2003: Vortrag zum Park des Hofes Glashagen

Gutspark Glashagen – Informationen 02/00; Fläche ca 1 ha

Diplomarbeit 2003 verteidigt bei UNI Rostock. –Der Park gehört zu dem Zeitpunkt noch der Stadt Bad Doberan. — Eine Studentin des Institut für Landschaftsplanung der Uni Rostock (Conny Glause ??) hält im Rahmen eines Umwelttages 2003 in Retschow einen Vortrag zum Thema „Konzeption für den Gutspark Hof Glashagen“. Grobe Aussage : Gesamt ca 1200 derartige Parks in Mecklenburg , sehr viele verwildert. Das Glashäger Gutshaus entsteht ca. 1829 bis 1831. Gutsanlage mit Gutshaus und Garten wird dem Amtshauptmann Hundt zugeschrieben. Amtshauptmann ist der oberste vom Großherzog eingesetzte Beamte eines Amtes (hier Doberan). Er ist gleichzeitig höchster Baubeamter.

Bestand: Eschen, Bergahorn, Ulmen erkrankt sog. „Ulmensterben“, div. junge Gehölze als Wildwuchs. Markante Bäume sind eine große Linde, zwei Stieleichen eine Lärchengruppe, einige Eiben, zwei Roßkastanien. Das Gebiet der Zuwegung zum Quellental von der Kreisstraße Schwarzer Weg kommend ist auch als Weinanbaugebiet der Mönche überliefert. In der Auflistung der Flunamen für den Hof Glashaben unter Nr. 4. und 5..Die Gaststätte Quellental wird von den ältesten Glashägern als Winkeller (Weinkeller) bezeichnet.

2013er Vorschläge zur zeitnahen Behandlung des Parks.

Insgesamt die Sichtachse wieder herstellen.

Die Bäume freischneiden. Den Japanknöterich, Holunder und Weißdorn entfernen.

Das seltene Aronstabblatt ist sowohl im Parkgebiet als auch im Bereich der Zuwegung zum Quellental bei der Obstplantage und um den Tempel Quellgebäude und das Tal herum zu finden. (Ungiftig, stark calziumhaltig, durchdringender unangenehmer Duft). Es steht unter Naturschutz.

Artikel aktualisiert am 03.11.2020

1936 Hof und Dorf zusammen

1933 hatte die Nationalsozialistische Partei Deutschlands die Macht ergriffen und die gesamte Gesellschaft verändert. Die Verwaltung war umfassend von ihrer Ideologie beherrscht. Folgerichtig wurden die Strukturen der ländlichen Verwaltung allenthalben gestrafft und jegliche Einflußnahme der auf den Gütern bis dahin regierenden Besitzer unterdrückt.

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1919: Bürgermeisterwahl

Auszug aus dem Protokollbuch 1872 bis 1941

1919 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft, Mecklenburg- Schwerin wurde Freistaat. Es kam zur Einführung des ersten deutschen Verhältniswahl-Gesetzes. Ein neuer Landtag und die Erneuerung der Form ländlicher Verwaltung folgten. Die Zeit der Herzöge und Großherzöge war vorbei. Wahlen waren angesagt. Die Wahl betreffend traten zwei entscheidende Neuerungen in Kraft, die die Machtverhältnisse im Dorf Glashagen auf den Kopf stellen sollten: 1. Frauen dürfen erstmals wählen und das allgemeine 2. das Wahlalter wird von 25 Jahren auf 20 Jahre herabgesetzt. Damit waren größere Wählerzahlen entstanden.

