Chronik Hof Glashagen

Ereignisse und zeitliche Nachweise über die Existens des Hofes Glashagen:

1312: Erstellung eines Verzeichnisses von Kriegsschäden, welche die Rostocker im Jahre 1312 dem Kloster und seinen Gütern zugefügt haben.
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1556: Treffen des Herzoglichen Hofgünstlings Mylius mit dem Ritter Spedt. Hinweis auf Existenz eines markanten Gebäudes oder Treffpunktes in Glashagen
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1633 bis 1666: Verpachtung Hof Althof nebst Meierei Glashagen

1655: Erstnennung eines Hofes Glashagen, gebildet aus herzoglichen Ländereien der Dorffeldmark Glashagen. [04] Er existiert in etwa dieser besitzrechtlichen Form bis 1828.

1703 bis 1721: Verpachtung der Meierei Glashagen an Küchenmeister Holsten

1737: Hoff Altenhoff, Hoff Glashagen und der Land-Krug fallen zu Johanni aus der Pacht und werden erneut angeboten.
(Siehe Bildanhang unten)

1750: Laut Mecklenburgische Nachrichten Band I von 1749 fallen die Höfe Althof und Glashagen aus der Pacht ab.
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1755: Ein ständischer Erbvergleich wurde ausgehandelt und rechtsgültig
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1755: In der Zeitung Rostockische Nachrichten las man damals: „Zu Glashagen im Amte Doberan sind dem Pensionario Hr. Michaelsen am 28. vorigen Monath September 1 gelbbrauner Wallach einen weißen Stern vorm Kopf, und eine Mardklatte in der Mähne habend 4 Jahr alt, und 2tens eine kastanienbraune Stute, ein weißlich Maul habend etwa 4 Jahr alt vom Feld weggekommen; es wird also jedermänniglich geziement ersucht, wenn solche zu Handen sollten solches an oben genannten Herrn Michaelsen zu melden, und dafür einen billigen Rekompens gewärtigen.“
Diese Notiz ist wertvoll, damit steht für uns Herr Michaelsen als der Pächter von Glashagen Hof ab 1750 namentlich fest. [54]

1769: Ersterwähnung Glashagen Hof im Staatskalender [06]

1769: Erwähnung als Hof. Ausdrücklich nicht als Meierei betitelt. [62]

1779: Pächter August Gottlieb Lübke meldet Erfolge bei der Bekämpfung der Hornviehseuche durch Inoculation [Magazin für neue Historie und Geographie“ Band 11]
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17o3 bis 1721: Pächter Küchenmeister Holsten

1780 bis 1801: Pachtkotrakt für Pensionär Lübcke

1780 bis 1798: Hr. A. J. Lübke wird als Pächter von Hof Althof mit Erbmühle und Ziegelei und Hof Glashagen genannt. Der Hof Glashagen ist somit eine Pertinenz von Althof – einesogenannte Meierei.
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1794: Erster Hinweis auf den Amtshauptmann Wachenhusen, den späteren Pächter von Hof Glashagen
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1794: Im Meckl. Staatskalender werden erstmals Schmieden mit erwähnt. Höfe der Größe Hof Glashagen hatten eine kleine eigene erlaubte Schmiede, in Dörfern waren sie meist verboten.
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1801:  Pächter  Amtshauptmann Wachenhusen verlangt Aufklärung im Zusammenhang mit dem Großherzoglichen Edikt zum Begriff allerlei Abfallholz. Durch die herrschende allgemeine Holzknappheit gibt es nur stark eingeschränkte bestimmte Kontingente zur freien Verfügung für die Bevölkerung.
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1804 bis 1819: Amtshauptmann Wachenhusen wird als Pächter von Hof Althof mit Erbmühle und Ziegelei und Hof Glashagen genannt. [06]

1822 bis 1829: Friedrich Julius Vielhaak wird als Pächter von Hof Althof mit Erbmühle und Ziegelei und Hof Glashagen genannt. (erstmalige Nennung einer Erbmühle 1822)

