Glashagens Häuslereien

Schon zu älteren Zeiten gab es in Mecklenburg auch im Amtsbereich Doberan Häusler. Dazu gehörte ein sehr kleines Grundstück für einen kleinen Hof und bescheidenen Garten von oft weniger als 50 Quadratruthen. Solche Kleinstflächen entstanden anläßlich der Feldregulierungen aus den Bauernhufen. Die Pachtverträge der Bauern der Hufen I bis III im Dorf Glashagen erlaubten die Herausnahme solcher Flächen aus ihrem Acker zur Ansetzung von Häuslerein oder auch Büdnereien ausdrücklich als Auflage in ihren Pachtverträgen.

Häuslerei 1: Famililie Bull , bis 1897, Familie Reincke bis 1907, Familie Ludwig Otte , Familie Gerhard Heiden

Häuslerei 2: Familie Friedrich Niemann, Familie Hans Georg Niemann

Häuslerei 3: Familie Willi Oldenburg, Familie Harry Jörn


Häuslereien waren von Anfang an vererbbar gleichfalls waren sie kanon- also pachtfrei, woraus sich schlußfolgern läßt, dass sie käuflich erworben wurden und persönliches Eigentum waren. Nur ortsansässige Dorfbewohner erhalten eine Genehmigung. Das entsprechende Baugeld und die späteren Kosten müssen vorgelegt werden und der Bau muß zeitnah abgewickelt werden. Im Zuge des steigenden Anfalls geeigneter Flächen wurde schrittweise durch entsprechende Cirkularverordnungen die Erweiterung der Grundflächen auf 85 Quadratruthen gestattet. Als Gebäudetypen sind amtlich fünf verschiedene vorgeschrieben, diein in jedem Fall Stein auf Stein gebaut also keinesfalls aus Holz werden müssen.

Im Dorf ist seit 1872 eine erste Häuslerei genannt die im Katasterausweis [29] aufgeführt ist. Man kann sicher sein, daß sie noch eine damal übliche Strohbedachung hatte. In der Folge gibt es erst um 1927 und 1938 zwei weitere Häuslereien im Dorf. [06] Die Häusler sind die kleinsten ländlichen Grundbesitzer und können vom landwirtschaftlichen Ertrag wegen der geringen landwirtschaftlichen Fläche nicht leben. In beiden Fällen sind Eigentümer Mauerer von Beruf und gleichzeitig die Erbauer. Unter einem Dach leben Mensch und Tier. Entsprechende Stallungen im Haus biten Raum für eine Kuh und einige Schweine und Hühner. Unmittelbar am Haus ist ein Garten und etwas Kartoffeland. Zusätzlicher Acker, den sie bewirtschaften ist von der Gemeinde gepachtet, steht ihnen aber zu, kann ist unkündbar. Naheliegend arbeiten sie als Tagelöhner auf Gutshöfen, im Forstbetrieb und wie und unserem Fall als Handwerker oder Handwerksgehilfen. Die Erweiterung der Wohnmöglichkeiten für einen zweiten Haushalt ist verboten.

Artikel aktualisiert am 24.05.2020