Holzwärter und Förster

In der Altsteinzeit 30 ooo bis 10 000 vor unserer Zeitrechnung diente die Jagd der Nahrungsversorgung und der Gewinnung von Nebenprodukten, wie Knochen und Sehnen zur Fertigung von Werkzeugen und Waffen sowie Felle aus denen Schuhe und Kleidung gefertigt wurden. Das Jagen und Sammeln sind die ältesten Tätigkeiten des Menschen.

1312 Ersterwähnung einer Jägerstelle in Glashagen finden wir in der Entschädigungsklageschrift des Klosters Doberan.

1572 wurde eine Polizei-und Landordnung vom Herzog erlassen. Darin wurde auch die Bewirtschaftung der herzoglichen Wälder geregelt.
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1706 : Herausgabe eines Erlasses zur umfassenden Regelung der Bewirtschaftung, Holzeinschlag und Jagd sowie Schutz des Waldes durch Herzog Friedrich Wilhelm – sog. Forstcollegium.

Ausdruck der Entschlossenheit zur Umsetzung:

1706 wurde eine Holz,-Forst,-Jagd-und Wildordnung erlassen. Die Ordnung umfaßte 50 Punkte, die erstmalig alle forstlichen und jagdlichen Probleme in einem Werk zusammenfaßte und wie damals üblich in gedruckter Form den Voigten, Forstbedienten, Bürgermeistern und großen Grundbesitzern überlassen wurde. Darüber hinaus waren die Prediger in den Kirchen ausdrücklich zur Verbreitung solcher bedeutenden Ordnungen verpflichtet.

1801 wurden mehrere Verordnungen zur Bewirtschaftung der Wälder erlassen.
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1802 Erwähnung eines Försters Tiedemann im Zusammenhang mit Holzeinschlag in den Wohrten auf dem Hof Griese zu Glashagen.(Oberforstmeister ist Behr in Doberan)

1836 Gründung ( Einrichtung) Forst Ivendorf, Zuordnung des Forstes Glashagen.

1836 bis 1851 Der Zeit-Pachtvertrag für die drei Bauern des Dorfes enthält die Auflage zu {weiter?}

1849 Stationsjäger Heinrich Zarnow im Hundehäger Holz wird im Statistischen Jahrbuch unter Jagd Glashagen genannt. 1850 wurde der Eintrag wiederholt. [6]

1855 Jägerstation mit Stationsjäger [6]

1858 Hundehagenscher Forst Stations-Jäger (Zuständigkeit ohne Namen) [6]

1863 Stationsjäger Zarnow wird nach Nienhagen beordert.

1863 Holzwärter Carl Kaphengst in Klage mit Stationsjäger Zarnow. [01]

1865 Nennung Holzwärterei ohne Namen des Wärters. [6]

1867 Volkszählung : Im Holzwärtergehöft wohnen Holzwärter Carl Kaphengst 1822, Ehefrau Carolina 1823, Tochter Helena 1859, Tochter Charlotte 1864, Mutter Charlotte Andrae 1792 und Dienstmädchen Maria Hoff. [28]

1868 bis 1922 erfolgt der `Übergang´ der Forst an die oberste Behörde des Großherzogs
[02; Findbuch LHA 22.2-10/7 2780]

1869 wurde in der Gemeindeordnung festgeschrieben, dass die jeweiligen Forst- Offizianten als Beamte gesetzte Mitglieder der Dorfversammlung waren.

1871 Holzwärter Lübbert, er ist Mitglied der soeben gebildeten Dorfversammlung. [05]

1891 Holzwärter Drepper [06]

1899 Holzwärter Fietensee

1900 Volkszählung : Im Forst Glashagen wohnen der Forstmann und Schutzbeamte Wilhelm Fietensee, geb.: 1864 in Schwerin die Ehefrau Hella, geb.: 1875, Sohn Kurt, geb.: 1897 in Grittel [28]