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1912 Gutshofpächter Baller

Zeitzeugin Erika Westendorf:

In meiner Jugend war der Besitzer ein Baller. Er hatte mit der ersten Frau 6 Mädchen. Bei der Geburt des 6. Kindes starb sie im Moorbad, damals auch Krankenhaus. Gleichzeitig starb dort auch die Gemahlin des Herzog Adolf-Friedrich von Mecklenburg. Es muss Anfang der 20-ziger gewesen sein. [PS. Es war am 18.12 1918; sie hieß Victoria Feodora Reuß lt. Wikipedia.] Ballers zweite Frau bekam dann nur Jungens, 6 an der Zahl, sie beschäftigten damals auf dem Gut zwei Mädchen, die nur mit der Kinderwäsche beschäftigt waren. [33]

Karl Baller wird das Erlegen eines starken Hirsches, eines Zwanzigenders im Oktober 1919 zugeschrieben. (Siehe Skizze) [09]

Artikel aktualisiert am 17.02.2020

1906 Erschließung des Quellentals

Die Kunst, mit der Wünschelrute Quellen zu entdecken, ist alt. Lange wurde sie bezweifelt und bestritten, erst neuerdings hat die Wissenschaft sie anerkannt, unter anderem deshalb, weil sich im Weltkriege auf fremdem Boden (hier gemeint der erste Weltkrieg 1914 bis 1918) die Brauchbarkeit der Wünschelrute bei der Feststellung von unterirdischenWasserläufen gezeigt hatte.

Der Rutengänger benutzte Hasel- oder Weidenruten, Drahtgabeln, Aluminium usw … Es gibt auch natürliche Wünschelruten, das heißt merkwürdig gebogene Bäume, die eben durch ihre ungewöhnliche Gestalt, auf das Vorhandensein eines Wasserlaufes bzw. einer Quelle hinweisen.

Wir können von einem Fall berichten, da die Entdeckung einer Heilquelle solchen Wünschelruten zu verdanken ist. In dem vom Goldbach durchflossenen Weinkellertal am Teufelsberg, auf dem Gute Glashagen in Mecklenburg bei Doberan, einer ausgesprochenen Moränelandschaft, gibt es Bäume die alle nach der gleichen Richtung abgebogen sind. Dieser Umstand gab Veranlassung zu Bohrungen. Man fand zwei vorzügliche Mineralwässer, von denen das eine ein Tafelwasser, das andere ein Heilwasser ist.

Artesischer Ursprung liegt bei beiden Quellen vor. Im ganzen weist das Tal über 60 eisenhaltige mineralisierte Quellen auf. Die Analyse der Heilquelle hat hohen Gehalt an Kieselsäure oder Silizium (H2,Si O3) ergeben, ein lebenswichtiger Stoff; sie ist Akkumulator und Isolator für Eigenelektrizität und Lebenskraft. Der Gehalt an Kieselsäure bestimmt mit die Schutz und Heilkraft des Blutes sowie die stärkere oder schwächere Phagozytose (Verzehrung von Fremd-und Krankheitsstoffen durch Freßzellen).
[Quelle: „Die Wünachelrute 1928“] [53]

Soweit ein unterhaltsamer zeitgenössischer Ausflug zu dem Thema mit gewagten Details zur Wirkung des Wassers, die auch jetzt, fast 100 Jahre später, noch „verkauft“ werden könnten.

Lt. Wikipedia gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis über das Aufspüren von unterirdischen Quellen oder Wasserläufen mittels einer Wünschelrute. Gleichzeitig schwören auch heute noch eigentlich fast alle Brunnenbauer auf diese Methode!

Wappen der Familie von Blücher, es hat anfänglich als Markenzeichen für das abgefüllte Quellwasser gedient.

1906 erwarb Hans von Blücher, ( damalieger geschäftstüchtiger Gutsherr auf dem Hof Glashagen) das Quellental und begann mit der Erschließung und wirtschaftlichen Nutzung des Mineralwassers von dort.

Zeitzeugin Erika Westendorf: [33]

Blücher ließ im Quellental bohren. Aufmerksam geworden durch schlanke Bäume, die sich mit den Kronen zur Erde neigten. (Wünschelruten). Als Arbeiter vom Gut waren tätig: Carl Reincke, später im Werk Doberan tätig als Vorarbeiter, und Otto Krohn, später Büdner in Stülow (Büdnerei V , wo heute Timm wohnt). Das Wasser erwies sich als stark Siliziumhaltig . ( Kieselsäure) Über 100 Quellen wurden im Brunnenhäuschen gesammelt und in zwei Leitungen mit natürlichem Gefälle nach Doberan geleitet ( Keramik und Kupfer ). Von der Kupferleitung will die Glashäger heute nichts wissen. Heute kommt das Wasser aus Tiefbrunnen eines angekauften Areals von Hohenfelde.

