gefunden und archiviert. Seit 1981 ist er Bodendenkmalpfleger im Kreis Bad Doberan. 1995 erschien sein Buch Zwischen Recknitz und Salzhaff – ein archäologischer Überblick des Landkreises Bad Doberan.

Von 1991 bis 2010 war er hauptamtlicher Kreisbodendenkmalpfleger bei der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Bad Doberan. Zu den Aufgaben in der Bodendenkmalpflege gehören:

  • die Aufarbeitung von Liegengebliebenem,
  • die Überprüfung von Bürgerhinweisen,
  • die Registrierung von Funden in Privathand,
  • die Führung einer Chronik der Kreisarbeitsgruppe mit Biografien von Bodendenkmalpflegern und Forschungsgeschichte,
  • Flurbegehungen und Exkursionen,
  • Kontrollen und Pflege von Bodendenkmalen,
  • die Weitergabe der Erfahrungen durch Anleitung von ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern,
  • Vorträge mit Werbung für Belange der Archäologie,
  • die Unterstützung von Notbergungen sowie
  • der ständige Kontakt zur Unteren Denkmalschutzbehörde und zum Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V
Artikel aktualisiert am 04.01.2021

1946: Erinnerungen von Erika Westendorf

Zur Person von Erika Westendorf: In Stülow geboren war sie langjährige Lehrerin und an der Geschichte um Doberan und den Dörfern Stülow und Glashagen besonders interessiert. Als Junglehrerin im 2. Weltkrieg 1939-45 auch in Dorfschulen im Doberaner Umland tätig. Nach 1945 bis zu ihrer Pensionierung unterrichtete sie in Bad Doberan. Diese Ausführungen sind in Zusammenarbeit mit Professor Gierke entstanden. Beide sind leider nicht mehr am Leben.

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Erinnerungen von Günter Lack, Hufe I

Als Auszug aus einem längeren Bericht von Günter Lack, hier der Zeitpunkt der Familie nach dem Eintreffen am Bahnhof Reddelich. (Lt. Meldebuch Bad Doberan [02] am 05.02.1945) Die Flucht begann im Heimatort Memel, Einschiffung in Gotenhafen über die Ostsee nach Sassnitz und schließlich nach Reddelich und Glashagen auf den Hof I beim Bauern Eimterbäumer:

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Ernst Niemann, Erinnerungen

von Ernst Niemann (1925 bis 2016), Landwirt auf der Büdnerei № 4a

Auf der Büdnerei № 4a , jetzt am Waldrand 4. Der Rückblick auf das Jahr 1900. Um dieses Jahr kauften meine Großeltern Ludwig Niemann, geb. 14. August 1879 und seine Ehefrau Frieda Niemann, geb. Bohsack, geboren 12. Februar 1880 die Büdnerei. Aus der Ehe stammten 2 Kinder, Erna und Wilhelm. Erna wurde 1902 geboren und mein Vater, Wilhelm am 15. August 1903. Mein Vater heiratete im Jahre 1925 Magda Schmidt, Tochter des Stellmachers Karl Schmidt, zuletzt wohnhaft in Groß Schwaß. Am 18. Januar 1925 wurde ich, Ernst Niemann, in Rostock geboren aber wohnhaft in Glashagen, Büdnerei 4a.

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Landpostwesen

Posthülfsstellen wurden von privaten Dorfbewohnern geführt, um die segensreichen Leistungen der Post auch auf dem Lande anzubieten. Üblicherweise erfolgte die Meldung der Eröffnung einer Posthilfsstelle oder der Erweiterung einer Poststelle im Regierungsblatt, hier z.B. der 9. August 1898. (Siehe Bild unten). So geschehen für das Dorf Glashagen. Am gleichen Tage wurde durch das Großherzoglich Mecklenburgische Ministerium des Innern befohlen, daß im Nachbardorf Reddelich in der Häuslerei 18 eine schon bestehende Posthülfstelle in eine Postagentur umgewandelt werden sollte. Hier im Dorf ging es um die Eirichtung der kleinsten Einheit einer Posthilfstelle. Carl Mahn aus Glashagen ist erster Mitarbeiter/Verwalter der Posthilfsstelle. [28, 1900] Bezeichnenderweise war der gleiche Mann auch der dörfliche Nachtwächter, dem im April 1900 von der Gemeindevertretung weiterhin 10 Mark für die Fortsetzung der Nachtwächtertätikeit bewilligt wurde. [5]