1907 Unterförster Fietensee [06]

1912 Unterförsterei Fietensee [06]

1913: Anlage einer öffentlichen Telefonstelle im Forsthaus. Der Unterförster Fietensee betreute das erste Telefon im Dorf. 70 Mark pro Jahr kostete die Unterhaltung der Anlage, die Summe sollte aus Gesprächsgeldern aufgebracht werden. [05] S. 200

1917 Eine Unterförsterei, sie wird ausdrücklich als zum Großherzoglichen Haushalt gehörig benannt. [06]

1923, 18. Mai 20:00 Uhr: Gemeindeversammlung, anwesend waren 6 Vertreter. Einziger Tagesordnungspunkt (TOP) war die Erhöhung der Jagdpacht. Durch die immer mehr zunehmende Geldentwertung war vom Ministerium eine Erhöhung der Jagdpachten ausgegeben – je 100 Mark Pacht 1 Zentner Roggen. Da der Roggen sehr im Preis gestiegen ist, ließ das Ministerium diese Forderung fallen. Der Jagdpächter Herr Baller hat für die gesamte Jagd Dorf-und Hof Glashagen 10 Hasen geboten, nur die Gemeindevertreter erklärten einstimmig, dieses Gebot sei lange nicht ausreichend, und so einigten sie sich, Herrn Baller anheim zu stellen 50 Hasen für die gesamte Jagdausübung zu lassen, falls der Pächter darauf nicht eingeht, soll die Jagd durch das Amt vom Jagdpachteinigungsamt festgesetzt werden. gez. Griese, Heiden, Bohsack, Krohn. [o5]

1923, 14. Juni 20:00 Uhr: Gemeindeversammlung, anwesend 6 Vertreter. Laut Urteil des Jagdpachteinigungsamtes wurde dem Jagdpächter Herrn Baller die Jagd der Feldmarken Dorf und Hof Glashagen für den gebotenen Preis von 10 Hasen zugestanden. Das Gericht hielt das Angebot für angemessen. Die Gemeindevertretung will sich damit nicht zufrieden geben und will Berufung einlegen beim Landes-Pachtjagdeinigungsamt, um zu sehen, daß Gemeinde zu Recht kommt. [05]

1928 wurde der Deutsche Reichsjagdbund gegründet. Herzog Adolf Friedrich war Präsident bis zur Auflösung 1934 durch die Nationalsozialisten. An Stelle des Reichsjagdbundes trat eine Behörde unter der Führung von Reichsjägermeister Herrmann Göring.
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1929: Der Glashäger Forst ist Bestandteil des Ivendorfer Forstes, der setzt sich lt. Försterhandbuch [03] wie folgt zusammen:
Gesamt Laubwald Nadelwald Sonstiges

GesamtLaubwaldNadelwaldSonstiges
1. Ivendorfer Forst 600 ha195 ha355 ha50 ha
2. Hütten370 ha200 ha133 ha37 ha
3. Glashagen218 ha125 ha85 ha 8 ha
4. Hinrichsdorf 335 ha 280 ha 55 ha 20 ha
5. Stäbelow 364 ha 82 ha 218 ha 64 ha
6. Satow 136 ha 83 ha 40 ha 13 ha

… Hinrichsdorf, Stäbelow und Satow gehörten nicht zum Glashäger Forst. Die übrigen Flächen sind bis 1945 Eigentum des Herzogs Adolf Friedrich, einem Sohn des Großherzogs. Abschüsse von Damm- und Rotwild stehen nur ihm zu und auch das Bestimmen übergeordneter Jagdgesetze für herrschaftliche Jagden im ganzen Land.