Einige weitere Erläuterungen findet man in einer wissenschaftlichen Schrift zur Untersuchung des Bäderwesens und die Entwicklung im medizinisch vorbeugenden und touristischen Bereich erschienen ca 2004:

Zur Geschichte der Glashäger Silicium-Heilquelle

Im Jahre 1906 wurden vom damaligen Besitzer des Gutes Glashaden bei Doberan Bohrungen ausgeführt, welche eine neue Mineralquelle zu Tage förderten. Das Wasser wurde vom Geheimen Regierungsrat Professor Dr. H. Fresenius-Wiesbaden untersucht. Man verglich das mecklenburgische Quellwasser in seiner Zusammensetzung mit Quellwasser aus südlicheren Gefilden und befand, dass es sich in der „Welt“ sehen lassen kann.

Das Wasser der Glashäger Mineralquelle wurde von Glashagen nach Doberan geleitet, wo selbst die inzwischen gegründete Gesellschaft Mineralquelle Glashagen GmbH zu Doberan eine mit den modernsten Maschinen eingerichtete Abfüllstation am Bahnhof Doberan errichtete.

Im Jahre 1910 wurde Glashäger vom Kaiserlichen Patentamt zum Markenzeichen erhoben, damit war der Grundstein der Entwicklung zum Markenartikel gelegt. Im Jahre 1939 erwirbt die Firma Geroldsteiner die Glashäger Mineralquellen, wird jedoch 1946 von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet. Im Jahre 1950 erfolgt eine zweite Enteignung durch die DDR- Regierung. Als Mitglied der Rostocker Brauerei füllte der Mineralbrunnen jedoch weiter Mineralwasser ab und entwickelte sich nach dem Margon- Brunnen zum zweitgrößten Brunnenbetrieb der DDR. Im Jahre 1990 kaufte die Firma Gerolsteiener den Glashäger Brunnen wieder zurück. Seit dem Jahr 2oo3 gehört der Brunnen zur Brau und Brunnen AG. Dank umfangreicher Investitionen ist Glashäger heute die bedeutendste Mineralwasser-Marke in Mecklenburg- Vorpommern und mit einem Absatz von 500 000 Hektolitern an Mineralwasser und Erfrischungsgetränken Marktführer in unserem Bundesland.

Der Glashäger Quellentempel, errichtet am Ort der Ursprungsquelle erinnert noch heute an die Anfänge des Glashäger Brunnens. Stetig steigende Füllmengen machten jedoch die Erschließung neuer Quellen notwendig, die im Umkreis von drei bis 4 Kilometern in 80 Meter Tiefe im Glashäger Quellental liegen.

Dieses architektonisch auffällige Quellgebäude ist in leicht zurückgebauter Form erhalten immer noch einen Ausflug wert, liegt es doch inmitten einer sehenswerten Naturlandschaft an einem oberirdischen Quellbach umgeben von einem alten urwüchsigen Baumbestand als Bestandteil des Naturschutzgebietes.

Artikel aktualisiert am 02.12.2020

Vermessung der Dorffeldmark Glashagen

Frühe Ortsvermessungen 1752

Interessant für uns ist eine so bezeichnete H o f f m a n n s c h e Vermeßungs-Charte de anno 1752. Aus ihr wird das erste Feldregister der Glashäger Feldmark extrahiert, aus dem die Bewirtschaftung der 3 Huefen des Dorfes bestimmt werden kann. Die ersten Pachtverträge von 1793 fußen ebenfalls auf diesem Register:

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1828: Hof Glashagen wurde Erbpachthof

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts läßt sich besonders unter den großen Höfen eine merkliche Zunahme der Erbpachtstellen im Gebiet des Amtes Doberan verzeichnen. In diesem Fall sind die Höfe Fulgen und Glashagen im gleichen Jahr 1828 vererbpachtet worden. Die Vererbpachtung erfolgte aus einer Hofmeierei. [37] und [42]