Carl Mahn war von Beruf Schustermeister und zog im November 1871 in eine Einliegerwohnung des Büdners Uplegger. [5]

In Reddelich befand sich von dem Zeitpunkt ab arbeitsteilig eine Postagentur und dementsprechend ein Herr Dreyer der erste Postagent. Die Landbriefträger waren Angestellte der Agentur in Person Rudolf Malchow und Hans Vick. Sie waren mit einem Fahrrad unterwegs das einen speziellen Gepäckträger zur Aufnahme der Postsendungen hatte. Einer oder eine von ihnen war auch für Glashagen zuständig.

Die Postülfstellen, wie in unserem Dorf waren berechtigt Briefe und Päckchen anzunehmen und gleichermaßen auszugeben. Das Bindeglied zur amtlichen Post war in weiteren postalischen Leistungen der Landbriefträger. Bis 1945 floß in diesem kleinen Geschäft ein amtliches Bestellgeld als Entschädigung, das durch Duldung der Postverwaltung (mit amtlicher Genehmigung) unter den Beteiligten blieb. Das Porto wurde selbstverständlich entsprechend der landesüblichen Tax-Ordnung extra abgerechnet. Beide Posttellen sind in ihrer Zeit ganz sicher freudig in Anspruch genommen worden.

Nach 1945 ist viele Jahre Frau Westendorf aus Reddelich und in späterer Zeit waren Herr Hans Uplegger undd Frau Newedunski aus dem Dorf Glashagen und Frau Kaufmann vom Hof die Landbriefträgerinnen. Übrigens wurde nach dem Krieg um 1950 das erste öffentliche Telefon im Gemeindebüro für alle nutzbar und danach in der „Poststelle“ installiert und stand während der vormittäglichen Öffnungszeit zur Verfügung.

Das erste öffentliche Telefon im Dorf überhaupt wurde 1913 im Forsthaus eingerichtet. Damals war Herr Fietensee Holzwärter und Verwalter dieses Telefons.

Mit der Verwaltung postamtlichen Telefons war der Telegrammdienst verbunden. Die Dorfbewohner konnten an dieser Stelle Telgramme aufgeben und empfangen. Man suchte die Telefonstelle auf und füllte dort ein amtliches Formular mit der Adresse des Empfängers, dem gewünschten Text und seinem Absender aus. Dann wurde alles durch den Inhaber des Telefons telefonisch an die Zentrale weitergeleitet, nachdem man die Grundgebühr plus Anzahl der Silben bezahlt hatte. Umständlicher für den Poststelleninhaber waren schon ankommende Telegramme. Sie waren wiederum auf ein amtliches Formular zu schreiben und dem Empfänger sofort (auch bei Wind und Wetter) zuzustellen. Eine Extraaufgabe für den Zusteller, wenn man die Entfernungen zwischen der Poststelle und dem Empfänger berücksichtigt, keine leichte.


Artikel aktualisiert am 16.06.2021

1945: Kapitulation Deutschlands

In den ersten Maitagen 1945 ist die sowjetische Rote Armee aus Rußland kommend im Kreis Bad Doberan angekommen. In einer Abhandlung zur Geschichte der Stadt Bad Doberan ist nachgewiesen:

Am 1. Mai 1945 erreichen sowjetische Panzer Rostock. Am 2. Mai 1945 nähert sich Bad Doberan gegen 11.00 Uhr eine sowjetische Panzerspitze dem Stadteingang. Sie gehörte zur 3. Panzerbrigade und stand unter Befehl von Oberst Jegorow.