1930, 1. Juli: Der Amtsförster Mamerow kommt nach Glashagen und bleibt bis zu seiner Versetzung am 30. Juni 1936. Neben seiner Frau sind eine Haustochter und ein Dienstmädchen in seiner Begleitung. [02]
Die Zeitzeugin Frau Hancke berichtet über Amtsförster Mamerow: „Er war gehbehindert und fuhr in den Wald nur mit seiner Kutsche. Gejagt wurde immer von Doberan aus, – herrschaftlich, die brachten alles mit.“ [26]

1932, 12. Mai: Gemeindeversammlung anwsd. 7 Gemeindevertreter; Antrag des Jagdpächters Schweinitz in Rostock mit der Bitte um Ermäßigung der Jagdpacht ab 1. Juni 1932 von bisher Pacht 270 Mark jährlich auf 108 Mark. Die Gemeindevertreter halten das Angebot von 108 Mark für reichlich niedrig, sind wohl bereit der heutigen Zeit anpassend 1/3 dieselbe zu ermäßigen um 90 Mark, so daß die Summe der Jagdpacht auf noch 180 Mark jetzlich zustehen könne. Dieses Angebot soll Herrn Dr. Schweinitz mitgeteilt werden. Sollte Dr. Schweinitz auf das Angebot nicht eingehen, beschließt Gemeindeversammlung, die Jagd neu zu verpachten, das Angebot von 108 Mark ist sichtlich zu niedrig gehalten. [5]

1933, 18. Februar: Gemeindeversammlung, anwesend sämtliche Vertreter; Antrag des Wildhändlers Thede und Landwirt Hermann Lemke aus Benz bei Kartlow: Zustimmung in Jagdpachtkontrakt des Dr. Schweinitz, jetzt in Köslin, mit hiesiger Gemeinde weiter zu gehen. Zu Pkt . Jagdpacht: Genehmigte Gemeinderversammlung der Eintritt … der Antragsteller … in den Jagdpachtkontrakt hiesiger Gemeinde für Ablauf der Pachtung 31. Mai 1935 mit der Bedingung, die fällige Pacht von 180 Mark jährlich im voraus am 1. Juni jedes Jahr zu zahlen und 300 Mark (Dreihundert) bei der Spar-und Dahrlenskasse in Reddelich zu hinterlegen zur Sicherung der Zahlung von Wildschäden und das Anlagebuch mit Zweckvermerk versehen zu lassen, natürlich erst nachträglich der Zustimmung der Jagdaufsichtsbehörde. [5]

1933: Das Forstamt ist am Bau der Dorfstraße federführend beteiligt, Amtsförster Mamerow wird tätig.

1935, 15. August : … Beschlossen wurde ferner, sich mit dem Schreiben des Forstamtes Doberan, für hiesige Gemeindejagd nur 44,52 Mark zu zahlen, nicht einverstanden zu erklären und gibt der Gemeinde keine Bestätigung dazu. Wünschen, eine höhere Pacht und einen Jagdpachtkontrakt zu machen auf wieviel Jahre verpachtet usw., genau die Pachtung ausführen, als wenn an irgendeine Privatperson verpachtet [5]

1936: Revierförster Felix Grälert, geb.: 27. 5. 1883 in Rostock und seine Hausgehilfin Carla Griese, geb.: 8. 1. 1908 in Glashagen kommen am 1. Juni 1939 aus Reddelich in Glashagen an und beziehen das Forsthaus.[02]

1945: Förster Grälert ist abgesetzt worden und wohnt im Forsthaus ohne Funktion in forstlicher oder dorfverwalterischer Hinsicht. In Glashagen gibt es keinen Förster oder Holzwärter mehr, das Forsthaus ist von nun an ein reines, gemeindeeigenes Mietshaus. [17] Wohnhaus und Nebengelaß werden 1993 von der Familie Tauchel erworben und umfänglich in Stand gesetzt. Die im unmittelbaren Umfeld befindlichen ehemaligen Forstländereien werden nach 1990 als Bauland ausgewiesen und nach und nach bebaut.

