1837: Regulativ für die sogenannten Industrieschulen

Das Regulativ für die sogenannten Industrieschulen wurde 1837 erlassen. Endlich, ab 1879 erhält Glashagen eine Industrieschule obwohl das Regultiv bereits seit der Schuleröffnung in Glashagen im Jahr 1844 gültig ist. Aus dem entsprechenden Regulativ:

§ 2
Unterrichtsgegenstände sind : Spinnen, Haspeln, Winden, Spulen, Nähen, Stricken, Garnzeichnen, Zuschneiden von Kleidungsstücken, Weben, Plätten, Netzmachen und Strohflechten.

§3
Ihre Spinnräder und kleineren Arbeitswerkzeuge bringen die Kinder mit, den Haspel, die Winde, den Webtau, die Waschbalge und das Plätteisen soll aber die Lehrerin selbst halten. Das Material bringen die Kinder mit und behalten auch ihre Arbeiten.

Die Ordnung enthielt weitere Regelungen zu der Ausbildung der Lehrerinnen sowie zu ihrer Unterbringung und Vergütung. Die Teilnahme der Jungen an so einer Unterrichtung wurde später auf freiwilliger Grundlage möglich. Industrieschulen warenvor allem für die Ausbildung der Mädchen gedacht um sich später selbst ernähren zu können. Eine Verpflichtung zur Durchsetzung der Ordnung trat nur ein, wenn sich ein passendes Local und eine brauchbare Lehrerin in der Gemeinde findet.

Es gab offensichtlich zwischen dem Eröffnungstag der Schule in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts und 1879 dem allgemeinen Einführungstag der Industrieschule leider keine Lösung. Meistens waren die Ehefrauen der Lehrer in dieser Anstellung tätig. Soweit noch ein Einblick in die allgemeinen Bedingungungen zur Entwicklung der Landschulen. Tatsächlich muß man sich vorstellen, daß der Aufbau und die Unterstützung der Schule auch in Glashagen leider nicht sonderlich gefördert wurde. (Siehe auch diverse Kritikpunkte im Protokoll der Schulinspektion 1921)

Artikel aktualisiert am 21.09.2020