1824: Amtshauptmann Hundt, der spätere Pächter von Hof Glashagen (ab 1828), wurde als höchster Repräsentant der Doberaner Baubehörde genannt. (Dem jeweiligen Amtshauptmann unterstand seinerzeit gleichzeitig die Baubehörde direkt)

1828 Aus der bis dahin sogenannten Hofmeierei Glashagen wird erstmals ein Erbpachthof. [42]
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1829 Bau des klassizistischen Gutshauses und Parkanlage auf dem Hof Glashagen. Amtshauptmann Hundt war Initiator und Bauherr des Gutshauses sowie des dazugehörigen Gartens.

1831 In amtlicher Statistik wurde Amtshauptmann Hundt als Pächter von Hof Althof mit Erbmühle und Ziegelei und Hof Glashagen genannt.

1833 bis 1836 wurde Amtshauptmann Hundt als Pächter von allein Hof Glashagen genannt. Hof Althof mit Mühle und Ziegelei wurden fortan separat verpachtet.

1837 Für Hof Glashagen wurde W. Hesse als Pächter genannt.

1837 wurde Herr Hundt Geheimer Amtsrat in Doberan. [06]

1840 wurde als Pächter Johann Carl Friedrich Crull genannt.

1841: W. Hesse ist Teilnehmer der 5. Vollversammlung der Forst- und Landwirtschaften in Doberan (ca. 1000 Teilnehmer). Herr Hundt ist ebenfalls Teilnehmer der Versammlung . Als Geheimer Amtsrat tituliert, er ist zu dieser Zeit nicht mehr Pächter auf dem Hof Glashagen.

1844: Glashagen Dorf eröffnet eine Schule. Die Kinder vom Hof gehen jetzt dort hin. Bisher war die Stülower Schule für die Dorfkinder und die Hofkinder Glashagens zuständig.
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1845 wurde Johann Carl Friedrich Crull neben Hof Glashagen gleichzeitig Pächter für Petersdorf und Toitenwinkel. [„Deutsches Geschlechterbuch“ Band 174, Seite 254].
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1847 bis 1889: Bernhard Flint ist als Pächter genannt. (ungewöhnlich lange ! – Wahrscheinlich handelt es sich um 2 Pachtperioden)

1860 wurde eine Übersicht der Tagelöhnereinkommen auf den domanialen Höfen veröffentlicht. Näheres ist unter „Statistische Erhebungen“ eingestellt:
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1867, Volkszählung: Auf dem Erbpachthof Glashagen Hof gab es 23 Männer, 23 Frauen, in sieben Haushalten lebend.
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1870, Hof Glashagen wird selbständige Gemeinde.
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1879 Forstreservat: „Im Jahre 1879 zur Hoffeldmark Retschow übergegangen.“ Diese Information stammt aus einer nachträglichen Handnotiz in 1828er Classificationstabelle für den Hof gesamt.

1888: Im Rahmen der Vererbpachtung und als Basis für die erstmalig angelegten Grundbücher wurde die Feldmark des Dorfes Glashagen vermessen. Die Meßtischblätter von damals sind noch heute eine Arbeitsgrundlage für Vermessungsbüros.
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1890 bis 1903: Carl Grebbin war Erbächter von Hof Glashagen. Er war Vorstand in der Molkereigenossenschaft Reddelich. Siehe Kapitel: Die Molkerei Reddelich.

1895 (1. Dezember): Zur Volkszählung wurde das Gut als Erbpachthof öffentlich registriert und ausgewiesen mit: 200 ha Ackerland, 13 ha Wiesen sowie 11,8 ha Holzungen und Wasserflächen. Der Hof gehörte zum Kirchspiel Steffenshagen, mit Pastor Thieme als Amtsträger. Die zuständigen Orte für Eisenbahnanschluss (E), Post (P) und Telefon (T) waren: Retschow (P,T); Kröpelin (E) und Doberan (P,T,E). Das zuständige Amtsgericht saß in Doberan. [71]