1945: Günter Griese, geb.: 02.04. 1917 als Sohn des Bauern von Hof III in Glashagen ist Revierförster in Hundehagen. Er kommt am Kriegsende ( 30. 4. 1945 ) von der Wehrmacht nach Glashagen; geht nach eigenen Angaben im Meldebuch Bad Doberan, nach wenigen Tagen in Richtung Kreis Rostock weiter. [02]

1946: Förster Schröder wohnt ab 1947 im Forsthaus. Über sein berufliches Wirken ist noch nichts bekannt. [02]

1957 übergibt Revierförster Knoblich als Vertreter der Doberaner Forstbehörde die Glahäger Ländereien aus dem Forstgrund 2,25 ha Koppel; 2,10 ha Wiese und 1,76 ha Wiese an das Dorf. Wahrscheinlich aus der bisherigen Nutzung im Rahmen der Bodenreform in das Eigentum der Gemeinde. Diese bis dahin sogenannte Holzwärter- Competenz, der Wirtschaftsacker um das Haus herum, wird ab 1945 dörflich genutzt (Bodenreformland?). [17]

Für die Ermittlung der Personen und der Dienstjahre der einzelnen Forstoffizianten wurde der jährlich erscheinende Großherzoglich Schwerinsche Staatskalender [06] herangezogen.

Struktur der Forstverwaltung im 19. Jahrhundert.

Die Oberaufsicht über alle Domänen, sowie über das Jagd-,und Forstregal hat die Herzogliche Kammer in Schwerin. Eine besondere Sektion dieser Behörde, das Forstkollegium steht der Forstverwaltung, mit einem Direktor, einem Oberlandforstmeister einem Oberforstrat und vier Kammerrräten vor. Die örtlichen Verwaltungsbezirke sind die Forstinspektionen mit je einem Oberforstmeister in den Amtsstädten und mindestens einem Förster dem Unterförster, Holzwärter, Holzvoigte untergeben sind. Jeder Förster hat normalerweise einen Jäger (auf eigene Rechnung ) zu halten. In Mecklenburg-Schwerin gab es 18 Forstinspektionen.

Die Forstinspektion Doberan bestand aus einem Oberforstmeister, zwei Förstern in Satow und Hundehagen und sieben Hozwärtern. Der Holzwärter in Glashagen war der Hundehäger Försterei zugeordnet. Im Verlauf hat sich die Zuordnung verändert, wie wir aus den Dienstbebezeichnungen ersehen konnten.


Geschichte der Waldbewirtschaftung in Glashagen

Karte zur Jagdaufteilung,
Repro um 1995 aus alten Flurkarten

Noch zum Anfang der hier zu betrachtenden Siedlungsgründungen im 13. Jahrhundert war für die hier angesiedelten Wenden, eigentlich die jagdliche und sammlerische Nutzung des überreich vorhandenen Waldes, der hauptsächliche „Broterwerb“. Es war nicht das Wesen ihrer Lebensweise, die Feldwirtschaft oder gar Viehzucht zu vervollkomnen. Mit dem von ihnen verwendeten einfachen Hakenpflug war es möglich, die vorhandenen freien Flächen zu bearbeiten und sich bei der geringen Besiedlungsdichte ausreichend zu ernähren. Bodenkultivierungen wie durch die Siedler war nicht ihre Sache

Zur Zeit der Besiedelung des Wendenlandes war mehr als die Hälfte unserer Landschaft bewaldet und wir wissen, daß es nun das Ziel der neuen Siedler war, gerade durch den Feldbau und die Viehzucht zu existieren und dazu die vorhandenen Flächen durch Rodung von Busch und Holz urbar zu machen und vor allem zu erweitern. Die Hagendörfer (durch Rodung entstanden) sind namentlicher Beleg dafür. Selbstverständlich nahmen auch die neuen Siedler alle Segnungen der Wälder in ihren Besitz.