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1801 Sammelholz

Solche Klarstellungen in aller Öffentlichkeit (hier handelt es sich immerhin um ein Gesetzblatt) kamen nur in seltenen Fällen vor. Es lohnt sich genau hinzuschauen: Der Herzog Friedrich Franz belehrt den Oberforstmeister Behr zu Doberan dass unter dem Deputatholz unseres Amthauptmannes Wachenhusen (im Pachtvertrag festgelegt) Knüppelholz und nicht Reisigholz zu verstehen ist. Was mag vorausgegangen sein wenn man für so eine Richtigstellung zwischen den beiden ranghöchsten Beamten des Amtes Doberan einen Herzog als Schiedsrichter bemühen muß?

1755: Lage der Schmiede im LGGEV

Durch den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich (LGGEV) von 1755, § 259 waren nur wenige Handwerker auf dem Lande zugelassen, zu denen der Grobschmied mit einem Gesellen gehörte. Schon 1787 heißt es in einem weiteren Gesetz: „Auf eingegangene Beschwerde wegen Überschreitung des § 259 des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs, nach welchem den Grobschmieden auf dem Lande ausdrücklich nur erlaubt ist, einen Gesellen zu halten, wird das Halten eines zweiten nochmal verboten. Weiter wird verfügt, daß kein Lehrjunge erlaubt ist.

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1779 Inoculation von Rindern

In Mecklenburg grassierten mehrere Rinderseuchen; die tödlichen Verluste haben existenzbedrohende Ausmaße, weil ganze Herden krepierten. Es war daher ein außerordentliches allgemeines Interesse an der Eingrenzung oder sogar Beherrschung der Seuche vorhanden. Länderübergreifend wurden verzweifelt tierärzliche Behandlungsformen gesucht. An einer für die damaligen Verhältnisse wohlorganisierten Versuchsreihe beteiligte sich u.a. der Pächter des Hofes Glashagen mit einigem Erfolg. Die Auswertung verschiedener Inoculationen erfolgte im Hannoverschen Magazin 1779
Auf Seite 2 unter Nr. 12 erklärte August Gottlieb Lübke als derzeitiger Pächter von Glashagen Hof, daß seine inoculierten Rinder zwischen die verseuchten gezogen sind und nicht angesteckt wurden. Als Zeugen traten der Amtmann Brüning (höchster Herzoglicher Beamter des Amtes Doberan)und der Amtsschreiber Fulda auf.

Auf Seite 3 unter 1) wurde die Gesamtzahl von 168 Rindern angegeben, 96 Rinder waren durchgeseucht, also erhalten geblieben und 72 Stück waren gestorben. Beachtlich ist nebenbei die Größe der Herde zur damaligen Zeit auf dem Hof Glashagen.

Im übrigen wurden immer wieder aus verschiedenen Gründen die Rinder geimpft. Von einer sogenannten Durchimpfung ist in einem Sitzungsprotokoll der Gemeinde aus dem Dezember 1947 die Rede. Hier erhalten die Bauern Ernst Niemann und Ewald Klempke für Hilfestellung bei der Rinderimpfung im Dorf durch einen Veterinär für 18 Std pro Kopf 0.50 Mark pro Stunde.

1750 Hof Glashgen fällt aus der Pacht

Unter Intelligenz=Sachen : Spezifikation der auf Johannis 1750 aus der Pacht fallenden Herzoglichen Domainen=Stücke…Im Amte Doberan; ,…der Hof Altenhof, der Hof Glashagen… .
Dieses Blatt gehört zu einer Drucksache, wie sie zu der Zeit einem bestimmten Bevölkerungskreis öffentlich zugänglich waren. Weitere untersetzte Papiere enthielten dann den Versteigerungstermin und den Ort der Auktion(Versteigerung). Die Domanialhöfe wurden dazumal schon ohne Ansprüche an die Qualifikation des Erwerbers an den meistbietenden abgegeben. Häufig war er Fachmann also Landwirt, immer häufiger „Geldmann“. Wenn er beispielsweise ein Kaufmann aus Rostock war, setzte er einen Verwalter mit entsprechenden Kenntnissen ein.