1896: Eine weiterer Erwähnung in anderer Quelle: Erbpachthof in der Kanonperiode 1889-1909: Gesamtfläche 208 Hektar; 35 Ar ; Bonierter Hufenstand in Korn 715 Scheffel; in Geld mit Einschluß der Nebenerlegnisse 3515 Mark und 23 Pfennige. Brandkassenwert der Gebäude 79225 Mark. [29]

1900: wurde in Mecklenburg eine weitere große Volkszählung angesetzt. Diesesmal wurden alle Personen, die sich am Stichtag 1. Dezember in Mecklenburg aufhielten in s og.Haushaltsbögen erfasst. Zusätzlich wurde für jede Person ein Erfassungsbogen mit persönlichen Daten angelegt.
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1903: Carl Grebbin verkauft den Hof Glashagen an Hans von Blücher.

1906: Hans von Blücher erwarb das Gut und das Quellental. Er ist Initiator der Bohrungen für die Mineralquellen – damit beginnen die Erschließung und wirtschaftliche Nutzung.
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1907: Der Kutscher Possehl vom Hof Glashagen erhält die Rettungsmedaille von Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Friedrich Franz IV (unbekannter Grund).

1908: wird das Wasser der Quellen als „Natürliches Kur- und Tafelwasser“ in den Handel gebracht.
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1908: Hans v. Blücher wird in der Dezemberliste als Ordentliches Mitglied des „Vereins für Mecklenburgische Geschichte“ genannt.

1912 bis 1926: Karl Baller war Pächter von Hof Glashagen. Im Adreßbuch der Güter Mecklenburgs lesen wir 1912 zu Hof Glashagen: 200 ha Acker; 11 ha Wiesen; 11,8 ha Wald, Wasser und Wege; insges. 230 ha.
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1916: Carl Baller als Eigentümer des Erbpachthofes mit 208,4 ha genannt. Die Hofgröße wird in anderer Quelle mit 228,5 ha angegeben. Die Enteignungsfläche zur Bodenreform 1945 betrug 222 ha. [Mineralquelle GmbH, Staatskalender S. 20]

1926: 15. September Otto Kuntze wurde Eigentümer von Hof Glashagen und des Bauerngutes XII Hohenfelde (gemeint Hof oder Hufe XII )
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1930: Otto Kuntze genannt als Bürgermeister und Eigentümer Hof Glashagen.

1936: Es erfolgte die Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Gemeinden Hof und Dorf Glashagen.
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1937: Hof Glashagen hatte 59 Einwohner.

1937: Karl Koepke war Inspektor auf dem Hof Glashagen. [24] (Siehe auch Hufe I, 1947)

1939: wurde zwecks Planung einer Siedlung ein Lageplan vom Hof gezeichnet. (siehe Galerie unten)

1945: Am 3. Mai gegen 15.00 Uhr Einheiten der Sowjet-Armee rücken aus Retschow kommend in Dorf Glashagen ein.
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1945: Otto Kuntze genannt als enteigneter Großgrundbesitzer mit einem Verlust von 222 ha.

1945/46 Bisheriger Inspektor von Glashagen Hof, Carl Köpke, verließ den Hof und pachtete von der Familie Eimterbäumer 1948 bis 1953 die Hufe I in Dorf Glashagen.

1953: Von Glashagen wurden Luftbilder angefertigt.
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1975 bis 1976: Es erfolgten die Arbeiten zum Bau eines Brunnens und einer Wasserleitung veranlaßt durch die Erweiterung und Aufrüstung des Objektes der NVA (Nationale Volksarmee) in Retschow. Dem Antrag auf Anschluß der Ortschaften Retschow, Glashagen Dorf und Hof sowie Stülow an diese Leitung wird stattgegeben. Zur Verlegung kommen sechs Kilometer Hauptversorgungsleitungen und vier Kilometer Anschlußleitungen. Baudurchführende sind: VEB (Volkseigener Betrieb) Bauhof Bad Doberan und die PGH (Produktionsgenossenschaft) „Metall“ in Satow. Die Einwohnerzahl für Dorf und Hof wird 1976 mit 142 angegeben. Bürgermeister war Herr Dürre. [17]