Das mittelalterliche Forstpersonal, wie der 1312 erwähnte Schütze Hence, diente sicherlich zu seiner Zeit ausschließlich der Vertretung jagdlicher Belange, hier zunächst noch den Mönchen des nahen Zisterzienser-Klosters Doberan. Die wirtschaftliche Nutzung des Wildes und des Holzes war ausschließlich dem Kloster untergeordnet. Man kann davon ausgehen, daß die Entnahme von Holz oder Wild zu dieser Zeit für jedermann bereits verboten war. Das Kloster Doberan als Besitzer des Waldes hat mit Sicherheit bis zur Säkularisierung 1552 bereits eine geordnete Nutzung und Bewirschaftung betrieben. Zeitgemäß hat die allgemeine Entwicklung zu erhöhter Ausbeutung Anlaß gegeben. Und daher ist auch bekannt, daß Haus- und Bootsbau, Teerschwelerei, Glasbläserei, Holzkohlegewinnung usw. sehr alte Handwerke sind, die in hoher Blüte standen, deren Holzentnahme in zunehmender Menge sich in den vorhandenen Wäldern z.T. verheerend bemerkbar machte. Immerhin gab es bereits um 1300 einen Holzhof in Wismar der auf frühen Holzhandel schließen läßt. Auch mit der durch die Säkularisierung bedingten Übernahme der Wälder durch die Landesfürsten trat kein entscheidender Wandel in der Waldnutzung ein. Natürlich wollte man der erkannten Gefahr Einhalt gebieten und erließ eine Anzahl entsprechender Vorschriften und Regularien.

So stellte man sich um 1700 in ironisch verklärter Ausdrucksweise den vollkommenen Weidmann vor.

Das frühe Forstpersonal – Jägermeister, Haidereiter, Schützen, Netzknechte, usw. – diente hauptsächlich allein dem jeweiligen Waldbesitzer und unterstand ihm unmittelbar. An allgemeine administrative Aufagben des Schutzes, der der Hege und Pflege des Waldes, dachte damals noch niemand. Erst nach der Sekularisierung der Domänen wurde diese Aufgabe Sache des Amtes . Eine zentrale Forstverwaltung im späteren Sinne gab es anfangs noch nicht. Es kam zu den ersten ordnenden Einflussnahmen der Obrigkeit. So enthalten die Polizeiordnungen von 1562 und 1572 die Passage Dennoch stammen einige spezielle landesherrliche Regularien aus dieser Zeit. Beispielsweise entsprechende Holz- und Wildordnungen, wie die Ordnungen : „Wider die Wilddieberei“ vom 26. Mai 1628 oder die „Jagd0rdnung“ vom 5. März 1674. Diese Bestimmungen sicherten bedingungslos die Interessen am Waldbesitz. Auch ging es vordergründig und hauptsächlich noch um Jagdliches, während spätestens im frühen 18. Jahrhundert (siehe Ordnung von 1706) der Holzfrevel dazu kam. Siehe auch LGGEV 1755.

Für die Ausbildung des Forstpersonals bestanden noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts keine besonderen Forderungen, auch fanden noch keine Prüfungen statt. Die für eine höhere Ausbildung vorgesehenen jungen Männer besuchten entsprechende Institute und Akademien außerhalb Mecklenburgs und erlangten deren Zeugnisse. Bei den meisten Förstern von der Kategorie der in Glashagen Dienst tuenden, beschränkte sich deren Vorbildung auf die Ausbildungszeit bei einem gestandenen Förster. Die Inspektionen erteilten dazu Erlaubnis und bestimmten fernerhin zeitlebens den weiteren Werdegang. Dabei kommt es schon mal gelegentlich zu Vorgängen, wie im folgenden beschrieben:

Über den Stationsjäger Fietense

Wir lesen am Anfang des Briefwechsels, daß der Stationsjäger Fietense zu Höherem berufen ist. Dann bescheinigt man ihm ausdrücklich, daß er positiv bewertet wird. Wilhelm Fietensee, geb.: 1864 ist Holzwärter in Glashagen ab 1899. Sein Sohn Kurt ist in Grittel 1897 geboren. In Grittel war er schon lt. Beurteilung bereits Stationsjäger, wie geht das ?

