1794 Schmiede

Durch den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich von 1755, § 259 waren nur wenige Handwerker auf dem Lande zugelassen, zu denen der Grobschmied mit einem Gesellen gehörte. Schon 1787 heißt es in einem weiteren Gesetz: „Auf eingegangene Beschwerde wegen Überschreitung des § 259 des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs, nach welchem den Grobschmieden auf dem Lande ausdrücklich nur erlaubt ist,einen Gesellen zu halten,“ wird das Halten eines zweiten nochmal verboten. Weiter wird verfügt, daß kein Lehrjunge erlaubt ist. Schmiedemeister vom Land durften nicht in der oder für die Stadt arbeiten. Offensichtlich war viel Arbeit vorhanden, die auf diese Weise in die Stadt gelenkt werden sollte. Auf Betreiben der dort herrschenden Zünfte war den Landschmieden auch nur die Reparatur der Eisenbeschläge der Wagenräder und der einfachen Ackergeräte erlaubt. So blieb hauptsächlich das Beschlagen der dorf-oder gutseigenen Arbeitpferde, nicht etwa anderweitiger aus dem Umfeld. Ein Mühlen- und Schmiedezwang teilte jedem Ort das verbindliche Nutzungsrecht einer bestimmten Schmiede zu und verhinderte so das Ausweichen auf eine andere Dorfschmiede. So sah Konkurrenzkampf im 18. Jahrhudert aus! Erst 1868 wurde durch den Erlass der allgemeinen Gewerbefreiheit diese strenge unter Strafe stehende Bestimmung aufgehoben. Wir wissen bisher nicht, welcher Schmiede das Dorf und Hof Glashagen verpflichtet waren. Die nächste Schmiede war mit Sicherheit in dem mittelalterlichen Verkehrsknotenpunkt Retschow aber auch Hohenfede und Reddelich hatten eine Schmiede. Auch die Schmiede von Alhof käme in Frage, weil dieser Hof viele Jahre die Hand- und Spanndienste der Glashäger Bauern beanspruchte.