1984 Abriß des Gutsgebäudes erfolgt nach zuletzt vandalistischen Einwirkungen

2003: Über den Gutspark Glashagen wurde ein öffentlicher Vortrag gehalten.
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2020: Auf Initiative der Gemeindevertretung wurde im Februar ein „Subbotnik“zum Aufräumen des Gutsparks gestartet.
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In Mecklenburg gibt es erst ab 1500 Meierhöfe. [10] , auf denen einstmals der Meier (Verwalter) eines landesherrlichen, adligen oder geistlichen Gutshofes gewirtschaftet hat. Er versieht die Aufsicht in amtlicher Weise, ist nicht Pächter oder Besitzer. Die Meiereien Fulgen 1812 und Glashagen 1828 wurden zu Erbpachthöfen, noch bevor die 3 übrigen kleineren Bauernhöfe (Hufen I bisIII mit je ca 40 Hektar) in Glashagen in Erbpacht gingen.
[Güter und Aemter Meckl.-Schwerinschen Domänen. Balck]

Eigene Anmerkung: In der Blütezeit der Pachthöfe war der Ausdruck „abmeiern“ der offizielle amtliche Begriff für die zwangsweise Auflösung des Pachtverhältnis, meist bei Versagen des Pächters. Im Domanialgebiet eine sehr selten als letztes Mittel praktizierte Maßnahme.

16. November 1867 wurde durch Großherzoglichen Erlass die allgemeine Vererbpachtung der dominalen Bauern verfügt und seitdem systematisch durchgeführt. Gemeint sind z.B. die Höfe I bis III im Dorf Glashagen. Qu.: [Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Aushebungsbezirk Doberan“. Hambert Joachim Schüler Universität Rostock 1928]

1828, also bereits 39 Jahre vor diesem allgemeinen Erlass zur Vererbpachtung wurde der Hof Glashagen ein Erbpachthof.

Er ist von 1828 bis 1836 Pächter auf Glashagen Hof sowie Amtmann und damit gleichzeitig auch höchster baurechtlicher Beamter im Amt Doberan.

Im Jahr 1811 wird von seinem Vater Johann Heinrich Hundt, einem Baurat auf dem Gut Zarchlin lebend, eine nach ihm benannte Bauart proklamiert. „Die Hundtsche Bauart soll am 29. April 1811 eigeführt werden. Jedes Amt soll Lehrlinge nach Zarchelin schicken am 10. März 1813″ heißt es in einer Veröffentlichung im Regierungsblatt

Später offensichtlich befördert zum Geheimen Amtsrat Hundt wird als Generalsekretär des Vereins für Mecklenburgische Pferderennen ausgewiesen und ist Funktionär der Versammlung Deutscher Land- und Forstwirthe 1841 in Doberan.

1861 findet die 22. Versammlung Deutscher Land- und Forstwirte in Schwerin statt. (siehe 5. Versammlung 1841 Doberan). Ausführliche Berichte im „Archiv für Landwirtschaft 1861“

B E I T R A G N U R G E P A R K T Aus der Familienforschung Masch entnommen: Badenmühle : Ein am Gebäude befindlicher Mühlenteich wird aus dem im Glashäger Quellental entspringenden Quellbach gespeist. Dieser vereint sich bei Stülow mit dem Stülower Bach und fließt durch die Bad Doberaner Klosteranlagen, wo er sich schließlich mit dem Bollhagener Fließ und dem Althöfer Bach vereint. Diese Flußformation spielt eine wichtige Rolle bei der Ableitung von Quell- und Niederschlagswasser aus dem höher gelegenen Umfeld der Stadt Bad Doberan. So erklärt sich, dass im Sommer 1859 infolge eines Wolkenbruchs der Quellbach „einem Gebirgsbach gleich“ anschwoll und in Doberan Verheerungen anrichtete.



Bilder und Unterlagen zum Hof Glashagen
Artikel aktualisiert am 03.06.2024