Der Run auf das Holz- Ursachen und Wirkungen

Die eigentliche objektive Ursache für Holzknappheit war die ständig steigende Verwendung des Holzes in allen Bereichen:

  • In der raschen Entwicklung der Glasherstellung und -bearbeitung und der dazu nötigen Erzeugung der Pottasche und zum Schmelzvorgang selbst.
  • In der Holzkohlegewinnung für Metallschmelz- und Schmiedearbeiten
  • Im Gewinnungsprozess der Holzkohle entsteht Teer. Beide Produkte können wechselweise das Zielprodukt sein
  • Im Schiff- und Bootsbau mit Holz für Schiffe und Masten. (Besonders in-und ausländischer Kriegsschiffbau)
  • Im Wagen- und Hausbau.
  • Alleiniges Heizmaterial neben dem nicht überall zur Verfügung stehenden Torf.
  • Gleichzeitig gab es zunächst keinerlei nennenswerte Holzgewinnung aus künstlicher Anpflanzung von Schonungen. Es wurde, wie wir heute sagen, nicht nachhaltig gewirtschaftet sondern Raubbau betrieben.
Zeitgenössischer Förstereid, geschworen auf den Herzog Ludewig der sich fast wie ein Funktionsplan liest

Wenn man bedenkt, daß fast alle Heizungs- und alle Kochstellen ausschließlich mit Holz betrieben wurden, wird schnell klar, welche unmittelbaren Auswirkungen auch die rasche Zunahme der Siedlungen auf Holzknappheit für den Einzelnen hat. Eine strikte Zuteilung jedweder Art von Holz und deren Menge wurde befohlen. Alle Pachtverträge der Bauern und Büdner und deren Einlieger (Mieter) sowie die Anstellungsverträge der Lehrer, Pastoren, Küster und Hebammen enthalten die Holzzuteilung als wichtigen Vertragsbestandteil. Die jeweiligen Forstleute aller Dienstränge hatten mit der Bereitstellung, der Aufsich der Bewachung und Ausgabe der vorgeschriebenen Kontingente gut zu tun. Immer wieder geht es um die Knappheit der Zuteilung. Natürlich wird auch das Bau-und Witschaftsholz Bestandteil der Kontingentierung. Sogar die in punkto Vorschriften weitgehend verschonte Ritterschaft erhält 1755 im LGGEV eine vorzuzählende stückweise Anzahl von Bäumen pro Jahr aus ihrem eigenen Wald.

Es setzte damit ein starker Druck auf die Wälder ein, indem die Menschen notgedrungen zu Selbstversorgern wurden. Der Begriff Holzfrevel war geboren. Eine Fülle von Bestimmungen regelten also zunehmend den Umgang mit dem Brennholz, dem erlaubten und dem unerlaubten. Die Fülle, der sich mehrere Jahrhunderte andauernd wiederholenden Ver-und Gebote zum Thema beweisen hinlänglich, daß erst die Verwendung von Steinkohle, Öl und Gas sowie die sie begleitenden technischen Verfahren die Lösung brachten.

Der Holzfrevel ist nie ins Unrechtsempfinden der einfachen Menschen gelangt. Eine redliche Gesinnung hat man den Dorfbewohnern allenthalben eigentlich nie bestritten. Sie waren ebenso ehrlich und gut wie alle im Land. Ihre Ansicht über den Forstfrevel war eine besondere. Den fürstlichen Wald hielt man nicht für so bedingungsloses privates Eigentum, als daß man sich nicht ab und zu, wenn man Brennholz brauchte, einen kleinen Vorrat aneignete. Gleichzeitig erkannte man allgemein an, daß alles weitere tabu zu sein hatte. Über die Versorgung der Dorfbevölkerung mit Brennholz noch im 20. Jahrhundert

Ohne Zweifel war also dieser Zustand das eigendliche ständige Betätigungsfeld auch der Glashäger Forsthüter. Diese Gedanken einbezogen, versteht man, welche Rolle die Forstmänner hatten. Die Wache über den Wald und die Vollmachten aus dieser Tätigkeit, die Anwesenheit bei Entscheidungen über und die Kontrolle von Bauangelegenheiten die Ahndung von einschlägigen Vergehen. Diese Vollmachten und die Nähe zu der jeweiligen Grundherrschaft verschafften ihnen ein hohes und häufig gefürchtetes Ansehen im Dorf.