Gegen 15.00 traf eine größere Vorhut der Sowjet-Armee ein. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter in Richtung Kröpelin. Daraus kann ich ableiten, dass am 03.05.1945 Einheiten der Sowjet-Armee, in den Vormittagstunden aus Richtung Retschow kommend, in Glashagen einrückten. [24] Die Zeitzeugen Ernst Niemann [26] und Günter Lack [24] liefern weitere Beschreibungen zu den Tagen im Frühjahr 1945 in Glashagen. Weiterhin finden sich beim Neubeginn der Schule ausführliche Beschreibungen aus der Zeit, aufgeschrieben vom Lehrer Erich Schönfeld. Der erste Bürgermeister nach dem Krieg, war der Maurer Friedrich Niemann aus der Häuslerei 2, er schrieb einen aufschlußreichen Bericht über die Anfangszeit als Bürgermeister.

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1312: Mittelalterlicher Siedlungsnachweis

Eine Urkunde aus dem Jahre 1312 ist ein sehr frühes Beweisstück für die Existens der Ortschaft Glashagen. In dieser Urkunde sind mehrere Ortschaften genannt, die jede für sich Entschädigungsansprüche an Rostock stellten. Grund waren Plünderungen Rostocker Truppen in umliegenden Dörfern.

Was war dem voraus gegangen?
Heinrich der Löwe lag mit den beiden Seestädten Rostock und Wismar im Kampf. Beide Städte waren damals eigenständig, hatten eine Sonderstellung und gehörten nicht zum Doberaner Klostergebiet. Verbündeter Heinrichs war der Dänische König Erich. Die Rostocker betrachteten das Klostergebiet als dänisches und somit feindliches Gebiet und überfielen einige Dörfer und beraubten die ansässigen Bauern. Aus diesem kriegsrechtlichen Irrtum entstand ein Rückgabeanspruch des Klosters. Ihm verdanken wir die Entschädigungsforderungen einschließlich der Nennung einiger aufschlußreicher Einzelheiten. Die Urkunde wurde mehrfach aus dem Lateinischen übersetzt, in einer Übersetzung bei Baumgarten [09] lautet der Abschnitt für Glahagen:

Schäden in Glashagen: Dem dort wohnenden Arnold trieben sie fünf Schafe im Wert von 15 Schillingen fort. Dem großen Johannes trieben sie ein Pferd im Wert von 6 Mark fort. Dem Johannes Dannebel raubten sie ein Pferd im Werte von 5 Mark. Der Schütze Henning kaufte sich aus der Gefangenschaft für 10 Mark frei. Ludolf kaufte zwei Pferde für 2 Mark zurück. Eda (Bäuerin) kaufte ein Pferd für 8 Schillinge zurück. Heinrich von Badenmühlen verlor Mühlengeräte im Werte von 2 Mark. Die erste Pfändung umfaßte 34 1/2 Mark, die zweite 15 Mark weniger 1 Schilling (75 Mark und 15 Schilling.

[09]

Eine weitere Schadensaufstellung von 1312 nennt den S c h ü t z e n Henning (woanders Hence)

Artikel aktualisiert am 02.04.2021

1297: frühe Erwähnung von Glashagen

Der Recherche von Professor Giercke [25] verdanken wir diese Urkunde nebst Übersetzung. Die graphische Ausführung des Originals ist ausgesprochen interessant und läßt auf ein gehobenes Schreibbüro der damaligen Zeit (Kloster) schließen. Inhaltlich bestätigte die Urkunde vorangehende Zehnt-Überlassungen abermals. Auch wurde noch einmal der Zweck der großzügigen Überlassungen, nämlich die Erlangung des Seelenheils des Schenkenden genannt. Das Seelenheil, wurde gern vor gefährlichen Unternehmungen, wie weiten Reisen, auf diese sehr teure Weise erworben.