1853: Pachtvertrag für Häusler- und Einliegerreservate

Die Gruppe der Einlieger entstand und bestand aus den unvermögenden meist nicht ausgebildeten landwirtschaftlichen Hilfskräften, aus dem Überhang der nicht erbberechtigten Familienangehörigen der Pächter- und Büdnerfamilien (einschl. Handwerker), und wiederum deren eigene Nachkommen. Man erkennt, daß es sich um eine sich schnell vergrößernde Gruppe von Dorfbewohnern handelt die nicht über Grund und Boden verfügt. Sie bildeten nach und nach die größte Bevölkerungsgruppe und stellten die Knechte und Dienstmädchen sowie Tagelöhner auf den größeren Bauernhöfen im eigenen Dorf häufig auch auf Gutshöfen in der Nachbarschaft.

Die Handwerker in der nahen Stadt beschäftigten ebenfalls dörfliche Einlieger in ihren Werkstätten als Ungelernte oder als Lehrlinge und Gesellen. Die Mädchen und Frauen verdingten sich häufig im Haushalt von Bürgerfamilien oder im Doberaner und Brunshauptener Gastgewerbe. Den beiden offiziellen Volkszählungen von 1867 und 1900 entnehmen wir Die größte Gruppe bestand noch im Jahr 1900 aus ungelernten Arbeitern, sie bezeichneten sich selbst als Arbeiter oder Arbeitmänner. An Handwerkern gab es 6 Maurer, 1 Schneider, 1 Weber, 1 Näherin, 1 Fischhändler 1 Forstarbeiter. Ein Einlieger Carl Mahn gibt die Posthilfstelle als Arbeitsort an. Die auf den Bauernhöfen Tätigen nennen ihre Stellung auf dem Hof 1. Knecht oder 2 . Knecht oder Pferdeknecht. Bei den Frauen Magd Dienstmädchen oder Wirtschafterin. Manche auch Ungelernte fügen ihrer Tätigkeit die Bezeichnung selbständig hinzu. Mit Verbesserung der eigenen finanziellen Situation oder Heirat wurde mancher Einlieger später zum Häusler oder Büdner. Generell war auf dem Lande zunächst jeder ein Selbstversorger, das heißt was man zum einfachen Leben benötigte erzeugte man selbst. Es war deshalb selbstverständlich, dass zu jedem Haushalt (erkennbar an einer eigenen Herdstelle) soviel Gartenland und Acker gehörte, wie zum eigenen Leben und gegebenenfalls einer Ziege, einem Schaf ein paar Gänsen oder Hühnern nötig war. Also: Wohnung und Land gibt es ausschließlich zusammen. Nicht im Selbstlauf geschah auch damals die Umsetzung dieser Forderung und war Sache der Gemeindevertretung.

Allgemeine Voraussetzungen für Bestimmungen und Bedingungen der Einlieger.

10.10.1838 erscheinen: Allgemeine Bestimmungen der Einlieger. Zunächst will man man sich damit befassen, den Einliegern überlassene Gärten, Acker und Wiese sowie Weiden allgemeiner zu bestimmen. Als nächstes die Bedingungen zur Gründung einer Büdnerei zu verbessern. Den Hauswirthen nicht zu viel Land zu nehmen und den Einliegern nur soviel zuzuordnen wie nötig; guten Boden weniger, geringeren mehr, insgesamt max. 200 Quadratruthen. Voraussetzung zur Kuhhaltung sind nicht immer realisierbar. Weideland ist allgemein knapp. Wo übrige Acker- und Feldwirtschaft nicht in Nachteil gerät, können Ausnahmen gemacht werden mit jederzeit kündbarem Zeitpachtland. Übergangsmöglichkeiten von dem einfachen Kate zum Büdner-und Häuslerbertrieb wird unterstützt. Die Wiesen innerhalb der Forsten sollen den Forstangestellten reserviert bleiben. Die Wohnungen in den entstehenden Büdnereien, die wiederum von Einliegern gezogen werden schaffen nochmal Ackeransprüche. Für die Gemeindeverwaltung spielt dieser Umstand besonders im Dorf Glashagen eine große Rolle, weil die gemeindeeigenen Flurflächen erschöpft sind. Im Anschluß sehen wir den amtlichen Vorgang der Übergabe von Flächen aus der eigenen und der Nachbargemeinde Reddelich. So etwas wird vom Amt verfügt . (Siehe anschließende Abbildung) Man erkennt an der Form des Vordrucks, daß solche Handlungen im Amt Doberan in der Zeit häufiger vorgenommen wurde.

12.11.1838 erfolgt einen Modifizierung der gerade getroffenen Festlegung, dass das gänzliche Fehlen von Weideland allein kein Hinderungsgrund einer Niederlassung sein soll. Die Unterbringung der wachsenden Dorfbevölkerung wird forciert.

Die Vergabebedingungen der Einlieger-und Häuslerländereien.

Um der allgemeinen Landflucht in Mecklenburg zu begegnen, vergab das Herzoghaus Land zum Bau von Häuslereien und förderte den Bau von Einliegerwohnungen. So auch in Glashagen:

Auf der Grundlage der obigen Festlegungen wurden nun in den Gemeinden zusammenhängende Ländereien eingemessen,die nach einem Regulativ an Einlieger vergeben werden konnten.

14.2.1839 befasst sich schließlich mit Vergabe der regulierten des Bodens innerhalb der Dorffeldmark. D.h. der Boden ist in mehrere Klassen aufgeteilt (bonitiert), die bei der Verpachtung unterschiedlich zu berücksichtigen sind und entsprechend bezahlt werden müssen.

Artikel aktualisiert am 31.05.2020