Die jagdlichen Aufgaben

Die in Glashagen diensttuenden und im Forsthaus beheimateten Forstmänner dienten dem Besitzer des Waldes, in diesem Fall ihrem Jagdherren, in jeglichen Belangen der unmittelbaren jagdlichen Bewirtschaftung des Reviers. Die Instandhaltung und Verwaltung des umfangreichen Jagdzubehörs und die Vorbereitung der häufigen größeren Jagden war Sache dieses jeweiligen Mannes. Selbstverständlich begleiteten sie ihren Dienstherren zu allen Jagden nicht nur im eigenen Revier.

Befehl zur Durchsetzung des herzoglichen Vorjagdrechts, hier am Beispiel von Groß Nienhagen

Üblich waren seit dem frühen 17. Jahrhundert sogenannte Vorjagden, reserviert für das Jagdgefolge des Herzogs in den ritterlichen und gutsherrlichen Privatwäldern.

Größere Drück- oder Treibjagden bereiteten die jeweiligen am Ort tätigen Forstvertreter vor und sorgten für Gerätschaft und anschließende Versorgung des erlegten Wildes. In diesem Zusammenhang betreuten sie auch die von den Hauswirthen des Dorfes vertragsgemäß zu haltenden Sauhunde während der Jagd. Die Sauhunde wurden den Bauern gebracht und diese hatten ausdrücklich eine Hütte, Futter, eine Leine und ein Halsband zu liefern. Ab 1793 war die Regelung so, daß wenn kein Hund durch das Amt auf den Hof gebracht und gelegentlich einer Jagd verfügbar sein mußte, hatte der Bauer stattdessen 1 Thaler sogenanntes Surrogadgeld zu zahlen. Die Pachtverträge der drei Bauern im Dorf Glashagen enthalten für den Zeitraum 1837 bis 1851 folgende Auflage unter

Pkt. p) :

Bei Treibjagden hat jeder einen Treiber für 4 Schillinge á Tag zu stellen und für die gleiche Renumeration den Transport des zur niederen Jagd gehörenden Wildes nach Doberan zu beschaffen und für eine Wildfuhr dorthin erhalten sie 32 Schillinge oder einen Thaler, je nachdem ob es ein Zwei- oder Vierspänniger ist.

Jagdverpachtung 1715. Anonce in der seinerzeit üblichen Form. Reviere ausschließlich aus herzoglichem Grundbesitz, werden öffentlich meistbietend angeboten.

Kompetenzen der Forstbehörden

Ausdruck aus Gesetzblättern

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Forst- und Baubehörde zusammengelegt. Das hieß wieder hauptsächlich, daß durch die Forstmänner unmittelbare Belange des Bauens, also des Einsatzes des Hauptwerkstoffes Holz kotrolliert wurden. Gemeinsam nahm man die Kontrolle über die Konstruktion den Hausbau, den Materialeinsatz bis hin zu Brandschutz vor. Schließlich tragen alle Protokolle der nach dem Bau regelmäßigen sog. Zimmerbesichtigungen und der Pächterwechesel auf den Höfen die Unterschriften der Forstbeamten.

Die Forstinspektionen werden von Forstmeistern und Oberforstmeistern geleitet und beaufsichtigt, die wiederum für die Reviere der Förster, Holzwärter usw. zuständig sind. Vereinfacht kann man sagen, dass die Rangordnung gewisse Rückschlüsse auf die Bedeutung und Größe des zugeordneten Waldgebietes zulässt. In Glashagen erklären sich die über die Zeit wechselnden Bezeichnungen der jeweiligen Waldhüter sicher auch dadurch.

Ein Vorgang aus dem Protokollbuch von 1920, Kreisbehörde für Volksernährung Doberan zu Jagdrecht im Revier Glashagen:

Eine Prüfung der Größe der Feldmark ergab daß die Feldmark der Gemeinde Dorf Glashagen keine 200 Hektar umfaßt, also keinen selbständigen Jagdbezirk umfassen kann. Es müßte mit einem Doberaner Bezirk zusammengelgt werden. Die Beratung ergiebt die Werterhöhung der Jagdaufsichtsbehörde Doberan … [05]

Artikel aktualisiert am 16.09.2020